1. zur Suche
  2. zur Hauptnavigation
  3. zum Inhalt
  4. zum Bereichsmenü
Logo des Abgeordnetenhauses

Heinrich Grüber

nach unten

1891 - 1975
82. Ehrenbürger
Verleihung 08.05.1970

Porträt von Heinrich Grüber / Roland Ladwig: Öl auf Leinwand, 1970 / Foto: Stefan Geiser

Heinrich Grüber studiert Theologie und Philosophie. Ab 1918 ist er als Pfarrer im Ruhrgebiet tätig. Nach 1933 wird er Mitglied des "Pfarrernotbundes" und schließt sich der "Bekennenden Kirche" an. Von 1934-1940 ist er als Pfarrer in Berlin-Kaulsdorf tätig. Hier baut er eine "Bekennende Gemeinde" auf.

1937 gründet er eine "Hilfsstelle für evangelische Christen", die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt wurden, und die über 2000 Juden und "Judenchristen" zur Emigration verhilft. 1940 wird das "Büro Grüber" geschlossen und er selbst kommt deshalb in KZ-Haft nach Sachsenhausen und von 1941-1943 nach Dachau. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird er Probst der Marienkirche in Berlin.

Von 1949-1958 ist er Bevollmächtigter der Evangelischen Kirche in Deutschland bei der Regierung der DDR. In dieser Funktion bemüht er sich, oft in Opposition zur Evangelischen Kirche und zur Bundesregierung, um Verständigung zwischen Kirche und DDR-Regierung. Wegen ihrer Kirchenpolitik gerät er mit der DDR-Regierung in Konflikt. 1958 muss er sein Amt niederlegen.

Ab 1961 darf er nicht mehr nach Ostberlin einreisen. Grüber setzt sich fortan für die Versöhnung von Juden und Christen ein. 1961 sagt er als einziger deutscher Zeuge im Eichmann-Prozess in Jerusalem aus. 1966 ernennt ihn die deutsch-israelische Gesellschaft zum Ehrenpräsidenten.

Mit der Ernennung zum Ehrenbürger am 25. Jahrestag der deutschen Kapitulation würdigen Senat und Abgeordnetenhaus von Berlin Probst Grübers Verdienst, "sich ohne Rücksicht auf seine Person […] für die Verfolgten" der NS-Zeit und später für "die Aussöhnung von Juden und Christen" eingesetzt zu haben.

Angaben zum Künstler Roland Ladwig (*1935)

Studium der Malerei an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. 1958 und 1959 Besuch der Sommerakademie von Oskar Kokoschka in Salzburg. Seit 1961 arbeitet er als freischaffender Künstler. 1967 sechsmonatiger Studienaufenthalt in Paris. Er lebt in Berlin und in der Provence.

nach oben

Auf dieser Website ist die Webstatistik Piwik datenschutzkonform installiert. | Mehr Infos & Datenschutz