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Drei neue Broschüren des Abgeordnetenhauses erinnern an mutige Männer des 20. Jahrhunderts (20.12.2010)

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In der Reihe „Persönlichkeiten“ hat das Berliner Abgeordnetenhaus im Dezember drei neue Broschüren veröffentlicht, die interessierte Bürgerinnen und Bürger im Referat Öffentlichkeitsarbeit kostenfrei erhalten.

1. Bernhard Letterhaus – Zentrumspolitiker
Seit dem 22. Juni 1995 trägt ein Sitzungssaal des Berliner Abgeordnetenhauses den Namen von Bernhard Letterhaus. Mit der Namensgebung soll der Geschichtsvergessenheit im Parlamentsgebäude entgegengewirkt und zugleich der Opfer der Hitlerdiktatur gedacht werden. Neben dem Bernhard-Letterhaus-Saal im Berliner Abgeordnetenhaus erinnert in Berlin eine Bernhard-Letterhaus-Straße an den großen katholischen Parlamentarier und Arbeitsführer. In Köln ist das Kettelerhaus heute in der Bernhard-Letterhaus-Straße zu finden.

Bernhard Letterhaus war eine der wichtigsten Persönlichkeiten der katholischen Arbeiterbewegung und der katholischen Zentrumspartei während der Weimarer Republik. Als Abgeordneter des Preußischen Landtags nahm er mit klaren Worten Partei gegen die drohende nazistische Gefahr. Seine mutige Mitarbeit im Widerstand gegen die Nazi-Diktatur kostete ihn das Leben. Sein Tod war, wie sein Biograf Jürgen Aretz hervorhob, ein „unersetzbarer Verlust für das vom Nationalsozialismus befreite Deutschland“.

2. Ernst-Heilmann – SPD-Politiker- sagte im September 1930:
„...auf die Theorien der Nationalsozialisten [kommt] es überhaupt nicht an. Ihre politische Praxis ist unbegrenzte Rohheit und zügellose Verleumdung. ... Der Nationalsozialismus ist ein Rückfall in Brutalität und Barbarei.“
„Die nationalsozialistische Gefahr kann in ihrem ganzen Ausmaß nicht eindringlich genug dargestellt werden. Nur so werden wir rechtzeitig die Abwehrkräfte mobilisieren und ins Gefecht werfen können.“

Seit dem 22. Juni 1995 trägt ein Sitzungssaal des Berliner Abgeordnetenhauses den Namen von Ernst Heilmann. Mit der Namensgebung sollte, so der damalige Fraktionsvorsitzende der SPD, der „Gesichtslosigkeit im Parlamentsgebäude entgegengewirkt werden“. Zugleich sollte der „Opfer der Hitlerdiktatur gedacht“ werden. Neben dem Ernst-Heilmann-Saal im Berliner Abgeordnetenhaus erinnern in Berlin der Heilmannring in Charlottenburg und der Ernst-Heilmann-Steg über den Landwehrkanal in Kreuzberg an diesen großen Sozialdemokraten und Parlamentarier.

Auch in Chemnitz, wo Heilmann von 1909 bis 1917 als Chefredakteur der Chemnitzer „Volksstimme“ wirkte, gibt es heute eine Ernst-Heilmann-Straße und in Cottbus einen Ernst-Heilmann-Weg.

3. Die dritte Broschüre erinnert an Jürgen Fuchs.
In der Gedenkveranstaltung des Abgeordnetenhauses von Berlin am 15. Juni 2009 zum 10. Todestag des Bürgerrechtlers erinnerte Parlamentspräsident Walter Momper in seiner Rede:
„Mit dem viel zu frühen Tod von Jürgen Fuchs haben wir eine authentische Stimme verloren, die mit Beharrlichkeit aber auch Sensibilität das banale, zugleich aber auch so gefährliche menschenverachtende System der Unterdrückung und Drangsalierung im SED-Staat und seiner willfährigen Vollstrecker von der Stasi dokumentiert und demaskiert hat. Jürgen Fuchs eckte schon mit seinen frühen Texten Anfang der siebziger Jahre im vorigen Jahrhundert bei den Machthabern der DDR an und wurde kurz vor seinem akademischen Abschluss vom Studium ausgeschlossen. Er hatte es gewagt, in seinen Texten die Verhältnisse in der DDR, die Herrschaft der Bürokraten und die kleinbürgerliche Sichtweise der Mächtigen bloßzustellen. Jürgen Fuchs wurde als Konterrevolutionär und Verleumder der DDR mit einem Verbot seiner Texte belegt. Er musste als Transportarbeiter und später in einem kirchlichen Kinderheim als Pfleger arbeiten.“

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