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Parlament ehrt Inge Deutschkron mit Louise-Schroeder-Medaille (19.03.2008)

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Festakt am 17. April 2008 um 17.00 Uhr im Abgeordnetenhaus

In diesem Jahr wird Inge Deutschkron mit der Louise-Schroeder-Medaille ausgezeichnet. In einer Feierstunde am 17. April 2008 um 17.00 Uhr im Festsaal des Abgeordnetenhauses von Berlin wird ihr die Medaille von Parlamentspräsident Walter Momper überreicht werden.

Das Präsidium des Abgeordnetenhauses folgte mit seinem einhelligen Beschluss dem Vorschlag des Kuratoriums "Louise-Schroeder-Medaille", dessen Vorsitzende die frühere Berliner Bürgermeisterin Ingrid Stahmer ist.

"Ich freue mich", sagt Parlamentspräsident Walter Momper, "dass die Louise-Schroeder-Medaille 2008 an Inge Deutschkron verliehen wird. Sie konnte als junges Mädchen auf abenteuerliche Weise den Nazi-Schergen entrinnen. Später, als Journalistin, hat sie als Brückenbauerin zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Israel beigetragen. Als Laudator ist niemand geeigneter als Volker Ludwig, der Leiter des Berliner Grips-Theaters: Durch sein Theaterstück "Ab morgen heißt Du Sarah" hat er ihre außergewöhnliche Lebensgeschichte einer breiten Öffentlichkeit bekannt und anschaulich gemacht."

Inge Deutschkron wurde 1922 in Finsterwalde geboren und wuchs in Berlin auf. 1933 begann für ihre Eltern, Sozialdemokraten jüdischer Abstammung, und sie die Zeit der Diskriminierung und Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Dem Vater - aus dem Staatsdienst entlassen – gelang 1939 die Flucht nach England. Für Inge Deutschkron war die Blindenwerkstatt von Otto Weidt in Berlin-Mitte von 1941 bis 1943 Zufluchtsort. 1943 entgingen Inge Deutschkron und ihre Mutter der Deportation und tauchten bei nichtjüdischen Freunden unter. Nach ihrem Studium arbeitete Inge Deutschkron als Journalistin. 1966 erhielt sie die israelische Staatsangehörigkeit und lebt seit 1972 abwechselnd in Israel und Deutschland. 1994 wurde sie mit dem Moses-Mendelssohn-Preis ausgezeichnet und 2007 mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis für ihr Lebenswerk.

Der Präsident des Abgeordnetenhauses verleiht die Medaille jährlich einer Persönlichkeit oder Institution, die dem politischen und persönlichen Vermächtnis Louise Schroeders in hervorragender Weise Rechnung trägt.

Der Name Louise Schroeder ist untrennbar mit dem Einsatz für Demokratie, für die Teilhabe von Frauen an der Politik und für das Engagement gegen Ungerechtigkeit und Machtmissbrauch verbunden. Louise Schroeder (2.4.1887 - 4.6.1957) war seit 1919 Parlamentarierin und von Mai 1947 bis Dezember 1948 Oberbürgermeisterin von Berlin. Sie hat sich bleibende Verdienste um die Stadt erworben und mit ihrer mutigen Amtsführung zur Linderung der großen Not im Nachkriegs-Berlin beigetragen. Louise Schroeder hat sich zeitlebens durch unermüdliches soziales Engagement und durch das Eintreten für die Gleichstellung von Frauen ausgezeichnet.

Die bisherigen Preisträgerinnen der Medaille sind Prof. Carola Stern, Dr. Hanna-Renate Laurien, der Verein "südost Europa Kultur e. V.", Daniela Dahn, Dr. Ella Barowsky, die RBB-Redaktion "Zeitpunkte", Prof. Dr. Jutta Limbach, Dr. Gisela Albrecht und Barbara John.

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