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Begrüßung des Präsidenten des Abgeordnetenhauses Ralf Wieland anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "NetWorks" im Abgeordnetenhaus von Berlin

12.09.2012 17:00, Wandelhalle

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Ich begrüße Sie recht herzlich im Abgeordnetenhaus von Berlin zur Eröffnung der Ausstellung „NetWorks! – Die Netzwerke der Freien Universität Berlin“. Damit präsentiert das Abgeordnetenhaus von Berlin erneut eine Ausstellung, die sich den besonderen Leistungen der Wissen-
schaft und Forschung widmet und knüpft an die bis vor kurzem hier gezeigte Ausstellung zum Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Lehre an. Bevor ich jedoch ihre Aufmerksamkeit auf diese Ausstellung lenke, möchte ich den Präsidenten der Freien Universität Berlin, Herrn Professor Dr. Peter-André Alt und die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozial-
forschung, Frau Professor Jutta Allmendinger, begrüßen. Außerdem möchte ich mich bei unserer jungen Künstlerin, Hanna Wruck, bedanken, die für diesen schwungvollen musikalischen Beginn gesorgt hat. Vielen Dank und herzlich Willkommen.

Vor sieben Jahren starteten Politik und Wissenschaft die Excellenz-
initiative in Deutschland.

Die Universitätslandschaft in Deutschland sollte durch diese als Wett-
bewerb gestaltete Initiative nachhaltig verändert, d. h. die Forschung sollte gestärkt und der Wissenschaftsstandort Deutschland im weltweiten Vergleich sichtbar gemacht werden. Es war die damalige Bundes-
ministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, die 2004 diesen Wettbewerb an den Hochschulen Deutschlands ins Leben rief und gegen den Widerstand zahlreicher Landespolitiker auch durchsetzte.

Es gab zahlreiche Kritiker und Zweifler, die der Auffassung waren, dass dieser Wettbewerb nicht der richtige Weg zu einer zukunftsweisenden Wissenschaftslandschaft sein könne. Stimmen wurden laut, die die Ansicht vertraten, dass in Zukunft auch nur die erfolgreichen Einrichtungen profitieren werden, dass andere Hochschulen keine Chance hätten aufzuschließen, von Wettbewerbsverzerrung wurde gesprochen, von fehlender regionaler Ausgewogenheit und nicht zuletzt stand die Frage im Raum: „Was wird aus der Einheit von Forschung und Lehre, wenn nur die Forschung gefördert wird?“

Trotz dieser Befürchtungen wurden 2006 und 2007 85 Einrichtungen als ‚excellent‘ ausgewählt. Stärker als erwartet, präsentierten sich die Hochschulen mit Zukunftskonzepten, Ideenreichtum und beeindruckender Leistungsfähigkeit. 211 Millionen Euro wurden in der ersten Phase der Excellenzinitiative den Berliner Universitäten und Forschungseinrichtungen bewilligt. Ein Viertel dieser Summe – so wurde es festgeschrieben – trägt das Land Berlin.

Die Freie Universität Berlin gehörte bereits in der ersten Phase zu einer der ausgewählten Einrichtungen, die mit ihrem Zukunftskonzept als Internationale Netzwerkuniversität den Excellezstatus erringen konnte.

Dass ihr im Juni 2012 erneut der Excelleztitel verliehen wurde zeigt, dass sie zu den Spitzenuniversitäten in der deutschen Hochschullandschaft gehört. Dazu möchte ich den hier anwesenden Vertretern der Freien Universität sehr herzlich gratulieren.

Berlin hat sich als Spitzenstandort der Wissenschaft behaupten und weiterentwickeln können, nicht zuletzt durch Kooperationen von Universitäten und Einrichtungen der außeruniversitären Spitzenforschung. Das Potential des Wissenschaftsstandortes Berlin ist dadurch in hervorragender Weise genutzt und gestärkt worden. Um die Berliner Spitzenforschung noch stärker zu fördern, vergibt der Senat seit 2008 jährlich den Wissenschaftspreis für hervorragende Leistungen in Wissenschaft und Forschung. Auch wissenschaftliche Nachwuchs-
leistungen werden in diesem Zusammenhang ausgezeichnet. Doch nicht nur mit der Förderung einzelner wissenschaftlicher Leistungen lässt sich der Aufschwung Berlins belegen. Die Technologiestiftung Berlin hat die Statistik des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft untersucht und dabei festgestellt, dass in Berlin die Ausgaben für Forschung und Entwicklung zwischen 2007 und 2009 um mehr als 16% aufgestockt wurden, während der bundesweite Anstieg bei 9% lag. Auch die Zahl der Wissenschaftler stieg in diesem Zeitraum in Berlin doppelt so schnell wie im Rest des Landes. Es gab einen Zuwachs an privaten Hochschulen und die Zahl der Studienanfänger boomt ebenfalls in dieser Stadt.

Es ist richtig und wichtig, dass Berlin viel in die Hochschulen investiert hat und noch investiert. 311 Millionen Euro konnte Berlin in diesem Jahr durch den Excellenzwettbewerb einwerben, ein Erfolg über den ich mich auch persönlich sehr freue.

Wir leben in einer der faszinierendsten und aufregendsten Städte Deutschlands, ja Europas. Hier wird Zukunft gestaltet. In vielen Bereichen wird die Zukunft hier sogar entschieden. Wir sind in den vergangenen Jahren bei der Vernetzung von wissenschaftlichem Potenzial und wirtschaftlicher Anwendung vorangekommen.

Berlin ist zu einer Hauptstadt der Innovation geworden. Bildung und Wissenschaft sind daher auch in der Politik in den letzten Jahren ein zentraler Schwerpunkt gewesen.

Trotzdem dürfen wir uns mit dem bisher Erreichten nicht zufrieden geben, denn Stillstand bedeutet Rückschritt. Die Berliner Wissenschaftsland-
schaft darf sich nicht nur finanziell, sondern muss sich auch strukturell weiterentwickeln.

Ich würde mir wünschen, dass es in den nächsten Jahren stärker gelingt, forschungsaktive Großunternehmen in und um Berlin anzusiedeln, damit die bisher fast ausschließlich öffentliche Förderung zumindest teilweise auch von privaten Investoren übernommen werden kann. Auch hier lassen sich möglicherweise Netzwerke errichten, die dazu führen sollen, Berlin zu einem der bedeutendsten Wissenschaftsstandorte Europas zu machen.

Auch die Freie Universität hat sich der konsequenten Weiterentwicklung des Netzwerkgedankens, der Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und der Kooperation mit Instituten weltweit verschrieben. Diese Netzwerke können Sie in der vor Ihnen stehenden Ausstellung entdecken. Die Exzellenzinitiative hat bereits an den deutschen Universitäten eine große struktur- und profilbildende Wirkung entfaltet, sie hat neue forschungsfreundliche Strukturen geschaffen und die inter-
disziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Universität sowie zwischen Universitäten, den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft gefördert. Und entgegen allen Befürchtungen ist die Lehre nicht auf der Strecke geblieben. Ich freue mich daher sehr, diese Ausstellung im Abgeordnetenhaus eröffnen zu können und wünsche uns einen anregenden Abend.

Der Freien Universität Berlin, die diese Ausstellung konzipiert, finanziert und umgesetzt hat möchte ich ebenfalls meinen Dank aussprechen und nun das Wort Herrn Professor Dr. Alt, dem Präsidenten der Freien Universität Berlin, übergeben.

Nochmals herzlich Willkommen im Abgeordnetenhaus.

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