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Gedenkworte des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin Ralf Wieland für den früheren Senator und ehemaligen Abgeordneten Professor Dr. Dieter Heckelmann

30.08.2012 13:00, Plenarsaal

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Vor Beginn unserer Beratungen habe ich eine traurige Pflicht zu erfüllen und bitte Sie, sich von Ihren Plätzen zu erheben.

Am 24. Juni verstarb der langjährige Präsident der Freien Universität Berlin und Innensenator a.D. Prof. Dr. Dieter Heckelmann. Am 4. Juli ging der Stadtälteste und frühere Senator für Arbeit, Gesundheit und Soziales Dr. Klaus Bodin von uns. Beide waren auch Abgeordnete im Berliner Parlament.

Dieter Heckelmann, am 23. Oktober 1937 als dritter und jüngster Sohn eines Volksschuldirektors in Wiesbaden geboren, studierte nach dem Bestehen des Abiturs in Frankfurt am Main, Marburg und Mainz Rechtswissenschaften. Nach Abschluss des Studiums führte ihn eine Assistententätigkeit ans Institut für Arbeits- und Wirtschaftsrecht nach Münster. Dort promovierte er 1965 mit einer Dissertation über „Die Anfechtbarkeit von Schuldübernahmen“. Das Assessorexamen legte er schließlich1967 in Mainz ab. An der Universität Mainz wurde Dieter Heckelmann 1972 später habilitiert für die Fächer Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht und Zivilprozessrecht.

Nach Jahren als Privatdozent und Wissenschaftlicher Rat in Mainz erhielt Dieter Heckelmann 1975 einen Ruf als ordentlicher Professor an die Freie Universität Berlin, den er annahm. Kurz darauf wurde er geschäfts-
führender Direktor des Instituts für Bürgerliches Recht, Handels- und Zivilprozessrecht. Dass er sich in Berlin sehr wohl fühlte, zeigte seine Entscheidung, einem ehrenvollen Ruf an seine Heimatuniversität Mainz nicht zu folgen. Dieter Heckelmann blieb Berlin treu und engagierte sich neben seiner Lehrtätigkeit vor allem hochschulpolitisch. Schon 1976 wurde er Vize-Präsident der FU Berlin. 1983 wählte ihn der akademische Senat zum Präsidenten der Freien Universität.

Das hochschulpolitische Klima war in diesen Jahren stark ideologisiert an der FU Berlin. Dieter Heckelmann eilte der Ruf voraus, als Mitglied der „Notgemeinschaft für eine Freie Universität“, erzkonservativ zu sein. Doch rückblickend lässt sich sagen, dass er als Präsident die Freie Universität mit befriedete. Er versammelte Vize-Präsidenten um sich, die zum liberalen und linken Lager gehörten. So waren alle wichtigen hochschulpolitischen Kräfte eingebunden. Im Ergebnis führte das dazu, dass sich das Universitätsleben wieder mehr der Lehre und Forschung widmen konnte. Inzwischen gehört die Freie Universität Berlin zu den Universitäten, denen der Exzellenz-Status zuerkannt wird. Das ist auch das bleibende Verdienst von Dieter Heckelmann im Rahmen der universitären Selbstverwaltung.

1991 erreichte den Christdemokraten Dieter Heckelmann das Angebot des damaligen Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen, entweder Wissenschafts- oder Innensenator zu werden. Er entschied sich für die Senatsinnenverwaltung. Es war die Hochphase der innerstädtischen Wiedervereinigung. Polizei, Feuerwehr und Verwaltung mussten zusammengeführt werden. Fürwahr eine Mammutaufgabe. Etliche Schwierigkeiten und Konflikte waren vorgezeichnet. Hinzu kamen tragische tagespolitische Ereignisse, die in die Amtszeit von Dieter Heckelmann fielen: So etwa das sogenannte „Mykonos-Attentat“ im September 1992, als vier kurdische Politiker ermordet wurden.

Die aufreibende Arbeit als Innensenator sowie häufige persönliche Anfeindungen hinterließen ihre Spuren. Und so verzichtete Dieter Heckelmann bei der Neuauflage der Großen Koalition 1996 auf ein Senatorenamt. Er kehrte an die Freie Universität auf seinen Lehrstuhl zurück, nahm aber das Mandat als Abgeordneter der CDU im Abgeordnetenhaus an. Die CDU-Fraktion wählte ihn zu einem ihrer Stellvertretenden Vorsitzenden.

1999 nach den Neuwahlen in Berlin schied Dieter Heckelmann aus dem Abgeordnetenhaus aus und widmete sich ausschließlich seiner Professur bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2002. In der folgenden Zeit nahmen wissenschaftliche Arbeiten und die Kommentierungen von Gesetzen großen Raum in seinem Leben ein.

Ein Lebenskreis schloss sich, in dem die Rechtswissenschaften immer die hervorgehobene Rolle eingenommen haben.

In der Stunde des Verlustes sind wir an der Seite seiner Ehefrau und seiner Kinder. Wir schulden Prof. Dr. Dieter Heckelmann Dank und werden seiner stets in Hochachtung gedenken.

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