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Ausschreibung für die Preisvergabe der Obermayer German Jewish History Awards für Januar 2007 (04.07.2006)

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Aufruf für Nominierungen - Einsendeschluss: 20. September 2006

Die Obermayer German Jewish History Awards werden jedes Jahr an Personen vergeben, die ehrenamtlich herausragende Beiträge zur Dokumentation und zum Erhalt jüdischer Geschichte und Kultur, des jüdischen Erbes und/oder der Überreste lokaler deutscher Gemeinden geleistet haben. Die Auszeichnung, die im Jahr 2000 ins Leben gerufen wurde, wird im Abgeordnetenhaus von Berlin, dem Sitz des Berliner Landesparlaments, überreicht.

Normalerweise findet die Preisverleihung am 27. Januar statt. Dieses Datum markiert den Jahrestag der Befreiung von Auschwitz im Jahr 1945 und ist der deutsche Holocaust-Gedenktag. Um eine Überschneidung mit dem Sabbat zu vermeiden, werden die Preise in diesem Jahr an einem früheren Wochentag verliehen. Diese Preise werden vergeben mit der freundlichen Unterstützung des German Jewish Community History Council der Obermayer Stiftung, des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin und der German Jewish Special Interest Group of JewishGen, der führenden Organisation für jüdische Genealogie im Internet.

Gründe für die Preisvergabe

In den letzten Jahrzehnten haben viele Einzelpersonen in Deutschland versucht, Informationen über das jüdische Leben, das einst über Jahrhunderte hinweg in großen und kleinen Gemeinden in Deutschland florierte, zu rekonstruieren, d.h. das Bild des jüdischen Lebens vor der Zerstörung wiederherzustellen. Ohne an eine Gegenleistung zu denken, haben diese Personen geholfen, das Bewusstsein für eine einstmals dynamische Kultur zu fördern, im Andenken an diejenigen, die im Holocaust gestorben sind, in Anerkennung der einflussreichen Beiträge, die die jüdische Kultur und jüdische Menschen für Deutschland geleistet haben, und in der Hoffnung, zerstörte Verbindungen wiederherzustellen.

Diese Personen haben freiwillig unzählige Stunden ihrer Freizeit solchen Projekten gewidmet, aber nur wenige sind für ihre Bemühungen anerkannt oder geehrt worden. Der German Jewish Community History Council ist der Ansicht, dass es von besonderer Bedeutung ist, wenn Jüdinnen und Juden aus aller Welt solche Arbeiten mit einer Auszeichnung anerkennen, würdigen und internationale Aufmerksamkeit erregen.

Die Preisträger des letzten Jahres waren:

· Johann Fleischmann, Mühlhausen (Bayern)
· Günter Heidt, Konz (Rheinland-Pfalz)
· Rolf Hofmann, Stuttgart (Baden-Württemberg)
· Kurt-Willi Julius und Karl-Heinz Stadtler, Voehl (Hessen)
· Robert Kreibig (Berlin)

Die Profile dieser Preisträger und derjenigen der früheren Jahre sind abrufbar unter: http://www.obermayer.us/award.

Ihre Beiträge bestehen aus selbst verfassten Büchern und Artikeln über lokale jüdische Geschichte, restaurierten Synagogen und Friedhöfen, aus durchgeführten Ausstellungen, aus Forschungen in Familiengeschichte und nach verlorenen Objekten, durch pädagogische Informationen mit Erstellung von Webseiten und bei besonderen Jugendprogrammen. Alle Preisträger haben sich unzählige Jahre nur ihrem einzelnen Projekt gewidmet, und viele haben dadurch multiple Projekte in ihrer Gemeinde oder Region angeregt.

Viele der nominierten Personen erhielten "Zertifikate der Anerkennung" für ihre außergewöhnlichen Arbeiten. Die Vorschlagenden waren in erster Linie Jüdinnen und Juden, die außerhalb Deutschlands leben, aber überraschenderweise wurde die erste Gruppe von Preisträgern von Überlebenden des Holocaust nominiert. Ein ausführlicherer Bericht über die letztjährige Preisvergabe und den Festakt befindet sich auf der Webseite im Internet unter: http://www.obermayer.us/award.

Kriterien für eine Auszeichnung

Preise werden an Bürger Deutschlands - die nicht mosaischen Glaubens sind - verliehen, die das Bewusstsein für ehemaliges jüdisches Leben in ihrer eigenen Gemeinde oder Region fördern. Frühere Preisträger können nicht mehr vorgeschlagen werden, aber die Personen, die mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet wurden, können Preisträger 2007 werden.

Die Arbeit wird im Hinblick auf ihre Bedeutung für den Fortbestand jüdischen Lebens, ihre Bedeutung für Bildung und Ausbildung, ihre Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit, ihren andauernden Wert und die Verbesserung der Kommunikation zwischen Jüdinnen/Juden und deutschen Nichtjüdinnen/Nichtjuden bewertet. Die Arbeit darf nicht Teil der regulären, d.h. bezahlten, Arbeit sein, und sie soll nicht Teil eines akademischen Studiums sein, darf aber mit dem Beruf der/des Nominierten in Zusammenhang stehen, sofern die Beiträge weit über das hinausgehen, was im Rahmen der normalen Arbeit von einem erwartet wird.

