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Parlamentspräsident Momper: 13. August muss auch künftig ein Tag des Nachdenkens sein (13.08.2003)

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Zum 42. Jahrestag des 13. August 1961, des Tags des Mauerbaus, erklärte der Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper: "Die Erinnerung an den 13. August 1961, den Tag des Mauerbaus, muss lebendig bleiben, - auch wenn dieses Datum für die Jüngeren unter uns längst Geschichte ist. In unserem Land, das in so erfreulichem Umfang bereits wieder zusammengewachsen ist, sollte dieser Jahrestag zumindest ein Anlass zum Nachdenken sein.

Der Bau der Mauer hat alle Berlinerinnen und Berliner damals so hart getroffen, wie nur wenige Ereignisse zuvor. Die Mauer diente dem Machterhalt eines Staates, den die große Mehrheit seiner Bürgerinnen und Bürger nicht wollte. Dieses Bauwerk, an dem von östlicher Seite auf alle geschossen wurde, die die DDR und Ost-Berlin verlassen wollten, - dieses Bauwerk wurde zum Symbol einer menschenverachtenden Politik. Spätestens am 13. August 1961 musste selbst denjenigen, die zuvor vielleicht noch Hoffnungen auf den angeblichen "Sozialismus" der DDR gesetzt hatten, der wahre Charakter des Systems deutlich werden.
In den 28 Mauer-Jahren, die dann folgten, arrangierten sich die meisten Menschen in der DDR zwar mit der Situation, doch Terror und Unfreiheit blieben, bis schließlich 1989 die Mauer geöffnet wurde.

Vor diesem Hintergrund ist die DDR-Nostalgie, die heute sichtbar wird, wenig verständlich. Wer damals im Westen gelebt hat, sollte bei der Beurteilung der Lebensumstände in der ehemaligen DDR zurückhaltend und sachlich sein, und niemand hat das Recht, die Lebensleistung der Menschen in der DDR klein zu reden. Aber man sollte sich - um der historischen Wahrheit willen - davor hüten, im Nachhinein die Verhältnisse mit verklärtem Blick zu sehen. Auch künftig wird bei allen, die sich mit der DDR beschäftigen, der Blick zuerst auf die Mauer fallen.

Sie war nie zu rechtfertigen, und sie ist auch mit Nostalgie nicht nachträglich schön zu reden. Der Jahrestag des 13. August
erinnert daran. Nun aber geht es um Gegenwart und Zukunft: Die Gemeinsamkeit, an der uns die Mauer damals so lange hinderte, ist jetzt unsere große Chance. Den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen stellen wir uns gemeinsam. Und dabei werden wir und nicht auseinanderdividieren lassen."

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