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Festveranstaltung "Ja zum Leben - 250 Jahre Jüdisches Krankenhaus Berlin"

14.03.2008 11:00, Park des Jüdischen Krankenhauses

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Walter Momper
01.09.2006, Park des Jüdischen Krankenhauses

Grußwort des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper, in der Festveranstaltung „Ja zum Leben – 250 Jahre Jüdisches Krankenhaus Berlin“ am 1. September 2006 um 16.00 Uhr im Park des Krankenhauses
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- Es gilt das gesprochene Wort -

Zunächst das Wichtigste: Im Namen des Abgeordnetenhauses von Berlin gratuliere ich dem Jüdischen Krankenhaus, den Ärzten, den Krankenschwestern und den Pflegern des Hauses und Ihnen, sehr verehrter Herr Dr. Schachtel.

Ich freue mich, an einem so festlichen Tag bei Ihnen sein zu können: Vor 250 Jahren – 1756 – wurde das erste Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde in Berlin gegründet. Das Haus ist also die älteste jüdische Institution auf Berliner Boden und hat selbst den Terror der Nazis überstanden.

Auch die Stadt Berlin kann sich zu diesem Jubiläum gratulieren – zu diesem modernen, gut ausgestatteten Krankenhaus. Das Jüdische Krankenhaus leistet über seine eigentliche Bestimmung der Krankenversorgung hinaus einen wichtigen Beitrag für das friedliche Zusammenleben der Menschen in unserer Stadt. Das Krankenhaus sieht sich den alten jüdischen Anliegen Barmherzigkeit, Liebe und Gastfreundschaft verpflichtet und hat seine Arbeit unter das wunderbare Motto "Alles was ihr tut, sollt ihr nur aus Liebe tun" gestellt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Hauses leisten so einen unschätzbaren Beitrag zum friedlichen Zusammenleben in unserer multikulturellen und multireligiösen Stadt. Toleranz ist in diesem Krankenhaus Alltag. Das Jubiläum dieses Hauses erinnert uns daran, dass Menschen jüdischer Herkunft und jüdischen Glaubens in Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft unendlich viel zur Entwicklung unserer Stadt beigetragen haben.

Das gilt besonders für die Medizin und das gilt nicht nur für dieses Haus, sondern für fast alle Berliner städtischen Krankenhäuser bis 1933. Das war so im Krankenhaus Moabit, im Krankenhaus Am Urban und im Krankenhaus Neukölln, um nur einige zu nennen. An allen diesen Häusern arbeiteten wunderbare jüdische Ärzte und Wissenschaftler. Die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und der Holocaust haben diese fruchtbare Entwicklung beendet. Viele führende jüdische Mediziner wurden ermordet oder in die Emigration vertrieben. Ein in jeder Hinsicht furchtbarer Einschnitt, den wir nicht vergessen wollen.

Und dieses Krankenhaus war auch in jener Zeit bis zur Befreiung im April 1945 ein Ort jüdischen Lebens und jüdischen Leidens. Und eine der letzten Stationen in Berlin vor der Deportation nach Auschwitz oder in andere Stätten des Grauens.

Deshalb ist dieses Haus auch ein lebendiges Mahnmal. Ein Mahnmal der Toleranz und eines der Denkmale für die deportierten und ermordeten Juden Berlins.

Heute haben wir wieder eine große Jüdische Gemeinschaft in unserer Mitte, die in unser gesellschaftliches Leben ausstrahlt und es beeinflusst. Wir sind froh darüber und dankbar, dass so viele jüdische Menschen nach allem was geschehen ist, das Vertrauen in die deutsche Gesellschaft setzen und hier leben. Wir wollen diesem Vertrauen gerecht werden. Das ist unsere Aufgabe, das ist die Aufgabe der Politik und der Gesellschaft Berlins.

In diesem Sinne noch mal: herzliche Glückwünsche dem Jüdischen Krankenhaus und weiterhin viel Erfolg!

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