1. zur Suche
  2. zur Hauptnavigation
  3. zum Inhalt
  4. zum Bereichsmenü
Logo des Abgeordnetenhauses

Gedenkworte des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper, für den verstorbenen Ehrenbürger von Berlin, Prof. Dr. Heinz Berggruen

28.01.2008 10:30, Abgeordnetenhaus, Plenum

nach unten

Walter Momper
08.03.2007, Abgeordnetenhaus, Plenum

- Es gilt das gesprochene Wort -

Bevor wir unsere Beratungen beginnen, möchte ich mit Ihnen unseres Ehrenbürgers

Prof. Dr. Heinz Berggruen

gedenken, der am 23. Februar 2007 im Alter von 93 Jahren verstorben ist.

Am 2. März haben die Familie, die Repräsentanten des Staates und der gesellschaftlichen Gruppen und mit ihnen die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt von Heinz Berggruen Abschied genommen.

Mit Professor Dr. Heinz Berggruen verlieren Berlin und Deutschland nicht nur einen bedeutenden Kunstkenner, Sammler und Mäzen, sondern auch einen herausragenden Sohn unserer Stadt.

1996 kehrte Heinz Berggruen in seine Heimatstadt Berlin zurück. 60 Jahre nachdem ihm das nationalsozialistische Deutschland in die Emigration vertrieben hatte. Seine wertvolle und umfangreiche Sammlung von Werken der Klassischen Moderne wurde in Berlin ausgestellt. Schließlich überließ Heinz Berggruen diese Sammlung der Stadt Berlin. Mit dieser großherzigen Geste wollte er einen Beitrag zur Versöhnung leisten und seine Liebe zu Berlin zum Ausdruck bringen. Berlin und seine Menschen erwiderten diese Liebe gerne und verliehen ihm im Jahre 2004 die Würde eines Ehrenbürgers Berlins.

In seiner Dankesrede anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde am 10.Juni 2004 sagte Heinz Berggruen: „Als ich mich vor acht Jahren, mit meinen geliebten Bildern im Gepäck, zur Rückkehr in Deutschlands Hauptstadt entschlossen hatte, war mir stets bewusst, dass nur wenige Meter von der Villa Max Liebermann am Wannsee die teuflische, die verbrecherische Strategie des Holocaust entworfen wurde. Ich habe aber auch gewusst, dass es in den Jahren der Hitlerdiktatur viele Berliner gegeben hat, die unter stetiger Lebensgefahr Mitbürger jüdischen Glaubens versteckt und sie damit gerettet haben. Diese Tatsache und der Umstand, dass ich bei meiner Rückkehr aufrichtigen Demokraten humanistischer Gesinnung begegnet bin, haben mich keinen Augenblick an der Richtigkeit meiner Entscheidung zweifeln lassen.“

Heinz Berggruen hat seinem Berlin und den Menschen in dieser Stadt großes Vertrauen entgegengebracht und mit dem Überlassen seiner einzigartigen Sammlung eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart gebaut.

Mit dem Tod Heinz Berggruen haben wir nicht nur einen leidenschaftlichen und engagierten Kunstliebhaber, sondern auch den Menschen Heinz Berggruen verloren, der mit seinem zurückhaltenden und bescheidenen Auftreten ein wunderbarer Botschafter unserer Stadt war.

Berlin wird sein Lebenswerk, dass er vertrauensvoll in unsere Hände gelegt hat, bewahren und immer in Ehren halten.

Berlin trauert mit Hochachtung und tiefer Dankbarkeit um seinen Ehrenbürger Heinz Berggruen, einen liebenswerten Menschen und einen treuen Bürger Berlins.

- - -

nach oben

Auf dieser Website ist die Webstatistik Piwik datenschutzkonform installiert. | Mehr Infos & Datenschutz