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Einzeichnung in das Goldene Buch von Berlin durch die Präsidentin des Senats des Parlaments von Australien, Frau Margaret Reid

16.06.1998, Abgeordnetenhaus von Berlin

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Prof. Dr. Herwig Haase
16.06.1998, Abgeordnetenhaus von Berlin
Einzeichnung in das Goldene Buch von Berlin

Ich begrüße Sie sehr herzlich im Abgeordnetenhaus von Berlin. Ihr Besuch in der deutschen Hauptstadt ist ein Ausdruck der freundschaftlichen und vertrauensvollen Beziehungen unserer Länder und ein Symbol dafür, daß man auch über große geographische Entfernungen hinweg zusammenarbeiten kann.

Das Zeitalter der Globalisierung stellt die Völker in aller Welt vor neue Herausforderungen. Es sind Herausforderungen, die sich an alle richten. Wir sind aufgerufen, sie gemeinsam anzunehmen; denn sie eröffnen uns auch gemeinsame Chancen und Perspektiven.
Die politische Entwicklung seit dem Ende der 80er Jahre in Europa, aber auch auf globaler Ebene, hat vielen Völkern zu Freiheit und Unabhängigkeit - uns Deutschen zur Einheit unseres Landes - verholfen. In Europa sind Gegensätze aufgehoben, Grenzen überwunden und Gemeinsamkeiten neu entwickelt und gestärkt worden. Die Überwindung des Ost-West-Gegensatzes hatte weltweite Auswirkungen, und sie hat überall dazu beigetragen, die Völker einander näherzubringen.

Die neue geopolitische Situation schließt - wie wir alle wissen - das Entstehen regionaler Konflikte leider nicht aus. Aber gerade in den letzten Jahren hat die Vö lkergemeinschaft auch ermutigende Beispiele gemeinsamer Krisenbewältigung gegeben. Weltpolitische Verantwortung wird heute nicht mehr von wenigen Großmächten, sondern von allen gemeinsam getragen.

Ihr Land, Frau Präsidentin, meine Damen und Herren, hat durch seine aktive Rolle in den Vereinten Nationen und die Teilnahme an nahezu allen Friedensmissionen der UNO in vorbildlicher Weise immer wieder Verantwortung auf internationaler Ebene übernommen. Auch das wiedervereinigte Deutschland will und wird innerhalb der Völkergemeinschaft Verantwortung übernehmen.

Wir wissen, daß in Australien die innere Entwicklung Deutschlands nach der Wiedervereinigung ebenso mit Sympathie und Aufmerksamkeit verfolgt wird wie Deutschlands engagierte Mitarbeit in der Europäischen Union. Zwischen Australien und Deutschland hat sich auf vielen Gebieten eine gute Zusammenarbeit entwickelt; doch nichts ist so gut, daß es nicht noch besser werden könnte...
Die deutsch-australischen Wirtschaftsbeziehungen sind durchaus noch ausbaufähig. Es muß ja nicht dabei bleiben, daß Deutschland in der Liste der wichtigsten Handelspartner Australiens auf dem neunten Rang steht...

Ein wesentlicher Beitrag zur Intensivierung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sind die Wirtschaftskonferenzen und Symposien, die im Zweijahresrhythmus - abwechselnd in Australien und Deutschland - mit hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft und Politik beider Länder stattfinden. Die bisher letzte dieser Konferenzen fand im November 1997 in Dresden unter dem zukunftweisenden Motto "Partnerschaft 2000" statt. Sie knüpfte an den "Aktionsplan Partnerschaft 2000" an, der seinen Ursprung hatte in einem Treffen des Premierministers von Australien und des deutschen Bundeskanzlers im März 1995 in Bonn.

Schwerpunkte dieses Aktionsplans sind Investitions- und Handelsförderung, Tourismus, Innovation und Bildung, EXPO 2000 in Hannover, Kultur und - nicht zuletzt - die Olympischen Spiele 2000 in Sydney. Zum Thema "Olympia" sei hier eine Bemerkung eingefügt: Der ehemalige Mitbewerber Berlin wünscht seinem siegreichen Konkurrenten Sydney für Vorbereitung und Verlauf der Spiele sehr herzlich Glück und Erfolg!

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren, auf Ihrer Rundfahrt heute vormittag konnten Sie einen ersten Eindruck der Situation der deutschen Hauptstadt gewinnen. Sie konnten sich davon überzeugen, daß sich überall im Stadtbild bereits die Konturen der künftigen Metropole Berlin abzeichnen. Hinter uns liegen Jahre der planerischen Auseinandersetzung und Vorbereitung. Öffentliche und private Investoren haben sich hier in Milliardenhöhe engagiert und sich damit zu Berlin und seinen künftigen Funktionen und Aufgaben bekannt.
Die deutsche Hauptstadt befindet sich gegenwärtig in einer historischen Aufbruchsituation und bereitet sich mit ganzer Kraft darauf vor, als Sitz von Bundestag, Bundesregierung und Bundesrat das politische Entscheidungszentrum unseres Landes zu werden.

Berlin befindet sich auf dem Weg zur Metropole. Unsere Stadt ist bereit, Aufgaben auf internationaler Ebene zu übernehmen.
Bei der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1990 sind hier in der Mitte Europas beide Teile Berlins - jeder für sich eine Großstadt! - zusammengefügt worden. Jede Hälfte der Stadt brachte ihr wissenschaftliches Potential und ihre Beziehungen zu den Nachbarstaaten in Ost- bzw. Westeuropa ein. Dies erweist sich heute als Standortvorteil, als bedeutendes Kapital der Stadt.

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren, Sie befinden sich in einer Stadt, die die Herausforderungen der Gegenwart angenommen hat und mit Optimismus und Zuversicht in die Zukunft blickt, - eine Zukunft, die durch internationale Zusammenarbeit und Freundschaft geprägt sein wird. Dabei sind persö nliche Kontakte der politisch Verantwortlichen ein wesentlicher Beitrag zur Vertiefung der Beziehungen. Im Jahre 1994 konnten wir den damaligen Senatspräsidenten des Parlaments von Australien, Michael Beahan, in Berlin begrüßen. Wir freuen uns, daß die guten Beziehungen unserer Völker nun mit Ihrem Aufenthalt in unserer Stadt weiter gefestigt werden. In diesem Sinne heiße ich Sie nochmals sehr herzlich willkommen.

Frau Präsidentin, ich bitte Sie nun, uns die Ehre zu erweisen und sich in das Goldene Buch von Berlin einzutragen.

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