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Begrüßungsworte des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper, bei der Eröffnung des „Berlinale Co-Production Market 2007“

19.02.2008 14:00, Abgeordnetenhaus von Berlin

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Walter Momper
11.02.2007, Abgeordnetenhaus von Berlin

- Es gilt das gesprochene Wort -

Herzlich willkommen im Abgeordnetenhaus von Berlin.

Bereits zum dritten Mal ist das Abgeordnetenhaus von Berlin – gemeinsam mit „MDM – Mitteldeutsche Medienförderung“ und dem „MEDIA-Programm der Europäischen Union“ Kooperationspartner beim Berlinale Co-Production Market.

Die Berlinale, seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders unserer Stadt, hält wieder Einzug in ein Haus, dass mit seiner Geschichte wie kaum ein anderes Gebäude die Vergangenheit, aber auch Gegenwart und Zukunft Berlins wiederspiegelt.

Die Filmindustrie hat sich in den letzten Jahren zu einer der Wachstumsbranchen in der Stadt entwickelt. Eine große Berliner Tageszeitung titelte deshalb zu Recht, Berlin sei die „Hauptstadt der Produzenten“. Rund 680 Millionen Euro wurden allein 2004 in der Film- und Fernsehbranche der Stadt umgesetzt. Zwischen 1998 und 2004 war ein Wachstum von 20 Prozent in der Film- und Fernsehwirtschaft bei uns mit über 9.000 Beschäftigten zu verzeichnen.

Und das Ergebnis der ersten 3 Jahrgänge des „Co-production market“ mit mittlerweile 35 Projekten, die sich in der Produktion befinden oder bereits fertiggestellt werden konnten, hat gezeigt, dass sich das Konzept dieser Veranstaltung bewährt hat.

Deshalb freut es mich ganz besonders, gemeinsam mit Dieter Kosslick und Frau Sonja Heinen zum nunmehr dritten Mal für 2 1/2 Tage Gastgeber des „Co-Production-Market“ zu sein.

Denjenigen unter Ihnen, die das erste Mal unser Haus besuchen, möchte ich den Tip geben, dieses Haus –wenn sich die Gelegenheit ergeben sollte – in seiner Gesamtheit kennen zu lernen.

Dieses Haus, dass im Jahre 1899 als neues Gebäude des damaligen Preußischen Abgeordnetenhauses seiner Bestimmung übergeben wurde, ist heute nicht nur ein repräsentativer Bau, sondern seit 1993 der Sitz des frei gewählten Berliner Landesparlaments. Dies ist aber auch ein Ort, an dem im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte geschrieben wurde. Im heutigen Plenarsaal wurde der historische Entschluss im Dezember 1918 gefasst, nach dem Ende der Monarchie die Weichen für die erste deutsche Demokratie, die „Weimarer Republik“ , zu stellen.

Danach war dieses Haus bis 1933 Tagungsort des demokratischen Preußischen Landtages. Mit der sog. Machtübernahme durch die Nationalsozialisten versank dieses Gebäude für 12 Jahre in der Bedeutungslosigkeit und wurde während dieser Zeit als „Haus der Flieger“ missbraucht.

Während der Zeit der Nutzung durch die DDR waren in diesem Gebäude verschiedene Ministerien und Institutionen des Staates untergebracht. Nach dem Bau der Mauer im August 1961 lag es bis zum November 1989 unmittelbar an der Sektorengrenze zwischen dem Ost- und Westteil der Stadt.

Heute ist dieses Haus wieder - seiner ursprünglichen Bestimmung entsprechend - das Haus der Volksvertreter.

In diesem Haus befindet sich in der 1. Etage die Galerie der Ehrenbürger Berlins. Viele berühmte Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur werden Ihnen dort in Form von Gemälden begegnen.

Hier finden Sie auch das Portrait der unvergessenen Marlene Dietrich, deren beispiellose Filmkarriere als junges Mädchen hier in Berlin begann.

Diese mutige, couragierte Frau, die wegen der braunen Diktatur die Stadt verlassen musste, ist bis heute unvergessen. Sie vermittelt uns mit ihrem Portrait in der Galerie der Ehrenbürger, welche große Tradition der engagierte, kritische Film in Berlin hat, der darüber hinaus auch kommerziell sehr erfolgreich war. Die Dietrich spielte mit vielen Großen des Films, die heute für uns ebenso Legenden sind, wie sie selbst.

Ideen für Filmstoffe, Themen, Figuren, Motive werden den Autoren und Produzenten jeden Tag durch die Vielfältigkeit unseres Lebens geliefert. Filme und die darin handelnden Personen und Figuren sind Ausdrucksmittel menschlicher Träume, Ideale, Ängste und Hoffnungen, ein weltumspannendes Spiel der Fantasie.

Und manchmal kann gerade die Fantasie und die Vorstellungskraft von Drehbuchautoren, die gestaltende Kraft des Regisseurs und das Beharrungsvermögen der Produzenten dafür sorgen, dass einem Millonenpublikum wunderbare Geschichten zugänglich gemacht werden.

Ich hoffe sehr, dass auch der Co-Production-Market 2007 die Möglichkeiten schaffen wird, diese Geschichten erzählen zu können.

Ich heiße Sie nochmals sehr herzlich im Abgeordnetenhaus willkommen. Wir würden uns freuen, wenn wir auch im nächsten Jahr wieder Gastgeber der Berlinale sein könnten.

Ich wünsche Ihnen allen zwei erfolgreiche Tage mit vielen guten Gesprächen und zahlreichen neuen Geschäftskontakten. Und wenn Sie Zeit finden sollten, erkunden Sie unser Haus.

Lesen Sie im historischen „Drehbuch“ des ehemaligen Preußischen Landtages.

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