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Erklärung des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper, zum 60. Jahrestag des Beginns der Berliner Luftbrücke am 26. Juni 2008 zu Beginn der Plenarsitzung (01.07.2008 bis 31.07.2008)

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- Es gilt das gesprochene Wort -

Am 24. Juni 1948 – kaum drei Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs und der Befreiung vom Hitler-Faschismus - riegelte die sowjetische Besatzungsmacht West-Berlin von den Westlichen Besatzungszonen ab: Sämtliche Zufahrtswege zu Wasser und zu Land wurden blockiert. Die Lieferung von Strom aus dem östlichen Großkraftwerk Golpa-Zschornewitz in die Westsektoren wurde angeblich wegen Kohlemangels abrupt beendet. Mehr als zwei Millionen Menschen wurden von der Versorgung abgeschnitten.
Auslöser war der anhaltende Streit der Siegermächte um die Währungsreform, die auf die Westsektoren der Stadt ausgedehnt werden sollte. Die unterschiedlichen Interessen der Siegermächte in der Mitte Europas waren allerdings schon vorher deutlich zutage getreten.

Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED und den Marshall-Plan. Vorher hatten die Sowjets bereits den Alliierten Kontrollrat und die Alliierte Kommandantura verlassen. Die West-Alliierten sollten zur Aufgabe ihrer Deutschland-Politik und zur Aufgabe des Vorpostens West-Berlin gezwungen werden. Der amerikanische Oberbefehlshaber, General Lucius D. Clay, zögerte nicht und ordnete die Errichtung einer Luftbrücke an - bereits einen Tag nach dem Beginn der Blockade.

Heute – am 26. Juni 2008 – jährt sich zum 60. Mal der Beginn dieser beispiellosen Versorgungsaktion. Durch die drei Luftkorridore der Westalliierten flogen rund 300 Flugzeuge Tag für Tag Lebensmittel, Industriegüter und Kohle nach West-Berlin – insgesamt in den elf Monaten 2,3 Millionen Tonnen. Sogar ein komplettes Kraftwerk, das Kraftwerk West, das später den Namen „Ernst Reuter“ erhielt, wurde über die Luftbrücke nach Berlin geflogen. Die US-Air Force und die britische Royal Air Force wurden dabei von französischen und kanadischen Einheiten und Fliegern aus dem Commonwealth unterstützt.

Wir danken den westalliierten Mächten, allen voran den Amerikanern und den Briten, für diese einzigartige humanitäre Hilfsleistung. Ohne die Luftbrücke, ohne den Mut der Piloten, ohne die Großzügigkeit der amerikanischen, britischen und französischen Bevölkerung, die mit ihren Steuergeldern diese Operation finanziert haben, wäre auch diese Hälfte Berlins nicht Teil der freien Welt geblieben.

Mit rund 280 000 Flügen war die Berliner Luftbrücke die größte Hilfsaktion aller Zeiten.
Zahlreiche alliierte Piloten und Flieger verunglückten und verloren ihr Leben während ihrer gefährlichen Tages- und Nachteinsätze für die notleidende West-Berliner Bevölkerung. Wir verbeugen uns vor den Opfern.

Die Luftbrücke ist weltweit zum Sinnbild des freiheitlichen Selbstbehauptungswillens geworden. Für die Entschlossenheit der West-Alliierten, West-Berlin nicht aufzugeben , waren die Berlinerinnen und Berliner ihnen dankbar. Aus den einstigen Feinden wurden Freunde und Beschützer.

Das Abgeordnetenhaus bedankt sich bei den USA, bei Großbritannien und Frankreich für diese große historische Leistung im Namen der Freiheit.

Wir werden das nie vergessen.

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