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Begrüßungsworte des Präsidenten in der Veranstaltung (Podiumsdiskussion) "Einigkeit und Recht und Freiheit - Berlin 1848 - 1998"

18.03.1998, Abgeordnetenhaus von Berlin

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Prof. Dr. Herwig Haase
18.03.1998, Abgeordnetenhaus von Berlin
150. Jahrestag des 18. März 1848

Meine Damen und Herren,

ich heiße Sie zu unserer Veranstaltung am 150. Jahrestag des 18. März 1848 sehr herzlich willkommen.

Den Mitgliedern des Ensembles der "Tribüne" danke ich herzlich für die Hauptstadtrevue, mit der sie unseren Abend eingeleitet haben. Sie haben uns eingestimmt in den Berliner Witz, die Nachdenklichkeit, die Ironie - und den oft versteckten, immer aber vorhandenen Optimismus, der für die Menschen in unserer Stadt seit jeher typisch ist.

Die deutsche Hauptstadt erinnert sich in diesen Wochen an eine Epoche, in der die Stadtgeschichte Berlins - wie auch später mehrfach - zu einem Kapitel deutscher Geschichte wurde. Hier in Berlin wurde 1848 den Volksversammlungen in den Zelten tagelang mit Leidenschaft über die Forderungen diskutiert, die dann als "Märzforderungen" in die Geschichte eingegangen sind und seither aus der politischen Diskussion in den deutschen Ländern nicht mehr wegzudenken waren. Hier in Berlin erreichte die Revolution von 1848 am 18. März mit den Barrikadenkämpfen einen dramatischen Höhepunkt. Hier zündete - vor dem Hintergrund wirtschaftlicher und sozialer Probleme - der revolutionäre Funke, der aus Paris auf die Staaten des Deutschen Bundes übergesprungen war.

Von nun an war der Ruf nach Einigkeit und Recht und Freiheit in der politischen Diskussion unüberhörbar.

Der März 1848 war die Geburtsstunde des demokratischen Parlamentarismus in Deutschland. Trotz aller Rückschläge und trotz der schlimmen Fehlentwicklungen der Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert führt eine direkte Linie von den Ereignissen der Märzrevolution zu dem freiheitlichen und demokratischen Staat, in dem wir heute leben.

Die Rechte und Freiheiten, die damals gefordert wurden, und die Einheit Deutschlands sind heute Realität. Die Ideale, für die die Menschen damals auf die Straße und auf die Barrikaden gingen, sind heute Maßstab unseres Zusammenlebens.

In der Bewertung der Revolution von 1848 ist immer wieder darüber diskutiert worden, ob diese Revolution siegreich gewesen sei. Im herkömmlichen Sinne vielleicht nicht, weil ihre Forderungen nicht sofort realisiert wurden. Langfristig gesehen jedoch, war der März 1848 Signal und Ausgangspunkt für die Verwirklichung jener Forderungen, für die damals Tausende auf die Barrikaden gegangen sind.

Meine Damen und Herren, wir sind zusammengekommen, um über die Märzrevolution nachzudenken und - über 150 ereignisreiche Jahre hinweg - einen Bezug zur Gegenwart herzustellen.

Unser Thema heute abend heißt: "Einigkeit und Recht und Freiheit - Berlin 1848 - 1998".

Ich freue mich, daß meiner Einladung zu dieser Podiumsdiskussion drei namhafte Historiker gefolgt sind, und ich darf Ihnen nun vorstellen:

Herrn Prof. Dr. Reinhard Rürup, Herrn Prof. Dr. Hagen Schulze und Herrn Prof. Dr. Heinrich-August Winkler.

Ich möchte jedem der Herren die Möglichkeit zu einer kurzen Stellungnahme geben, bevor wir in eine allgemeine Diskussion eintreten.

Vorab möchte ich darauf hinweisen, daß wir im Anschluß an diese Veranstaltung die Ausstellung "Wir lagen auf dem Bauche - 1848 - Die Berliner Märzrevolution im Spiegel von Karikatur, Plakat und Flugschrift" eröffnen werden. Auch dazu lade ich Sie alle herzlich ein.

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