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Erinnerung an einen europaweit profilierten Parlamentarier (13.03.2003)

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Zu Beginn der Plenarsitzung am Donnerstag (13.03.) würdigte Präsident Walter Momper den am 2. März verstorbenen Abgeordneten Peter Kittelmann als europaweit profilierten Politiker und engagierten Sachwalter der Interessen Berlins. Kittelmann habe wesentlichen Anteil daran gehabt, dass die europäische Idee heute weitgehend Realität geworden sei.

" Peter Kittelmann, von Haus aus Jurist, war zeitlebens ein Vollblutpolitiker. Er begann mit studentischer Politik in den 60er Jahren beim RCDS an der Freien Universität. Ab 1967 war er Bezirksverordneter in Tiergarten, dann gehörte er von März bis Juli 1971 der CDU-Fraktion des Abgeordnetenhauses von Berlin an und kehrte anschließend als Bezirksstadtrat für Gesundheit und Wirtschaft und später auch Stellvertretender Bezirksbürgermeister von Tiergarten in die Berliner Kommunalpolitik zurück. Mehr als zwanzig Jahre war er bis zu seinem Tode CDU-Kreisvorsitzender in Tiergarten und Mitte, wohl der dienstälteste Kreisvorsitzende der CDU in der Bundesrepublik. Von 1976 bis 1994 - also 18 Jahre lang - vertrat er dann Berlin im Deutschen Bundestag. Gleichzeitig war er von 1979 bis 1994 Mitglied der Parlamentarischen Versammlungen des Europarats und der Westeuropäischen Union.Von 1994 bis 1998 gehörte Peter Kittelmann dem Europäischen Parlament an. 1999 wurde er erneut in das Abgeordnetenhaus von
Berlin gewählt, dem er bis zu seinem Tod angehörte.

Mit Peter Kittelmann verliert Berlin einen europaweit profilierten Parlamentarier und engagierten Sachwalter der Interessen unserer Stadt. Wie nur wenige andere hat er auf allen parlamentarischen Ebenen, die es in Europa gibt, erfolgreich gearbeitet. Peter Kittelmann war ein leidenschaftlicher Verfechter der europäischen Idee. Er hatte wesentlichen Anteil daran, dass diese Idee heute weitgehend Realität geworden ist. Es war auch sein Erfolg, dass die Europäische Union als Gemeinschaft freier Völker nun auf Mittel-Osteuropa erweitert werden kann.

Heute vor sechs Wochen - am 30. Januar - hat er, schon von seiner schweren Krankheit gezeichnet, zum letzten Mal an einer Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses von Berlin teilgenommen. In dieser Sitzung hat er eine eindrucksvolle Rede zu seinem Thema Europa gehalten.

In dieser Debatte über "Chancen für Berlin durch die EU-Osterweiterung" sind die großen Verdienste von Peter Kittelmann parteiübergreifend gewürdigt worden. Das berührt uns heute im Rückblick in besonderer Weise. Er selbst hat sich noch einmal mit ganzer Kraft für Europa und die Ost-Erweiterung eingesetzt. Diese Rede war sein Vermächtnis an uns. Ich zitiere einige, wenige Sätze daraus.

Peter Kittelmann sagte: "Die Vision vor allen Dingen vieler junger Menschen, die darauf hoffen, dass ein integriertes gemeinsames Europa zusammen mit den neuen Beitrittsländern tatsächlich und tief im Herzen aller Menschen entsteht, muss von den verantwortlichen Politikern engagiert mitgetragen und umgesetzt werden. Das erwarten junge Menschen von uns. Jeder von uns hat die Vision für die Zukunft. Berlin muss dabei einen Schwerpunkt bilden."

Peter Kittelmann hat mit Leidenschaft Politik gemacht und mit ganzem Einsatz: Er gehörte zu denen, ohne die unsere Parteien - und der Parlamentarismus insgesamt - nicht funktionieren würden. Die die Mehrheiten und damit die Macht organisieren. Die aber auch die sind, die die Kompromisse suchen und durchsetzen. Es gehört ein großes Talent dazu, Menschen zusammenzubringen, Kompromisse durchzusetzen und innerparteiliche Mehrheiten zustande zu bringen. Peter Kittelmann hat dies innerhalb der Berliner CDU vermocht - über zwei Jahrzehnte hinweg, - eine lange Zeit - gemeinsam mit Eberhard Diepgen und Klaus Landowsky. Die drei bildeten so etwas wie eine machtpolitische Achse in der CDU und haben gemeinsam den Erfolg der CDU in der Ära Diepgen organisiert. Das ist eine große Leistung gewesen. Und politische Stabilität ist auch ein Wert - auch für unsere Stadt.

Am Dienstag haben wir von Peter Kittelmann Abschied genommen. Wir denken an ihn mit Trauer und Hochachtung."

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