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Begrüßung des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin Ralf Wieland anlässlich der Buchvorstellung "Der Preußische Landtag 1947 - 1993" von Dr. Siegfried Heimann

15.10.2014 18:00, Festsaal

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Ich begrüße Sie sehr herzlich im Festsaal des Abgeordnetenhauses von Berlin und freue mich, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind.

Am heutigen Abend  wird nun der zweite Band  über die politische Geschichte des ehemaligen Preußischen Landtages vorgestellt.

Während sich der erste Band mit der Zeit zwischen 1899 und 1947 beschäftigte, widmet sich der zweite Band einerseits den politischen Ereignissen und Entscheidungen, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges in diesem Haus zwischen 1947 und 1993 getroffen wurden.

Andererseits nutzt der Autor zugleich die Gelegenheit, diese Ereignisse mit den Biografien bekannter und weniger bekannter Persönlichkeiten zu verbinden, die direkt mit der Geschichte dieses Hauses verbunden sind.

Seitdem dieses Haus im Jahre 1993 offizieller Sitz des Abgeordnetenhauses von Berlin wurde, ist es nicht nur Tagungs- und Arbeitsstätte für das Berliner Landesparlament, sondern auch Ort für zahlreiche nationale und internationale Veranstaltungen.

Mit der neuen Nutzung eröffnete sich für die interessierten Bürgerinnen und Bürgern, wie schon zuvor im Rathaus Schöneberg, die Möglichkeit, den öffentlichen Beratungen des Abgeordnetenhauses und seiner Gremien an historischer Stätte beizuwohnen, und bei den zahlreichen Führungen, die der Besucherdienst unseres Hauses anbietet oder auch als Einzelbesucher, das Haus, seine Architektur und seine Geschichte näher zu erforschen.

Jährlich machen von diesem Angebot ca. 20.000 Gäste Gebrauch. Dabei wird immer wieder deutlich, dass viele Ereignisse, die hier in den letzten 115 Jahren stattfanden, den meisten Besucherinnen und Besuchern bis heute kaum oder gar nicht bekannt sind. Viele Gäste des Hauses erfahren dabei, dass in diesem Gebäude der Erste Reichskongress der Arbeiter und Soldatenräte im Dezember 1918, nach Ende der Monarchie, im heutigen Plenarsaal beschloss, freie Wahlen zu einer verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung durchzuführen.

Und wenige Tage später, am 31. Dezember 1918, gründeten hier, in diesem Saal, diejenigen, die sich auf dem Reichskongress für eine Räterepublik nach russischem Vorbild ausgesprochen hatten und unterlegen waren, die Kommunistische Partei Deutschlands.

Der vorliegende zweite Band nun zeigt dem interessierten Leser auf, was sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges in diesem Gebäude zutrug.

Die erste Regierung der DDR nutzte in den Jahren zwischen 1949 und 1953 das Gebäude als Dienstsitz, in den nachfolgenden Jahren diente es u.a. dem Rat für gegenseitige  Wirtschaftshilfe (RGW)  und war schließlich bis 1989 Sitz der Staatlichen Plankommission der DDR sowie von Ministerien der DDR. Zahlreiche bauliche Veränderungen wurden in dieser Zeit zwar projektiert, aber vor allem wegen der unmittelbaren Nähe des Gebäudes  zur Sektorengrenze nach West-Berlin nicht realisiert.

Der Bau der Mauer im August 1961 führte dazu, dass der ehemalige Preußische Landtag 28 Jahre im Schatten von Mauer und Grenzanlagen stand und im Laufe der Zeit für viele in Vergessenheit geriet.

Der Autor des Buches, Dr. Siegfried Heimann,  gibt sich nicht allein mit der Darstellung der unterschiedlichen Nutzungen durch die DDR und der Ereignisse zufrieden, sondern er erzählt zugleich die Biografien von Personen, die in diesem Hause gearbeitet haben oder deren zum Teil tragisches Schicksal unmittelbar mit diesem Haus verbunden sind.

Dr. Heimann ist es mit seinem zweiten Buch über den Preußischen Landtag wieder gelungen, Erkenntnisse zu vermitteln, Geschichte informativ und spannend zu erzählen und die noch vorhandenen Wissenslücken über dieses Haus zu schließen.

Ich bin Ihnen, sehr geehrter Herr Dr. Heimann, daher sehr dankbar, dass Sie sich diesem Haus und seiner Geschichte in den letzten Jahren so intensiv gewidmet haben und damit der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit eröffnet haben, die bisher nur unvollkommen erforschte Geschichte dieses Gebäudes nachzuvollziehen.

Ebenso danke ich Ihnen, Herr Dr. Rother, dass Sie meiner Einladung gefolgt sind und am heutigen Abend den Einführungsvortrag halten werden.

Ich danke dem Christoph Links-Verlag, der sich wieder bereit erklärt hat, in bewährter Weise auch den zweiten Band verlegerisch zu begleiten. Hier danke ich, stellvertretend für alle Beteiligten, dem engagierten Verleger Dr. Christoph Links und Herrn Dr. Stephan Lahrem.

Nunmehr freue ich mich, Ihnen, Herr Dr. Rother, das Wort für eine Einführung geben zu können und im Anschluss wird Herr Dr. Heimann aus seinem Buch lesen.

Nochmals herzlich willkommen im Abgeordnetenhaus von Berlin!
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