Die Art der bisherigen Arbeiten kann als Richtlinie genutzt werden, aber andere Arten von einzigartigen Beiträgen sind willkommen.

Vorschlagsverfahren

Es wird angenommen, dass die Kandidaten in erster Linie von dankbaren Juden aus aller Welt vorgeschlagen werden, die bestimmte Deutsche für ihre außergewöhnliche Arbeit ehren möchten. Angaben, die in der Nominierung nicht ausreichend begründet sind, können auf Anforderung des Vorschlagenden oder der Jury durch den Vorgeschlagenen ergänzt werden.

Die Nominierung soll maximal 1000 Worte umfassen und muss bis zum 20. September 2006 eingegangen sein.

Die Nominierung sollte eine kurze Biographie der vorgeschlagenen Person und eine Beschreibung der Aktivitäten, in der die folgenden Punkte angesprochen werden, enthalten:

a. Inhalt und Form der Arbeit, z. B. schriftliches Dokument, Ausstellung etc.
b. Was war das beabsichtigte Ziel, die Zielgruppe und Botschaft?
c. Worin bestand die Motivation für diese Unternehmung?
d. Durch wen oder welchen Umstand erhielt der Vorschlagende Kenntnis von der Arbeit?
e. Handelt es sich um eine fortlaufende Arbeit, oder wann wurde sie begonnen, wann beendet?
f. Wie wurde die Arbeit ausgeführt (z. B. in Zusammenarbeit mit anderen Personen, wurden Archive oder andere Stellen/Quellen benutzt)?
g. Wie gelangte die Arbeit an die Öffentlichkeit und wie wurde sie aufgenommen (evtl. auf Presse und Medienberichte hinweisen)?
h. Kann die Arbeit von anderen, z. B. in Archiven, im Unterricht, in Bibliotheken verwendet werden?
i. Gab es besondere Schwierigkeiten bei der Ausführung der Arbeit?
j. Anhaltende Wirkung der Arbeit?
k. Vollständige Kontaktadresse für Sie und die von Ihnen nominierte Person (Name, Adresse, Telefonnummer sowie Email und/oder Fax, falls vorhanden).

Der Bewerbung sollten Referenzen von zwei weiteren Personen, die mit der Arbeit des Kandidaten/der Kandidatin vertraut sind, beigefügt werden. Die Jury wird möglicherweise in der Endausscheidung des Auswahlverfahrens diese Personen kontaktieren.

Wenn Sie einfache Kopien fertiger Produkte (z. B. Buch, Artikel, Video, CD-Rom) oder Fotos von Ausstellungsstücken, Rekonstruktionen oder Restaurierungen einreichen möchten, sind diese an das Leo Baeck Institute, z. Hd. von Karen Franklin, 15 West 16th St., New York NY 10011/USA zu richten. Diese Unterlagen werden normalerweise nicht zurückgeschickt, sondern gehen in das Eigentum des ständigen Archivs des Leo Baeck Institute über. Bitte planen Sie ausreichend Zeit für den Versand ein, damit die Sendung bis 20. September eingeht.

Die Jury

Das German Jewish Community History Council Board und die Juroren/Preisrichter setzt sich aus hochgeachteten Persönlichkeiten zusammen, die Erfahrungen aus erster Hand und Kenntnis von den verschiedenen Beiträgen haben, die deutsche Bürger geleistet haben. Zu den Jury-Mitgliedern zählen: Ernst Cramer (Berlin), Karen Franklin (New York), Ernest Kallmann (Paris), Werner Loval (Jerusalem), Walter Momper (Berlin), Sara Nachama (Berlin) und Arthur Obermayer (Boston). Ihre Biographien befinden sich auf der oben angegebenen Web-Seite.

Benachrichtigung der Kandidaten

Die Kandidaten, die die Endrunde erreicht haben, werden benachrichtigt, und weitere Informationen könnten angefordert werden.

Die Preisträger werden im November 2006 benachrichtigt. Nach der Preisverleihung werden Ehrenurkunden an weitere preiswürdige Kandidaten in Anerkennung ihrer Leistungen verschickt.

Preisverleihung

Die Preisverleihung findet in einem Festakt in Berlin, im Abgeordnetenhaus, dem Sitz des Berliner Parlaments, statt. Die Preisträger erhalten eine gerahmte Ehrenurkunde und einen Geldbetrag zur weiteren Unterstützung ihrer Projekte. Reise- und Hotelkosten für die Preisträger und ihre Lebensgefährten werden übernommen. Ehrengäste aus dem öffentlichen und politischen Leben werden anwesend sein. Die Arbeiten der Preisträger werden dem anwesenden Publikum und der Presse und den Medien vorgestellt. Zusätzlich zu der Preisverleihung und dem Festakt in Berlin werden einzelne Gemeinden aufgefordert, eigene Veranstaltungen zu organisieren, um die Preisträger zu ehren.

Kontakt und Information

Alle Anfragen und Nominationen sollten möglichst per Email an germanaward@hotmail.com geschickt werden.

Falls keine Email zur Verfügung steht, schicken Sie bitte Ihre Anfragen und Nominierungen an: Obermayer Foundation, 239 Chestnut Street, Newton, MA. 02465 USA

oder an:

Herrn Lothar Funke, Referat Protokoll, Abgeordnetenhaus von Berlin, D-10111 Berlin-Mitte, Germany.

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