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"Tiefe Sorge um den Frieden in der Welt" (05.08.2005)

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Als Repräsentant Berlins sprach der Präsident des Abgeordnetenhauses, Walter Momper, am Freitag (5. August 2005) in Hiroshima vor den Delegierten der 6. Weltkonferenz der internationalen Vereinigung "Mayors for Peace" (Bürgermeister für den Frieden), die anlässlich des 60. Jahrestages des Abwurfs der Atombombe auf Hiroshima (6. August 1945) stattfand.

Parlamentspräsident Walter Momper sagte u.a.:

"Mit der Teilnahme an dieser Veranstaltung, die für die ganze Welt von großer Bedeutung ist, bekundet die deutsche Hauptstadt Berlin ihre tiefe Verbundenheit und Solidarität mit den Menschen in Hiroshima und Nagasaki. Es erfüllt mich als früheren Regierenden Bürgermeister von Berlin und heutigen Präsidenten des Berliner Landesparlaments mit tiefer innerer Bewegung, in der Stadt zu sein, die im Zweiten Weltkrieg von unermesslichem Leid heimgesucht wurde und heute in aller Welt das mahnende Symbol der Hoffnung auf einen sicheren und dauerhaften Frieden ist.

Wir haben nicht vergessen, dass der Zweite Weltkrieg von den Nationalsozialisten in Berlin geplant und entfesselt wurde und dass die Atombomben-Abwürfe in Hiroshima und Nagasaki ein Teil und die Folge eben dieses Krieges waren. Das unsägliche Leid, von dem unsere Mitmenschen in Japan damals betroffen waren, hat auch uns Deutsche tief erschüttert.

Heute teilt Berlin, das ebenso wie Warschau und Stalingrad zu den am schwersten vom Krieg getroffenen Städten in Europa gehörte, die tiefe Sorge um den Frieden in der Welt. Auch wir sehen die große Gefahr eines nuklearen Terrorismus, eines tragischen Unfalls oder einer militärischen Fehlkalkulation. Wir sehen die Gefahr, dass sich der internationale Terrorismus oder einige Schwellenstaaten der Nuklearwaffen - oder des Know-how zu ihrer Herstellung - bemächtigen und sie in regionalen Konflikten einsetzen könnten. Es ist zu befürchten, dass diese gefährliche Entwicklung schon weiter fortgeschritten ist, als wir wissen.

Der Atomwaffen-Sperrvertrag wird in den nächsten Jahren noch an Bedeutung hinzugewinnen und zu den Fundamenten der internationalen Politik gehören. Alle Völker, die sich zum Frieden bekennen - und das ist glücklicherweise die Mehrheit - müssen gemeinsam Wege und Mittel finden, die Weitergabe nuklearen Materials und seinen Missbrauch für kriegerische Zwecke zu unterbinden. Atomwaffen müssen geächtet, reduziert und vernichtet werden.

Forderungen und Willensbekundungen allein können dies sicherlich nicht bewirken. Aber: mit Solidarität, Entschlossenheit und einem gemeinsamen Willen hat die Völkergemeinschaft in der Vergangenheit schon vieles erreicht. Wenn wir zusammenstehen für den Frieden und gegen die Bedrohung durch Nuklearwaffen, dann wird der Frieden in der Welt sicherer sein. Deshalb unterstützt Berlin das Wirken von "Mayors for Peace",

- im Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki,
- in Solidarität mit den Überlebenden und
- mit dem Blick in die Zukunft und auf den Frieden in der Welt.

Es wird unser aller Aufgabe und Verpflichtung bleiben, dafür zu arbeiten, dass überall in der Welt Konflikte friedlich beigelegt werden. Berlin ist dabei, wenn es darum geht, sich für den Frieden zu engagieren. In diesem Sinne wünsche ich 'Mayors for Peace' Glück und Erfolg."

Berlin war während der Amtszeit Walter Mompers als Regierender Bürgermeister (März 1989 bis Januar 1991) der Initiative "Mayors for Peace" beigetreten. Weltweit gehören den "Mayors for Peace" jetzt fast 700 Städte und Gemeinden an, darunter 170 in Deutschland. Unter Führung des Bürgermeisters von Hiroshima, Tadatoshi Akiba, setzen sich die Bürgermeister für die Ächtung und Vernichtung aller Atomwaffen ein. Als Ziel haben sie "Atomwaffenfrei bis 2020" proklamiert.

Seit seiner Zeit als Regierender Bürgermeister von Berlin unterhält Walter Momper engen Kontakt zu "Mayors for Peace". Erst vor wenigen Monaten, im Januar 2005, hatte er Bürgermeister Tadatoshi Akiba und den Präsidenten des Stadtparlaments von Hiroshima, Tadamasa Asao, im Abgeordnetenhaus zu einem Gespräch empfangen.

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