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Begrüßung anlässlich des Empfangs für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge - LV Berlin -

12.04.2010 15:00, Abgeordnetenhaus, Festsaal

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Walter Momper
12.04.2010, Abgeordnetenhaus, Festsaal

am Montag, dem 12. April 2010, 15.00 Uhr, Festsaal

- Es gilt das gesprochene Wort -

Anrede,

vor 60 Jahren also 1950 wurde der Landesverband Berlin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge - zunächst nur in West-Berlin – gegründet. Da lag das Ende des Zweiten Weltkrieges nur fünf Jahre zurück. Die Erinnerung an diese zweite furchtbare Katastrophe im 20. Jahrhundert war noch lebendig, der Schmerz und die persönliche Betroffenheit von Millionen von Menschen groß. Viele trauerten um ihre Angehörigen und Freunde, um die vielen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und des entsetzlichen Krieges.

Die Männer und Frauen der ersten Stunde des Volksbundes in Berlin wollten an die Arbeit des Volksbundes während der Weimarer Republik anknüpfen. Es war eine große Aufgabe für eine würdige Ausgestaltung der Ruhestätten der Kriegstoten zu sorgen, das Gedenken an die Opfer der Kriege lebendig zu erhalten und die Angehörigen der gefallenen Soldaten und Opfer zu betreuen.

Zu den Gründungsmüttern und -vätern gehörten Louise Schroeder, Ernst Reuter, Walter Schreiber, Otto Suhr, Otto Theuner, Paul Ronge und Bischof Otto Diebelius.

Im Laufe der Jahre trug der Berliner Landesverband aktiv mit dazu bei, dass in Berlin Kriegsgräberanlagen und Gedenkstätten eingerichtet wurden. Heute sind in Berlin in über 220 Kriegsgräberanlagen gefallene Soldaten der beiden Weltkriege aus Deutschland, Großbritannien, Italien und Russland und die Opfer der Gewaltherrschaft bestattet.

Ab 1960 übernahm der Berliner Landesverband auch die Organisation von Jugendfahrten zu Soldatenfriedhöfen im Ausland, wo junge Berlinerinnen und Berliner - gemeinsam mit Jugendlichen aus anderen Nationen Grabanlagen instand setzen und pflegen konnten und so eine aktive Friedensarbeit leisten konnten.

Anrede,

die Jugendarbeit des Volksbundes stellte von Beginn an einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung mit unseren Nachbarn in ganz Europa dar, die heute unsere Freunde und Partner in einem zusammenwachsenden Europa sind.

Neben den zahlreichen weiteren Aufgaben des Volksbundes übernimmt der Volksbund natürlich auch die Ausgestaltung der alljährlichen Gedenkfeiern zum Volkstrauertag. Als Schirmherr des Berliner Landesverbandes freut es mich ganz besonders, dass seit 1992 auch die zentrale Gedenkfeier zum Volkstrauertag wieder in Berlin stattfindet.

Anrede,

wir sind heute nicht nur aus Anlass des 60. Jahrestages der Gründung des Berliner Landesverbandes zusammengekommen. Es gilt auch in diesem Jahr, den langjährigen Mitgliedern und Förderern zu danken und die besten Spendensammler des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auszuzeichnen. Sie, meine Damen und Herren, tragen mit Ihrem Engagement dazu bei, die Erinnerung an die gefallenen Soldaten und getöteten Zivilisten, an die Opfer der beiden Weltkriege, die Gefangenen, Deportierten, Vertriebenen und Verfolgten wach zu halten.

Anrede,

Sie sind es, die mit Ihrem persönlichen Engagement der jungen Generation ein Vorbild geben. Ihr unermüdlicher Einsatz macht deutlich, dass wir alle uns unserer Geschichte stellen und die richtigen Konsequenzen für die Gegenwart und Zukunft ziehen. Wer vergisst, der steht in der Gefahr, in alte Irrtümer zu verfallen.

Gerade vor dem Hintergrund manch aktueller kleinmütiger Kritik am Zustand der Europäischen Union und dem erneuten Aufkeimen nationaler Egoismen sollten wir uns an den denkwürdigen Satz von Jean-Claude Junker erinnern, den er im Plenarsaal des Deutschen Bundestages während seiner Gedenkrede zum Volkstrauertag 2008 formulierte:

„Wer an Europa zweifelt, wer an Europa verzweifelt, der sollte Soldatenfriedhöfe besuchen. Nirgendwo besser, nirgendwo eindringlicher, nirgendwo bewegender ist zu spüren was das europäische Gegeneinander an Schlimmstem bewirken kann.“

Dieser Satz ist für uns Auftrag und Mahnung zugleich.

Deshalb ist es mir heute ein besonderes Anliegen Ihnen allen, den Angehörigen der Bundeswehr, des Reservistenverbandes in Berlin und den anderen Sammlern - auch im Namen des Abgeordnetenhauses - für Ihre Arbeit meinen herzlichen Dank aussprechen. Sie sind es, die mit Ihrem Einsatz immer wieder dafür sorgen, dass diese Friedensarbeit in Gegenwart und Zukunft geleistet werden kann.

Dem Landesverband Berlin des Volksbundes danke ich für die jahrzehntelange erfolgreiche Arbeit und wünsche ihm für die zukünftige Arbeit weiterhin eine glückliche Hand. Ich würde mich freuen, Sie auch im nächsten Jahr wieder im Abgeordnetenhaus von Berlin begrüßen zu können.

Nochmals herzlich willkommen!

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