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Heinrich Zille

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1858 - 1929
80. Ehrenbürger
Verleihung 04.02.1970 (posthum)

Porträt von Heinrich Zille / Erich Büttner: Öl auf Leinwand, 1923 / Foto: Stefan Geiser

Heinrich Zille wächst in armen Verhältnissen in Berlin auf. 1872 beginnt er eine Lithographenlehre. Abends nimmt er Zeichenunterricht bei Theodor Hosemann an der Königlichen Kunstschule. Ab 1877 verdient er sich seinen Lebensunterhalt bei der Photographischen Gesellschaft. 1901 stellt er erstmals seine Zeichnungen in der Berliner Sezession aus.

Mit bissiger Kritik gibt er dem sozialen Elend in den Berliner Mietskasernen ein Bild. Der Bildband "Mein Miljöh" und die Bilderzyklen "Hurengespräche" und "Berliner Luft" erscheinen. Gleichzeitig werden seine Arbeiten im "Simplicissimus" und der "Jugend" publiziert. Zille wird freischaffender Künstler. 1924 wird er Professor sowie ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der Künste.

Politisch der KPD nahe stehend, unterstützt er die arme Bevölkerung. Trotz großer Popularität und künstlerischem Erfolg bewahrt er seine einfache Lebensweise.

Posthum ernennen Magistrat und Stadtverordnetenversammlung von Ostberlin Zille zum Ehrenbürger. Sie würdigen damit seine Verbundenheit mit den "Ausgebeuteten und Unterdrückten Berlins" sowie sein "humanistisch-realistisches Schaffen".
Bei der Vereinigung der Ost- und Westberliner Ehrenbürgerlisten wird Zille wegen seines "herausragenden Berlin-Bezugs" und der "starken Identifikation für alle Bürger der Stadt Berlin" übernommen.

Angaben zum Künstler Erich Büttner (1889 - 1936)

Nach einer Lithographenausbildung studiert er von 1906-1911 Malerei an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin bei Emil Orlik. 1908 Mitglied der Berliner Sezession. Förderer der Expressionisten. In den 20er Jahren lehrt er Malerei an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin. Neben Landschaften und nahezu dokumentarischen Berliner Stadtbildern ist er einer der gefragtesten Bildnismaler im Berlin der 20er Jahre. Beispielsweise porträtiert er Lovis Corinth, Albert Einstein, Franz Werfel, George Grosz.

Das Porträt ist eine Leihgabe des Märkischen Museums.

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