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Gedenkworte des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin Ralf Wieland zum Tod der ehemaligen Abgeordneten Gisela Fechner

28.04.2016 11:00, Plenarsaal

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Vor wenigen Tagen, am 10. April, schloss unsere ehemalige Kollegin, die SPD-Abgeordnete Gisela Fechner, für immer die Augen. In diesem Jahr wäre sie 90 Jahre alt geworden, ein interessantes und erfülltes Leben liegt hinter ihr. Einen der glanzvollen Höhepunkte konnte sie im letzten Jahr erleben. Die Feierlichkeit fand in ihrem Wohnort Bad Gandersheim statt. Sie wurde vom Bundesvorsitzenden der SPD Sigmar Gabriel für sieben Jahrzehnte Treue zu ihrer Partei mit den Worten geehrt: „Von solchen Menschen lebt unsere Demokratie.“

In den 70 Jahren Mitgliedschaft stellte sich die Sozialdemokratin ganz und gar in den Dienst ihrer Partei und ihrer Ideale: Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. Bis ins hohe Alter demonstrierte sie zusammen mit vielen anderen Bürgerinnen und Bürgern gegen rechtsradikale Tendenzen in ihrem Wohnort und dessen Umgebung.

Der Vater von Gisela Fechner hatte im Nationalsozialismus seine Arbeit als Schriftsetzer bei einer Zeitung verloren, die die Nazis verboten hatten. Es galt für sie immer: Nie wieder dürfen sich solche Zeiten wiederholen! Nie wieder Diktatur, Krieg und Verfolgung!

Gisela Fechner war zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach dem 2. Weltkrieg, nämlich am 1. Juli 1945, der SPD beigetreten. Neben verschiedensten ehrenamtlichen Funktionen in ihrem damaligen Heimatbezirk Spandau wurde sie 1963 Bürgerdeportierte in der Schuldeputation des Bezirks und 1967 Bezirksverordnete. Ab 1971 vertrat sie den Wahlkreis 7 Spandau als Abgeordnete bis 1985. Als Mitglied des Petitions- und des Rechtsausschusses kümmerte sie sich besonders um die Belange des Justizstrafvollzugs und der Strafgefangenen. Lange Zeit gehörte sie auch dem Gnadenausschuss an. Im Schulausschuss verfolgte sie das Ziel, mehr Chancengleichheit und Gerechtigkeit zu verwirklichen.

Das Schicksal der Menschen, die keine Lobby haben, lag Gisela Fechner ihr ganzes Leben lang am Herzen. Deshalb war es nicht zufällig, dass sie auch in der Arbeiterwohlfahrt und beim Roten Kreuz daran mittat, für die Menschen ein besseres Leben zu gestalten.

Eine Unzahl von Ehrenämtern und Mitgliedschaften ermöglichte ihr, immer nah an den Problemen der Bürgerinnen und Bürger zu sein. Von der Freiwilligen Feuerwehr bis zur ehrenamtlichen Verwaltungsrichterin reichte der Radius ihres unermüdlichen Engagements.

Das Bundesverdienstkreuz erster Klasse war 1985 der Dank unseres Staates an eine leidenschaftliche und mutige Politikerin.

Wir trauern mit ihrer Schwester und ihrer Tochter.

Ich danke Ihnen, dass Sie sich zu Ehren der Verstorbenen erhoben haben.
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