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Gedenkworte des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper, für den verstorbenen Stadtältesten von Berlin, Dr. Heinz Stücklen,

27.09.2007 13:00, Abgeordnetenhaus, Plenarsitzung

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Walter Momper
27.09.2007, Abgeordnetenhaus, Plenarsitzung

- Es gilt das gesprochene Wort -

Am 15. September 2007 ist der Stadtälteste von Berlin und Bezirksbürgermeister a.D., Dr. Heinz Stücklen, im Alter von 85 Jahren verstorben.

Heinz Stücklen war ein geborener Sozialdemokrat. Er stand in der Tradition seines Vater und Großvaters, die beide für die SPD Mandate inne hatten: Sein Vater als Bezirksstadtrat in Steglitz und sein Großvater als Abgeordneter im Reichstag.

Nach seinem Abitur wurde Heinz Stücklen 1940 eingezogen und geriet 1944 in Kriegsgefangenschaft. Nachdem er 1946 nach Berlin heimgekehrt war, nahm er sein Medizinstudium auf. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Freien Universität Berlin.

Nach seiner Ausbildung arbeitete er im Westend-Krankenhaus und wurde Facharzt für Urologie. Dr. Heinz Stücklen gehörte zu jenen Berliner Ärzten, die nach dem Krieg das Berliner Gesundheitswesen mitgeprägt und mitgestaltet haben.

Im September 1946 trat er der Sozialdemokratischen Partei bei. Von 1948 bis 1958 war er für die SPD Bezirksverordneter in Steglitz. 1959 vertrat er den Bezirk Steglitz für eine kurze Zeit als Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, legte sein Mandat jedoch nieder, um dem Ruf aus Neukölln zu folgen. Dort wurde Heinz Stücklen im Januar 1959 zum Bezirksstadtrat für Gesundheitswesen gewählt. In dieser Funktion führte er sein Fachwissen und sein großes kommunalpolitisches Engagement zum Wohle des Bezirks Neukölln zusammen.

Ab 1965 bekleidete er zusätzlich das Amt des Stellvertretenden Bezirksbürgermeisters und von Juni 1971 bis Juni 1981 wirkte er zehn Jahre lang als Bürgermeister von Neukölln.

Auf seine Initiative hin schloss der Bezirk 1967 mit dem US-Hospital Berlin eine Partnerschaft. 1968 wurde unter seiner Regie das Kinderkrankenhaus am Mariendorfer Weg eröffnet und 1977 begann der Neubau des Neuköllner Kinderkrankenhauses.

In seine Amtszeit fielen eine Reihe wichtiger Entscheidungen für den Bezirk Neukölln, z.B. der Bau der Bundesgartenschau - des heutigen Britzer Gartens - und der Bau der Gropius-Stadt.

Nach Beendigung seiner Amtszeit als Bezirksbürgermeister im Jahre 1981 übernahm er bis 1987 die Leitung des Lore-Lipschitz-Krankenhauses. Darüber hinaus war er in zahlreichen Ehrenämtern tätig. Von 1964 bis 1971 arbeitete er als Vorstandsmitglied und mehrere Jahre auch als Vorsitzender des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes in Neukölln und wurde 1982 zum Vizepräsidenten des Landesverbandes gewählt. Diese Funktion übte er bis 1991 aus. Außerdem arbeitete er im Beirat zur Förderung von Selbsthilfegruppen. Daneben war er als Dozent am Sozialpädagogischen Institut der Arbeiterwohlfahrt im Fachbereich Gesundheitslehre/Sozialhygiene tätig.

In Würdigung seiner besonderen Verdienste um das Gesundheitswesen in Berlin wurde Dr. Heinz Stücklen am 19. September 1994 zum Stadtältesten von Berlin ernannt. Schon 1979 war er mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.

Wir gedenken heute eines hochgeschätzten Menschen und Politikers, dessen Warmherzigkeit und Einfühlungsvermögen beispielhaft waren. Seine persönliche Integrität und seine hohe fachliche Kompetenz waren unumstritten.

Wir schulden Heinz Stücklen Dank und werden seiner stets in Hochachtung gedenken.
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