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Verleihung der Louise-Schroeder-Medaille (17.04.2012)

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Dr. Christine Bergmann erhielt die Louise-Schroeder-Medaille 2012/ Laudatio: rbb-Intendantin Dagmar Reim

Dies hat das Präsidium des Abgeordnetenhauses einvernehmlich beschlossen und folgte damit dem Vorschlag des Kuratoriums „Louise-Schroeder-Medaille“, dessen Vorsitzende die frühere Berliner Bürgermeisterin Ingrid Stahmer ist. Die Medaille wurde Frau Dr. Bergmann von Parlamentspräsident Ralf Wieland in einer Feierstunde am Dienstag, dem 17. April 2012, 18.00 Uhr, im Abgeordnetenhaus von Berlin überreicht.

Der Präsident des Abgeordnetenhauses verleiht die Medaille jährlich einer Persönlichkeit oder einer Institution, die dem politischen und persönlichen Vermächtnis Louise Schroeders in hervorragender Weise Rechnung trägt. Louise Schroeder (02.04.1887 bis 04.06.1957) hat sich zeitlebens durch unermüdliches soziales Engagement und durch das Eintreten für die Gleichstellung von Frauen ausgezeichnet. Ihr Name ist untrennbar mit dem Einsatz für Demokratie, für die Teilhabe von Frauen an der Politik und für das Engagement gegen Ungerechtigkeit und Machtmissbrauch verbunden. Seit 1919 war sie Parlamentarierin und von Mai 1947 bis Dezember 1948 Oberbürgermeisterin von Berlin. Sie hat sich bleibende Verdienste um die Stadt erworben und mit ihrer mutigen Amtsführung zur Linderung der großen Not im Nachkriegsberlin beigetragen.

Mit Frau Dr. Bergmann wurde eine Frau geehrt, die unmittelbar nach der friedlichen Revolution 1989 politische Verantwortung übernommen hat, als sie im Mai 1990 zur Präsidentin der neuen, in freien Wahlen gewählten Stadtverordnetenversammlung von Ostberlin gewählt wurde und im gleichen Jahr auch stellvertretende Landesvorsitzende der Berliner SPD wurde, die sich aus Ost und West vereinigt hatte. In diesen Funktionen wie auch später als Bürgermeisterin von Berlin und Senatorin für Arbeit, Berufliche Bildung und Frauen sowie ab 1998 als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend setzte sich Frau Dr. Bergmann mit großem Engagement und Nachdruck für die demokratische Umgestaltung der politischen Strukturen nach der Wiedervereinigung und das Zusammenwachsen der geteilten Hälften Berlins, für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen und ganz allgemein für Chancengleichheit ein. Dabei brachte sie die Erfahrungen mit positiv erlebten Lebensbedingungen für Familien und Frauen in der DDR als eigenen Beitrag in die neue Bundesrepublik konstruktiv ein. Sie setzte sich für die Verankerung von Prinzipien der Gleichstellung auch in der privaten Wirtschaft ein und schuf Anreize zur stärkeren Integration von Vätern in die Familienarbeit durch die Neuregelungen des Elternzeitgesetzes. Ein weiterer Schwerpunkt ihres Engagements war die Entwicklung von Programmen gegen häusliche Gewalt bzw. Gewalt gegen Frauen.

Frau Dr. Bergmann zeichnete sich immer durch ihr sehr persönliches Engagement aus. Sie unterstützte die von ihr für wichtig erkannten Projekte nicht nur politisch, sondern machte Mut weit über das Maß der ministeriellen Funktionen hinaus. In Berlin wurde sie durch diese besondere Fähigkeit zu einer außerordentlich wichtigen Stütze der Verständigung zwischen dem Ost- und dem Westteil der Stadt.

Die vollständige Übersicht der bisherigen Preisträger und Preisträgerinnen sowie weitere Informationen über das Kuratorium „Louise-Schroeder-Medaille“ und die Reden bei der Preisverleihung finden Sie als Link auf der rechten Seite.

Preisträgerin Frau Dr. Christine Bergmann. Quelle: Platow/Landesarchiv Berlin

Laudatorin Frau Dagmar Reim. Quelle: Platow/Landesarchiv Berlin

Ralf Wieland bei der Übergabe der Louise-Schroeder-Medaille. Quelle: Platow/Landesarchiv Berlin

Quelle: Platow/Landesarchiv Berlin

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