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Richtlinien der Stipendienvergabe

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vom 9. September 2015

Sämtliche im Text befindliche Bezeichnungen für Stipendiaten, Wissenschaftler und Studenten sind geschlechtsspezifisch neutral gemeint.

1. Ziel

Die Studienstiftung des Abgeordnetenhauses ist ein Stipendienprogramm für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, die entweder über Berlin und damit über deutsche wie deutsch-internationale Fragen arbeiten oder Berliner Forschungseinrichtungen nutzen wollen.

Die Studienstiftung des Abgeordnetenhauses wird mit der Zielsetzung ins Leben gerufen, einen Beitrag zur Heranbildung einer jungen Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der genannten Staaten zu leisten, die über Berliner bzw. deutsche Fragen forschen. Darüber hinaus will die Stiftung durch ihre Stipendien langfristig das Interesse an und Verständnis für Deutschland in den genannten Staaten wecken bzw. verstärken.

2. Zielgruppe

Die Stipendien der Studienstiftung des Abgeordnetenhauses werden an jüngere Hochschulabsolventinnen und -absolventen und Studierende mit mindestens einem Abschluss (B.A. oder ähnlichem) aller Fachrich-tungen, insbesondere der Geistes- und Sozialwissenschaften, vergeben, deren Forschungs- und Studien-projekte im weiteren Sinne mit Berlin zu tun haben. Die Stipendien gelten für eine wissenschaftliche Fort-bildung an allen staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen und wissenschaftlichen Forschungs-einrichtungen in Berlin.

3. Bewerbungsvoraussetzungen

Bewerberinnen und Bewerber für ein Stipendium der Studienstiftung des Abgeordnetenhauses müssen zur Spitzengruppe der jüngeren Akademikerinnen und Akademiker ihres Landes gehören, d. h. eindeutig überdurchschnittlich qualifiziert sein.

Die Stipendien werden nach fachlicher Qualifikation vergeben.

Das Höchstalter beträgt in der Regel 35 Jahre. Studierende sollten bis zur Vollendung des 25. Lebensjah-res einen ersten Studienabschluss (Bachelor) erreicht haben.

Bewerberinnen und Bewerber, die sich nach ihrem Abschlussexamen im Heimatland längere Zeit nicht wissenschaftlich betätigt haben, können nicht berücksichtigt werden.

Die Stiftung erwartet, dass die Bewerberinnen und Bewerber mit dem Antrag einen genauen Forschungs-plan vorlegen. Außerdem müssen sie sich bereits um eine Betreuungszusage einer Hochschullehrerin oder eines Hochschullehrers bzw. einer Leiterin oder eines Leiters einer wissenschaftlichen Forschungs-einrichtung in Berlin bemüht haben. Diese Zusage sollte mit den Bewerbungsunterlagen eingereicht wer-den.
 

4. Stipendienleistung

Die monatliche Stipendienhöhe richtet sich nach dem Ausbildungsstand. Sie beträgt

1.100,- € für Studierende und Promovierende sowie
1.630,- € für Promovierte,

einschließlich der Miete für das Internationale Studienzentrum Berlin in Höhe von zurzeit 330 € monatlich – Mietkostenzuschüsse für andere Wohnungen werden nicht gezahlt.

Des Weiteren übernimmt die Studienstiftung die Kosten der An- und Rückreise in Form einer Pauschale (insgesamt 200 € innerhalb Europas sowie 600 € außerhalb Europas). 

In begründeten Fällen sind Zuschläge möglich.

Die Höhe des Stipendiums wird bei der Zusage von der Studienstiftung des Abgeordnetenhauses endgül-tig festgesetzt und kann bei herausragenden Leistungen nach Ablauf eines Semesters erhöht werden (vgl. Nr. 10).
Die Stipendiatin oder der Stipendiat trägt die Kosten für die Kranken-, Unfall- und Pflegeversicherung selbst.

Andere Stipendien dürfen nicht gleichzeitig neben dem Stipendium der Studienstiftung des Abgeordnetenhauses von Berlin in Anspruch genommen werden. Nebentätigkeiten sind nicht gestattet. Über Ausnahmen entscheidet die Stiftung.

Das Stipendium wird in der Regel nur gezahlt, wenn sich die Stipendiatin oder der Stipendiat während der Laufzeit des Stipendiums in Berlin aufhält. Sollte aus fachlichen Gründen eine längere Abwesenheit vom Studienort notwendig sein, muss die Stiftung vier Wochen vor Antritt dieser Reise unter Angabe der Grün-de, des Ziels und der Dauer des Aufenthalts informiert werden.
 

5. Auswahlkriterien

Die Auswahl erfolgt unter Berücksichtigung folgender Kriterien:
 

  • Studienleistungen, Examensergebnisse und besondere fachwissenschaftliche Kenntnisse
  • wissenschaftliche Qualität und Durchführbarkeit des Vorhabens
  • Gutachten von Fachprofessoren
  • Betreuungszusage eines deutschen Hochschullehrers für die Bewerberin oder den Bewerber bzw. Kontakt zwischen Heimat- und Gastinstitut
  • zivilgesellschaftliches Engagement
  • angemessene deutsche Sprachkenntnisse
     
6. Bewerbungsunterlagen

Folgende Unterlagen sind den Bewerbungsformularen in deutscher Sprache beizufügen:
 

  • Lebenslauf mit neuerem Foto auf dem Deckblatt
  • ausführliche und präzise Darlegung des Studien- und Forschungsvorhabens sowie der Darstellung der bisherigen Studien- und Forschungsarbeiten, die für die Entscheidung von besonderer Wichtigkeit sind
  • Nachweis über bestehende Kontakte zu Berliner Hochschullehrern bzw. Forschungseinrichtungen
  • 2 Gutachten von Fachprofessoren, die über die wissenschaftliche Befähigung des Bewerbers Auskunft geben. Aus dem Schreiben muss die Stellung des Gutachters hervorgehen.


