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Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern (02.04.2013)

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Ausstellung läuft bis 2. Mai 2013

Der Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin Ralf Wieland eröffnete am Donnerstag, dem 11. April 2013, um 17.00 Uhr die Wanderausstellung „Lagerbordelle. Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern“ der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück in der Wandelhalle des Abgeordnetenhauses von Berlin. Die Leiterin der Gedenkstätte Ravensbrück Dr. Insa Eschebach führte in das Thema der Ausstellung ein. Neben ihr sprachen Dr. Robert Sommer und Sabe Wunsch von Memo Art Berlin. Im Anschluss daran lud der Parlamentspräsident zu einem Rundgang durch die Ausstellung.

 

Ein Blick in die Ausstellung zur Eröffnung

Ein Blick in die Ausstellung zur Eröffnung / Foto: Abgeordnetenhaus

Häftlingsbordelle sind ein in der Geschichte der Konzentrationslager bislang wenig beachtetes Phänomen. Die weiblichen Häftlinge, die Sex-Zwangsarbeit leisten mussten, schwiegen nach 1945 ebenso über ihre Erfahrungen wie die Bordellnutzer – männliche, vor allem deutsche Häftlinge, denen die SS den Bordellbesuch im Rahmen eines Prämiensystems ermöglichte. Die ab 1942 von der SS eingerichteten Bordelle sollten als Leistungsanreiz dienen, um die Arbeitsproduktivität der Häftlinge in der Rüstungsindustrie zu steigern. Zugleich wollte die SS-Führung der von ihr gefürchteten Verbreitung der Homosexualität begegnen.

In den Jahren 1942 – 1945 leisteten mindestens 200 weibliche KZ-Häftlinge in insgesamt zehn Konzentrationslagern Sex-Zwangsarbeit. Die Mehrzahl von ihnen wurde im Frauen-KZ Ravensbrück rekrutiert.

Die Ausstellung geht auf die betroffenen Frauen ein und beleuchtet die Organisation und Funktion der Bordelle aus der Sicht der SS. Sie stellt die Häftlingsbordelle in den einzelnen Konzentrationslagern vor und fragt nach den Gründen für das jahrzehntelange Schweigen über dieses Thema nach 1945. Präsentiert werden rund 150 Dokumente und Fotos sowie Themenmappen und Hörstationen.

Die Ausstellung basiert auf einer Sonderausstellung zum gleichen Thema, die 2007 in der Gedenkstätte Ravensbrück zu sehen war und die international große Beachtung gefunden hat. 2008 Jahr konnte sie in Seoul gezeigt werden. Die Neufassung wurde zum einen um Kontextthemen erweitert und zum anderen konnten zahlreiche neue Erkenntnisse aufgenommen werden. Diese gehen auf die Forschungen des Kurators der Wanderausstellung, den Berliner Kulturwissenschaftler Robert Sommer, zurück.

Die Ausstellung des Abgeordnetenhauses von Berlin und der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück/Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten kann vom 11. April bis 2. Mai 2013 von Montag – Freitag jeweils von 9.00 – 18.00 Uhr besichtigt werden. Am 18. April ist die Ausstellung nur bis 12.00 Uhr zugänglich, am 1. Mai ist das Haus geschlossen

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