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Ehrenbürgerwürde für Joachim Gauck / 19. November 2014, Berliner Rathaus (19.11.2014)

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Bundespräsident Gauck mit Ehrenbürgerurkunde / Foto: Thomas Platow Landesarchiv

Am Mittwoch, dem 19. November 2014, wurde Bundespräsident Joachim Gauck mit der Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin ausgezeichnet. Er ist 117. Berliner Ehrenbürger. Damit reiht er sich ein in eine lange Liste von herausragenden Persönlichkeiten, angefangen bei Konrad Gottlieb Ribbeck, seines Zeichens Probst zu Berlin, der am 6. Juli 1813 der erste Ehrenbürger Berlins wurde, bis zu Professor Dr. h.c. Werner Otto, der als Unternehmer und Mäzen von Berlin geehrt wurde.

Nachdem der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit die Laudatio auf den Bundespräsidenten gehalten hatte, wurde ihm durch den Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin Ralf Wieland die Urkunde verlesen und ausgehändigt. Als Geschenk Berlins an den Bundespräsidenten erhielt er einen Kupferstich des Schlosses Bellevue.
Das Ehrenbürgerrecht verleiht der Senat im Einvernehmen mit dem Abgeordnetenhaus von Berlin an Persönlichkeiten, die sich in hervorragender Weise um die Stadt Berlin verdient gemacht haben.

Neben dem Abgeordnetenhaus und den Mitgliedern des Senats dürfen auch die Bezirksämter und die Bezirksverordnetenversammlungen Vorschläge machen. Ein vornehmes Recht der Ehrenbürger ist es, sich von einem Künstler ihrer Wahl für die Galerie der Ehrenbürger im Abgeordnetenhaus von Berlin porträtieren zu lassen.

Der Urkundentext lautet:

Für den Senat und das Abgeordnetenhaus von Berlin beurkunden wir hiermit, dass wir

Herrn Joachim Gauck

in Anerkennung seiner Verdienste um Berlin die Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin verleihen.

Wir ehren mit Joachim Gauck eine Persönlichkeit, die die Freiheit zu ihrem Lebensthema gemacht hat. Bereits seit seiner Jugend wurde die Auseinandersetzung mit totalitärem Denken und Handeln zu einer Konstante seines politischen Engagements und ebenso der Einsatz für eine Kultur der Toleranz und des Respekts gegenüber anderen Meinungen, Religionen und Weltanschauungen.

Zu gelebter Freiheit gehört für Joachim Gauck die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung, die Beteiligung und das Mitwirken an einer aktiven Bürgergesellschaft. Diesem Ideal folgte er, indem er Menschen, die sich kritisch mit den gesellschaftlichen Verhältnissen in der DDR auseinandersetzten, in der Kirche einen geschützten Raum für offene Gespräche bot und zum Engagement für Freiheit und Gerechtigkeit ermutigte. Und dies war auch sein Credo, als er sich im Jahr 1989 dem Neuen Forum als Plattform der Bürgerrechtsbewegung anschloss, die zu den Wegbereitern der Friedlichen Revolution zählt.

Joachim Gauck engagierte sich für die Auflösung des Ministeriums für Staatssicherheit und des Amts für Nationale Sicherheit. Als Abgeordneter der Volkskammer wirkte er maßgeblich am Stasiunterlagen-Gesetz mit. 10 Jahre lang nahm er das Amt des "Sonderbeauftragten für die personenbezogenen Unterlagen des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes der DDR" wahr. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt engagierte sich Joachim Gauck in vielfältiger Weise für das Erinnern an historisches Unrecht und für eine lebendige demokratische Kultur.

Joachim Gauck hat seinen Lebensmittelpunkt seit vielen Jahren in der Hauptstadt. Er nimmt aktiv am gesellschaftlichen Leben Berlins teil und versteht es, die Menschen für Freiheit und Demokratie sowie für ein solidarisches und friedliches Miteinander zu begeistern. Als elfter Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland gilt sein besonderes Augenmerk der Ermutigung der Bürgerinnen und Bürger zum gesellschaftlichen Engagement.

Der Hauptstadt als weltoffener und toleranter Metropole hat Joachim Gauck vielfältige wertvolle Impulse verliehen. Berlin sagt Joachim Gauck Dank.

Berlin, 19. November 2014



Regierender Bürgermeister                           Präsident des Abgeordnetenhauses
von Berlin                                                             von Berlin      

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