Darüber hinaus sind folgende Zeugnisunterlagen in Kopie vorzulegen:

  • alle Hochschulzeugnisse über sämtliche Jahresprüfungen (mit allen Einzelnoten) sowie
  • Diplom- oder Hochschulzeugnis mit Angabe der Abschlussnote.


Allen Zeugnissen muss eine Erklärung des Notensystems beigefügt werden.
Bewerberinnen und Bewerber der Nachfolgestaaten der Sowjetunion müssen ihre Zeugniskopien in deut-scher oder englischer Übersetzung einreichen.

Voraussetzung für die Bearbeitung ist die Vollständigkeit der eingereichten Unterlagen. Unvollständig eingereichte Unterlagen werden von der Studienstiftung des Berliner Abgeordnetenhauses nicht bearbeitet. Sie führen zum Ausschluss der Bewerberin oder des Bewerbers.
 

7. Bewerbungstermin und -ort

Die Stipendien werden in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion in geeigneter Weise bekannt gemacht.

Die Bewerbungsunterlagen sind bei der Studienstiftung des Abgeordnetenhauses von Berlin sowie bei kooperierenden Institutionen anzufordern und an die Studienstiftung selbst zu schicken.

Der Einsendeschluss sämtlicher Bewerbungsunterlagen ist der jeweilige 15. Dezember. Maßgeblich ist das Eingangsdatum in Berlin.
 

8. Stipendienvergabe

Die endgültige Entscheidung über die Stipendienvergabe trifft der Vorstand.

9. Stipendiendauer

Die Stipendien gelten für ein Studienjahr und sind nicht verlängerbar. Sie beginnen am 1. Oktober und enden am 31. Juli des nächsten Jahres.

Das Stipendium muss zum 1. Oktober angetreten werden. Wird der Termin nicht eingehalten, verfällt das Stipendium. In begründeten Ausnahmefällen kann ein Nachtermin gesetzt werden.
 

10. Berichte; leistungsbezogene Stipendiumserhöhung

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten müssen bereits nach sechs Monaten eine Stellungnahme ihrer be-treuenden Berliner Professorin oder ihres betreuenden Berliner Professors vorlegen und spätestens einen Monat nach Ablauf des Stipendiums einen Endbericht ihrer Studien- bzw. Forschungsergebnisse einrei-chen, der – gegebenenfalls in gekürzter Form – im Jahrbuch der Studienstiftung veröffentlicht wird.

Parallel dazu finden jeweils zum Semesterende Seminare statt, in denen die Stipendiaten dem Vorstand und Beirat der Studienstiftung ihre Arbeitsergebnisse vortragen. Diese Seminare dienen der Leistungs-überprüfung und bieten die Grundlage für die Weitergewährung des Stipendiums. Zeigt eine Stipendiatin oder ein Stipendiat herausragende Leistungen, kann ihre bzw. seine monatliche Stipendienrate ab Beginn des neuen Semesters um bis zu 50% erhöht werden.
 

11. Folge bei Verstoß gegen die Stipendienbedingungen

Das Stipendium kann aberkannt und Leistungen, die bereits gezahlt worden sind, können ganz oder teil-weise zurückgefordert werden, wenn die Stipendiatin oder der Stipendiat die vorstehenden Bedingungen nicht einhält bzw. die erbrachten Leistungen nicht ausreichen. Entsprechendes gilt, wenn die Stipendiatin oder der Stipendiat wegen eines Strafverfahrens rechtskräftig verurteilt wird.

12. Rückkehrverpflichtung

Mit der Annahme des Stipendiums verpflichtet sich die Stipendiatin oder der Stipendiat, nach Ablauf des Stipendiums in ihr bzw. sein Heimatland zurückzukehren.

13. Alumni-Förderung

Ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten (Alumni) können auf Einladung der Stiftung oder auf eigenen Antrag erneut gefördert werden, wenn sie sich durch besondere Leistungen ausgezeichnet haben und in Berlin im Sinne des Stiftungszweckes tätig werden wollen (z. B. durch Vorträge, Teilnahme an Kongres-sen, vertiefende Studien, Forschungsprojekte o. ä.).

Die Beurteilung der Leistungen obliegt dem Vorstand der Stiftung. Er kann sich dazu der Berichte gemäß Nr. 10 dieser Richtlinien bedienen und soll weitere Erkenntnisquellen (z. B. wissenschaftliche Veröffentli-chungen, Erwerb akademischer Grade, berufliche Position der Alumni u. a.) heranziehen. Darüber hinaus kann er den Beirat oder einzelne seiner Mitglieder oder andere ausgewiesene Vertrauenspersonen zu einem Votum auffordern.

Die Entscheidung über eine Bewilligung einer Alumni-Förderung und über die Art und Höhe des im Einzel-fall zur Verfügung gestellten Stipendiums trifft der Vorstand nach pflichtgemäßem Ermessen. Er kann insbesondere die Erstattung von Reisekosten und/oder die Zahlung von Tagegeldern zur Deckung der Aufenthaltskosten bewilligen. Die finanzielle Leistungsfähigkeit der Alumni ist zu berücksichtigen. Die Gesamthöhe der gewährten Leistungen pro Person soll die Höhe eines Jahresstipendiums gemäß Nr. 4 und 9 dieser Richtlinien nicht übersteigen.

 

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