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"Mit ihm hatte man es nicht leicht" (18.05.2004)

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Zum Gedenken an den früheren Regierenden Bürgermeister von Berlin wurde am Dienstag (18. 5.) der Platz vor der Johanneskirche in Schlachtensee in Heinrich-Albertz-Platz umbenannt. Albertz war vom 14.12.1966 bis zu seinem Rücktritt am 26.09.1967 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 1974 bis 1979 Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Schlachtensee. An 18. Mai jährt sich sein Todestag zum 11. Mal.

Anlässlich der Namensgebung für den Platz schildern in der Mai-Ausgabe des Blatts der Kirchengemeinde Schlachtensee prominente Persönlichkeiten ihre Begegnungen mit Heinrich Albertz.

Der Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper, schrieb in seinem Beitrag:

"Mit Heinrich Albertz hatte es man nicht leicht, und auch er selbst hat sich seinen Lebensweg nicht leicht gemacht. Auch ich habe ihn nicht immer verstanden, aber ich habe ihn in späteren Jahren als authentische Persönlichkeit sehr geschätzt.

Selten hat sich ein Politiker im Lauf der Jahre - glaubwürdig! - so gewandelt: der kompromisslose Verfechter von Ordnung und Sicherheit wurde zum Kritiker alles Etablierten, der schließlich in Frage stellte, wofür er einst gestritten hatte. Der Saulus wurde zum Paulus. Er stellte sich in die Reihen jener junger Menschen, die gegen das verkrustete Establishment, für Veränderung demonstrierten.

Auch der Politiker Albertz war stets ein Kirchenmann, und er ist es immer geblieben. Seine Maßstäbe waren Gewissen und Glaube. Auch deshalb hatte er es schwer mit sich selbst und anderen.

Stark beeindruckt hat mich Heinrich Albertz auch, als er sich im Jahre 1975 den Anarchisten der "Gruppe 2. Juni" als Geisel zur Verfügung stellte und fünf freigepresste Terroristen auf den Flug nach Aden begleitete, um das Leben des entführten Berliner Politikers Peter Lorenz zu retten.

Gerade so kantige, eigenwillige und selbstkritische Persönlichkeiten wie Heinrich Albertz sollten in Berlin nicht vergessen werden. Ich finde es gut und wichtig, dass nun ein Platz in unserer Stadt an ihn erinnert."

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