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Gedenkworte des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin Walter Momper für den verstorbenen ehemaligen Abgeordneten Hans Mertsch

17.02.2011 13:00, Plenum

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Walter Momper
17.02.2011, Plenum

- Es gilt das gesprochene Wort -

Am 8. Februar 2011 ist der frühere Abgeordnete Hans Mertsch im Alter von 83 Jahren verstorben. Mit Hans Mertsch verliert Berlin einen engagierten Politiker, der jahrzehntelang in der Landes- und Kommunalpolitik unserer Stadt tätig war.

Hans Mertsch wurde am 15. April 1927 in Berlin geboren und ging nach der Oberschule in eine kaufmännische Lehre. Von 1944 bis 1945 musste er in der Wehrmacht dienen und geriet in Gefangenschaft. 1946 trat er eine Verwaltungslehre in Berlin an und studierte später berufsbegleitend an der Deutschen Hochschule für Politik. Beruflich war er im Bezirksamt Wedding tätig und stieg zum stellvertretenden Verwaltungsleiter des Städtischen Rudolf-Virchow Krankenhauses auf.

Hans Mertsch war verheiratet und hatte zwei Kinder. 1946 trat er in den FDGB ein, war Mitbegründer der unabhängigen Gewerkschaftsorganisation (UGO) und später Mitglied der ÖTV sowie der Arbeiterwohlfahrt.

Seine politische Arbeit begann Hans Mertsch bei den Weddinger Falken, wo er nach der Wiederzulassung 1945 Kreisvorsitzender wurde. 1946 trat er in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ein. Er diente seiner Partei unter anderem als Abteilungskassierer, Abteilungsvorsitzender, im Weddinger Kreisvorstand und viele Jahre als Kreis- und Landesdelegierter.

Von 1971 bis 1985 gehörte er als Mitglied der SPD-Fraktion dem Abgeordnetenhaus von Berlin an. Die Gesundheitspolitik war sein Feld, er arbeitete als Vorsitzender und Sprecher im Ausschuss für Gesundheit und Umweltschutz. Außerdem war er Mitglied im Ausschuss für Familie, Jugend und Sport, wo er auch stellvertretender Vorsitzender war.

Er war einer der Ersten in der Berliner Gesundheitspolitik, der in den früheren 70er Jahren die furchtbaren epidemischen Folgen der Immunschwäche AIDS erkannte, was damals nicht selbstverständlich war. Er setzte sich für Aufklärung und Prävention ein, weil das der einzige wirkliche Schutz vor der Infektion mit dem Virus war – und ist.

Hans Mertsch war ein ruhiger und sachlicher Mensch. Laute Polemik lehnte er ab. Er arbeitete zielstrebig für die Verbesserung der Lebensumstände der Berlinerinnen und Berliner. Seinem Heimatbezirk Wedding, in dem sich auch sein Wahlkreis befand, blieb er sein Leben lang verbunden. Hans Mertsch und seine Arbeit waren über den Kreis der eigenen Fraktion anerkannt und geschätzt.

Wir nehmen Abschied von unserem ehemaligen Kollegen Hans Mertsch und gedenken seiner in Hochachtung.

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