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Trauer um Helmut Schmidt (10.11.2015)

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Michael Müller und Ralf Wieland am Kondolenzbuch für Helmut Schmidt / Foto: Thomas Platow, Landesarchiv Berlin

Am Dienstag (10. November 2015) starb der Altkanzler und Berliner Ehrenbürger Helmut Schmidt. Zum Tode von Helmut Schmidt erklärt Parlamentspräsident Ralf Wieland:

„Helmut Schmidt hatte ein erfülltes Leben, das in erster Linie ein politisches Leben war. Er war ein homo politicus mit Leib und Seele und ganzem Herzen. Sein Denken und Handeln richtete sich nach der persönlichen Maxime: Das Machbare machen statt unrealistische Wunschvorstellungen propagieren.

Als Helmut Schmidt als junger Mann nach Kriegsende in seiner Heimatstadt Hamburg in die Politik ging, da wollte er als Sozialdemokrat die junge bundesdeutsche Demokratie mit aufbauen. Er begriff die deutsche Geschichte seit 1918 als eine Geschichte von drei Zusammenbrüchen: 1918, 1933 und 1945 mit der Folge der Teilung der deutschen Nation. Seine politischen Ziele waren klar: In Deutschland dürfe es für die Menschen keine Zusammenbrüche mehr geben. Es ging vielmehr darum, eine soziale und demokratisch stabile Verfassung nach innen und Frieden nach außen zu organisieren. Und es ging natürlich auch darum, die deutsche Wiedervereinigung zu erreichen. Man kann sagen: Alle Ziele wurden erreicht, auch durch das jahrzehntelange Zutun von Helmut Schmidt.

Der Kanzler Helmut Schmidt trat 1974 ein schweres Erbe an: Wirtschaftskrise, Ölkrise, zunehmende Arbeitslosigkeit, der RAF-Terrorismus drückten die Stimmung im Land. Es war seiner politischen Umsicht zu verdanken, dass diese Krisen bewältigt werden konnten.

Helmut Schmidt galt als ein ‚Macher‘. Aber er war ebenso ein Denker, der sein Handeln stets auch philosophisch begründen konnte. Markige Versprechen waren nie seine Angelegenheit, vielmehr liebte er das Abwägen und Argumentieren, um so zu einer Position zu kommen. Damit erreichte er das Vertrauen der Menschen, die ihn bis heute als ihren politischen Lehrer ansehen. Wenn Helmut Schmidt als elder statesman sprach, dann hörten alle gebannt zu.

Helmut Schmidt hat sich immer zu unserer Stadt als deutscher Hauptstadt bekannt. Und er hat sich dafür ausgesprochen, Berlin wirtschaftlich zu unterstützen, nicht alleine zu lassen.

Ein großer Staatsmann hat uns nun verlassen. Seine Wegweisungen und sein Rat werden uns fehlen.“


Berlinerinnen und Berliner sowie Gäste der Stadt haben bis einschließlich Dienstag, 17. November 2015, – mit Ausnahme des Wochenendes – jeweils zwischen 9.00 und 18.00 Uhr Gelegenheit, den Berliner Ehrenbürger Helmut Schmidt mit einem Eintrag in das Kondolenzbuch zu würdigen. Das Kondolenzbuch liegt am Eingang zum Wappensaal im Berliner Rathaus aus.



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