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"Eindrücke aus Auschwitz" (22.09.2004)

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Die Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin, Martina Michels, hat die Schirmherrschaft der Ausstellung "Eindrücke aus Auschwitz" übernommen, die vom Jugendbündnis "BUNT statt BRAUN" in Köpenick gezeigt wird. Bei der Ausstellungseröffnung sagte sie am Mittwoch (22.9.) u.a.:

"Ich freue mich, heute bei der Eröffnung der Ausstellung „Eindrücke aus Auschwitz“ bei Ihnen sein zu können. Das Jugendbündnis „BUNT statt BRAUN!“ entstand im Jahr 2000, als die rechtsextreme NPD ihren Sitz in Ihren Bezirk Treptow-Köpenick verlegte. Seither haben Sie sich mit großem Engagement und einer Vielzahl von Aktionen und Aktivitäten in die Aus-einandersetzung mit den aktuellen Formen des Rechtsextremismus eingebracht.

Wie wichtig und notwendig Ihre Arbeit vor Ort ist, haben die erschreckenden Ergebnisse von NPD und DVU bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg gezeigt. Dass in Sachsen jeder 5 Erstwähler die NPD gewählt hat, verdeutlicht, dass viele der Jungwähler eine bestimmte Protesthaltung gegenüber den demokratischen Parteien zum Ausdruck bringen wollten und offenbar nicht wussten, in welcher verhängnisvollen Tradition die NPD steht.

Die Wahlergebnisse vom vergangenen Sonntag fordern daher das bürgerschaftliche Engagement der Zivilgesellschaft in besonderer Weise. Und hier kann Ihr Jugendbündnis an seine bisherigen, erfolgreichen Aktivitäten anknüpfen und seinen Beitrag zum Zurückdrängen rechtsextremistischer Tendenzen leisten.

Geschichte wiederholt sich nicht, aber alte Probleme können im neuen Gewand wieder auftreten. Von daher hat es seine tiefe Berechtigung, an die Verbrechen der Nationalsozialisten zu erinnern. Wer sich mit der Geschichte des NS-Staates und seinen Folgen befasst, wird damit konfrontiert, wohin Vorurteile und Verblendung, wohin Rassenwahn und Hass führen können. Aber man lernt auch, die Anfänge zu erkennen, jene Anfänge, denen es zu wehren gilt.

Zur heutigen Sprache der Erinnerung gehört auch die persönliche Auseinandersetzung eines jeden Einzelnen von uns mit Auschwitz. Diese Ausstellung möchte dem Betrachter die Gefühle und Gedanken der Teilnehmer der Gedenkstättenfahrt in das ehemalige KZ vermitteln, die diese beim Besuch in Auschwitz und danach begleiteten. Sie soll aber auch andere Jugendliche ansprechen und zum eigenständigen Nachdenken und Hinterfragen anregen. Ein anspruchsvolles Projekt, zu dem ich Sie schon heute beglückwünschen möchte.

Angesichts der aktuellen Entwicklung in unserem Land möchte ich Ihr Jugendbündnis ermuntern, in seinen Aktivitäten nicht nachzulassen und unbeirrt den eingeschlagenen Weg weiter zu beschreiten. Setzen Sie mit Ihrer Arbeit auch weiterhin sichtbare Zeichen gegen Gedankenlosigkeit, Wegschauen, Gleichgültigkeit und naives Nichtwissen."

(Ausstellung: Berlin-Köpenick, Rudower Straße 51)

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