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Verleihung der Louise-Schroeder-Medaille 2013 an Jenny de la Torre (19.04.2013)

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Barbara John hielt die Laudatio

Die Ärztin für obdachlose Menschen Dr. Jenny de la Torre, die in Berlin praktiziert, erhält die Louise-Schroeder-Medaille im Jahr 2013. Auf Vorschlag des Kuratoriums „Louise-Schroeder-Medaille“ unter dem Vorsitz von Senatorin a.D. Ingrid Stahmer hat dies das Präsidium des Abgeordnetenhauses beschlossen. Parlamentspräsident Ralf Wieland hat Frau Dr. Jenny de la Torre die Medaille am Dienstag, dem 30. April 2013, um 17.30 Uhr im Rahmen einer Feierstunde im Abgeordnetenhaus verliehen. Die Laudatio auf die Preisträgerin hielt die einstige Berliner Ausländer-Beauftragte Barbara John.

Präsident Ralf Wieland übergibt die Louise-Schroeder Medaille an Dr. Jenny de la Torre

Präsident Ralf Wieland übergibt die Louise-Schroeder Medaille an Dr. Jenny de la Torre / Foto: Abgeordnetenhaus

Der Präsident des Abgeordnetenhauses verleiht die Medaille jährlich einer Persönlichkeit oder einer Institution, die dem politischen und persönlichen Vermächtnis Louise Schroeders in hervorragender Weise Rechnung trägt. Louise Schroeder (02.04.1887 bis 04.06.1957) hat sich zeitlebens durch unermüdliches soziales Engagement und durch das Eintreten für die Gleichstellung von Frauen ausgezeichnet. Ihr Name ist untrennbar mit dem Einsatz für Demokratie, für die Teilhabe von Frauen an der Politik und für das Engagement gegen Ungerechtigkeit und Machtmissbrauch verbunden. Seit 1919 war sie Parlamentarierin und von Mai 1947 bis Dezember 1948 Oberbürgermeisterin von Berlin. Sie hat sich bleibende Verdienste um die Stadt erworben und mit ihrer mutigen Amtsführung zur Linderung der großen Not im Nachkriegsberlin beigetragen.

Zur Begründung der Preisverleihung führt das Kuratorium unter anderem aus:

„Die Ärztin und Gründerin eines Gesundheitszentrums für Obdachlose, Frau Dr. Jenny de la Torre, trägt dem politischen, sozialen und persönlichen Vermächtnis Louise Schroeders in besonderer Weise Rechnung. Durch ihr außergewöhnliches Engagement für wohnungslose Frauen und Männer in Berlin und weit darüber hinaus macht sie sich jeden Tag um Demokratie, Frieden, soziale Gerechtigkeit und die Gleichstellung von Frauen und Männern verdient und trägt dazu bei, dass die Schwächsten in unserer Gesellschaft nicht aus dem Blick geraten, sondern aktive Hilfe und eine Perspektive bekommen. (…)

Die Versorgung und Betreuung von Frauen und Männern mit vielfältigen Krankheiten, die mit dem Leben auf der Straße in direktem Zusammenhang stehen, waren und sind ihr Alltag. In dem von Frau Dr. de la Torre gegründeten und am 6. September 2006 eröffneten Gesundheitszentrum für Obdachlose in der Pflugstraße 12 in Berlin-Mitte bekommen wohnungslose Frauen und Männer eine Gesundheitsversorgung, die ihnen sonst verwehrt bliebe. Diese Versorgung ist niedrigschwellig und erfolgt ohne Ansehen der Person und der Umstände. Sie ist davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft nur dann in Frieden leben und sich als Demokratie entfalten kann, wenn auch die Schwächsten ihre Würde behalten und ihnen geholfen wird, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Diese Überzeugung ist das leitende Motiv der Arbeit von Frau Dr. Jenny de la Torre und dies war auch Grundlage des sozialpolitischen Engagements Louise Schroeders.

Mit der ärztlichen Versorgung wohnungsloser Menschen leistet Frau Dr. Jenny de la Torre einen ganz wesentlichen Beitrag für soziale Gerechtigkeit in Berlin. Mit der von ihr im Dezember 2002 gegründeten Jenny de la Torre-Stiftung, deren Vorsitzende sie ist, ist es ihr gelungen, die Finanzierung des Gebäudes des Gesundheitszentrums zu sichern. Dort werden wohnungslose Frauen und Männer nicht nur ärztlich behandelt, sie erhalten auch Kleidung und Essen und können psychologische und juristische Beratung erhalten. Der Ausbau des Gesundheitszentrums mit Arztpraxis, Zahn- und Augenheilkunde, Waschräumen, Kleiderkammer und Suppenküche erfolgte mit Spenden. Das Gesundheitszentrum mit diesem Spektrum konkreter Hilfsangebote für wohnungslose Frauen und Männer ist bundesweit einzigartig. Frau Dr. de la Torre sagt über dieses Haus, dass es den wohnungslosen Menschen gehöre und verdeutlicht damit das Verständnis, das sie von ihrer Arbeit hat. Es ist ein Verständnis von sozialer Gerechtigkeit, das ganz im Sinne des Lebens und Wirkens Louise Schroeders ist. Soziale Gerechtigkeit nicht nur im Sinne von Fürsorge, sondern als stetige Arbeit daran, allen Menschen in unserer Gesellschaft die gleichen Chancen zu geben und sie zu unterstützen, sofern sie Hilfe benötigen. Die Stiftung von Frau Dr. de la Torre leistet hierzu einen ganz wesentlichen Beitrag. (…)

Jenny de la Torre gehört wie die Namensgeberin der Louise-Schroeder-Medaille zu jenen tatkräftigen und engagierten Frauen, ohne die die Stadt Berlin und unser Gemeinwesen sehr viel ärmer wären. In ihrem unermüdlichen Engagement steht sie in bester Nachfolge von Louise Schroeder und ist Vorbild für die jüngeren Generationen.“

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