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Vizepräsidentin Martina Michels begrüßte hochrangige Gäste im Abgeordnetenhaus (23.08.2002)

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Vizepräsidentin Martina Michels begrüßte am Freitag, dem 23. August 2002, in Namen des Abgeordnetenhauses von Berlin hochrangige Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur: Ausnahmslos Frauen! Die Überparteiliche Fraueninitiative Berlin - Stadt der Frauen tagte im Parlamentsgebäude zu dem Thema "Gleichberechtigung - Verfassung und Verfassungswirklichkeit in Deutschland". Gäste waren u.a. Jutta Limbach, Christine Bergmann, Rita Süssmuth und Sabine Leutheusser-Scharrenberger.

In ihrem Grußwort sagte Vizepräsidentin Martina Michels u.a.:
"Es ist mir eine große Ehre, Sie heute hier im Festsaal des Abgeordnetenhauses von Berlin begrüßen zu dürfen. Gleichzeitig freue ich mich, die Gelegenheit zu haben, der Überparteilichen Fraueninitiative Berlin - Stadt der Frauen zu Ihrem erfolgreichen 10jährigen Bestehen zu gratulieren. Dieses Jubiläum kennzeichnet einen Weg, auf dem sich engagierte Frauen aus Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens unserer Stadt, unabhängig von parteilichen und sonstigen Zwängen, erfolgreich für die Gleichstellung von Frauen und Männern einsetzen.

Wir leben in einer Zeit, in der die Gleichheit von Frau und Mann gesetzlich geregelt ist und befinden uns nach Meinung der Zukunftsforscher am Anfang des sogenannten Jahrhundert der Frauen. Nachdem in der Vergangenheit männliches Denken und Handeln zum Maß erhoben und stark überbewertet wurde, rücken am Ende des Industriezeitalters weibliche Fähig- und Fertigkeiten wie Einfühlungsvermögen, Intuition, Emotion und Verhandlungsgeschick immer mehr in den Vordergrund. Im Zuge der Globalisierung werden von jedem Einzelnen ein hohes Maß an Flexibilität, Selbstorganisation und Selbstverantwort abverlangt. Dies alles entspricht den Stärken und Neigungen von Frauen und stellt Kompetenzen dar, die sie in ihrer Multibeschäftigung zwischen Haushalt und Firma bereits eingeübt haben und die ihnen den Berufseinstieg, aber auch den Einstieg in Führungspositionen erleichtern.

Damit stellt sich jedoch die Frage, ob eine derartige Initiative heutzutage überhaupt noch von Nöten ist. Ich denke, diese Frage ist zweifellos zu bejahen, denn bei näherer Betrachtung der gesellschaftlichen Gegebeneheiten lässt sich feststellen, dass sich jene Gleichheit in der Praxis noch immer nicht durchgesetzt hat. So werden Frauen auf dem Arbeitsmarkt bis heute benachteilig, und Position, Einkommen und Berufsaussichten klaffen trotz gleicher, oft sogar höherer Qualifikation und Bildung weit auseinander und werden durch die Verbindung von Familie und Haushalt zusätzlich belastet. Eine wirkliche Gleichberechtigung entsteht nicht automatisch durch Erarbeitung und Verabschiedung der dazu notwendigen Gesetze sondern erfordert spezifische Maßnahmen unter Mitwirkung aller gesellschaftlichen Kräfte. Seit der Weltfrauenkonferenz in Peking und der EU-Richtlinie zum Gender
Mainstreaming beschreiten Frauen und hoffentlich auch Männer einen neuen Weg. Neben den bisherigen Formen der Förderung von Frauen stehen wir endlich am Beginn, politisches und Verwaltungshandeln grundsätzlich auf seine Auswirkungen auf die Geschlechter zu untersuchen. An dieser Stelle seien die Bemühungen der vielen Frauen in der Vergangenheit zu erwähnen, die die Grundlagen für unsere, im internationalen Vergleich fortschrittliche Stellung der Frau in der Gesellschaft geschaffen haben.

Wie schwerfällig und zäh die konsequente Durchsetzung von frauenpolitischem Denken, und vor allem Handeln, war und immer noch ist, haben viele von Ihnen, die heute hier versammelt sind, selbst erlebt. Wir brauchen auch gar nicht allzu weit zu schauen, um noch bestehende Unzulänglichkeiten zu entdecken. In diesem Hause, in dem wir uns heute befinden, tagt das Berliner Parlament. Ein Blick in die Reihen des Plenums zeigt, wie unterschiedlich die Frauenquote bei den einzelnen Fraktionen bewertet wird. Als Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses sehe ich mich geradezu in der Pflicht, auf den Zustand der m.E. mangelhaften Vertretung von Frauen in unserem Parlament (und das trifft gleichermaßen auf den Senat zu) aufmerksam zu machen. Hier liegen die Aufgaben gewissermaßen vor der eigenen Haustür.

Ich möchte heute natürlich vor allem an diejenigen Parlamentarierinnen und Frauen innerhalb des Abgeordnetenhauses von Berlin erinnern, die diese Anstrengungen seit vielen Jahrzehnten auf politischer Ebene verfolgen, um die soziale Gerechtigkeit und die Gleichstellung von Frau und Mann weiter voranzutreiben. Ich selbst habe vor einem Jahrzehnt die Entstehung der Überparteilichen Fraueninitiative verfolgen und begleiten können und kann den Wert dieser gemeinsamen Arbeit über Grenzen der Parteien und Fraktionen hinaus daher selbst gut einschätzen. Hervorzuheben sind vor allem die Kooperation der ÜPFI (wie sie inzwischen liebevoll genannt wird) mit Nichtregierungskommissionen und ausserparlamentarischen Initiativen. Für die geleistete Arbeit gilt allen engagierten Frauen von der Stelle aus der Dank auch im Namen der Mitgliede des Berliner Abgeordnetenhauses ......"

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