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"Mehr Ehrlichkeit im Umgang mit der Geschichte !" (01.09.2003)

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Zum 64. Jahrestag des 1. September 1939 erklärt der Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper:

"Der 1. September 1939, der sich jetzt zum 64. Mal jährt, war ein schwarzer Tag der Weltgeschichte. An diesem verhängnisvollen Tag begann der Zweite Weltkrieg.

Wenn wir heute an dieses Datum erinnern, sollten wir es mit mehr Präzision und Ehrlichkeit tun: Es genügt nicht, vom "Ausbruch" des Zweiten Weltkriegs zu sprechen. Denn dieser Krieg, der für Millionen Menschen Unheil, Leid und Tod brachte, ist nicht von selbst entstanden. Um der historischen Wahrheit und Gerechtigkeit Willen, müssen wir deutlich sagen, dass der Zweite Weltkrieg von Deutschland ausgelöst wurde: mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939.

Wie bei der Erinnerung an dieses Datum, brauchen wir generell beim Umgang mit der Geschichte mehr Ehrlichkeit.

Wer heute an die Vertreibung von Millionen Menschen aus ihrer Heimat während des Zweiten Weltkriegs erinnert, darf nicht außer acht lassen und verschweigen, dass die Vertreibung eine Folge dieses von Deutschland entfesselten Krieges war und dass das Unheil der Vertreibung Millionen Menschen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus anderen Ländern Europas zugefügt wurde. Auch wer sich mit der Teilung Deutschlands beschäftigt, die glücklicherweise der Vergangenheit angehört, muss sich daran erinnern, dass sie eine Folge des Zweiten Weltkriegs war, den unser Land - unter nationalsozialistischer Herrschaft - begonnen hatte.

Der Jahrestag des 1. September 1939 erinnert aber auch daran, dass Krieg nicht Mittel der Politik sein darf. Im Verhältnis der Völker zueinander müssen immer alle friedlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Konflikte müssen gewaltfrei gelöst werden. Unter den gegenwärtigen weltpolitischen Konstellationen bieten sich dafür mehr Chancen als je zuvor.

Für den Fall aber, dass die Völkergemeinschaft als Ganzes bedroht wird, oder dass in einem Land blutiges Chaos herrscht, müssen die Vereinten Nationen über ein gemeinsames Einschreiten entscheiden. Denn: auch wenn weltpolitische Situationen in Vergangenheit und Gegenwart nicht vergleichbar sind, - ein Krieg hat immer verheerende Folgen. Wir müssen alles dafür tun, den Frieden zu bewahren.

Der Jahrestag des 1. September 1939 ist auch ein Tag der Mahnung."

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