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Gedenkworte des Präsidenten des Abgeordnetenhaus von Berlin, Herrn Walter Momper, für den verstorbenen ehemaligen Abgeordneten Peter Ulrich

01.09.2011 13:00, Plenarsaal des Abgeordnetenhauses

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Walter Momper
01.09.2011, Plenarsaal des Abgeordnetenhauses

- Es gilt das gesprochene Wort -

Zu Beginn der heutigen Plenarsitzung habe ich eine traurige Pflicht zu erfüllen und bitte Sie, sich zu erheben.

Am 30. Juli 2011 ist der frühere Abgeordnete und Senator Peter Ulrich im Alter von 83 Jahren verstorben. Mit Peter Ulrich verliert Berlin einen engagierten Politiker, der über 62 Jahre in der Landes- und Kommunalpolitik dieser Stadt tätig war.

Peter Ulrich wurde am 13. Juli 1928 in Stuttgart geboren. Durch die Kriegs- und Nachkriegswirren kam er 1948 nach Berlin. Nach der Sonderreifeprüfung 1945, auch Kriegsabitur genannt, studierte er an der Humboldt-Universität politische Wissenschaften und Soziologie.

1950 schloss er sein Studium als Dipl.-Politologe ab. Bereits 1949, nach 3 Jahren als Gemeindesekretär in der Berliner Verwaltung, war er Erzieher für schwer erziehbare Jugendliche geworden. Auch in den folgenden Jahren bis 1967 war er in verschiedenen Institutionen und Funktionen in der Jugend- und Bildungsarbeit tätig. Mit seiner Ehefrau Heide zog er seine Tochter Anne in Schmargendorf auf.

Von Juni 1981 bis Juni 1985 gehörte Peter Ulrich als Mitglied der SPD-Fraktion dem Abgeordnetenhaus von Berlin an und war von 1983 bis 1985 auch Fraktionsvorsitzender. Seine politische Laufbahn begann er 1965 als Landesjugendpfleger bei der damaligen Senatsverwaltung für Jugend und Sport. Ab 1968 arbeitete Peter Ulrich als Senatsdirektor der Senatsverwaltung für Inneres, bis er 1976 Senatsdirektor der Senatsverwaltung für Bau- und Wohnungswesen wurde. Bereits im Mai 1977 wurde er dann als Senator für Inneres berufen und behielt dieses Amt auch nach den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im April 1979 bis 1981 bei. Peter Ulrich war Senatsdirektor in der Innenverwaltung und Innensenator in der schwierigsten Zeit des RAF-Terrorismus in Deutschland.

In den 20 Jahren, in denen Peter Ulrich als Senator und Abgeordneter in herausragenden Positionen für Berlin tätig war, setzte er sich für die Sozial- und Bildungsarbeit, die Sicherheit, die Integration und Datenschutz, aber insbesonders für eine bürgerfreundliche Verwaltung ein. Deshalb wurde er auch Vorsitzender des Petitionsausschusses des Abgeordnetenhauses.

Die „Arbeit mit Menschen“ hat Peter Ulrich zur Politik geführt. Bereits im Jahre 1949, er arbeitete damals als Erzieher im Jugendhof der Stadt Berlin, trat er in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ein. Er diente seiner Partei unter anderem als Kreis- und Landesdelegierter und war von 1981 bis 1985 auch Landesvorsitzender der Berliner Sozialdemokraten.

Peter Ulrich war seit 1956 Mitglied der Deutschen-Angestellten-Gewerkschaft und wurde 1985 ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Universal-Stiftung Helmut Ziegner. Hier konnte er seine beruflichen Erfahrungen und sein Interesse an der Verbindung von Erziehung und handwerklicher Ausbildung einbringen.

Peter Ulrich hat sich nach Ämtern nie gedrängt. Er wollte nicht im Rampenlicht stehen. Ihm lag mehr die Arbeit an der Sache und der tägliche Umgang mit Menschen. Er war ein Menschenfreund, der seine Umgebung auch bei harter Arbeit mit Wärme umgab. Seine menschliche und ausgleichende Art, mit der er auch politische Probleme zu lösen versuchte, waren die Grundlage für seine Fähigkeit zur Integration.

Peter Ulrich war über die Parteigrenzen hinaus eine angesehene Führungspersönlichkeit, für den die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger immer Ansporn und Auftrag waren.

wir nehmen Abschied von unsere ehemaligen Kollegen Peter Ulrich und gedenken seiner in Hochachtung.

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