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Gedenkworte des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin Walter Momper für den verstorbenen ehemaligen Abgeordneten Horst Lange

09.09.2010 13:00, Plenum

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Walter Momper
09.09.2010, Plenum

- Es gilt das gesprochene Wort -

Der ehemalige Abgeordnete Horst Lange ist am 27. Juli 2010 im Alter von 76 Jahren verstorben. Berlin verliert mit ihm einen engagierten Jugend- und Sozialpolitiker.

Horst Lange wurde am 30. März 1934 in Berlin geboren. Nach dem Besuch der Haupt-schule begann er 1949 eine Bäckerlehre und arbeitete anschließend als Bäcker. Über den zweiten Bildungsweg holte er die Mittlere Reife nach und wurde 1954 Erzieherpraktikant im Kinderheim Glienicke. Von 1955 bis 1957 studierte Horst Lange am Seminar für Sozialberufe der Arbeiterwohlfahrt in Mannheim. Dort legte er 1957 das Staatsexamen als Sozialarbeiter ab. Fortan widmete er sich in Kreuzberg seiner Tätigkeit als Fürsorger. Seit 1963 fungierte er als Prozessvertreter für das Jugendamt des Bezirks Kreuzberg und später - ab 1967- im Bezirk Tiergarten.

Horst Lange trat 1952 in die SPD ein. Er hatte verschiedene ehrenamtliche Ämter inne, unter anderem im Kreisvorstand der SPD Kreuzberg, als Landesdelegierter und als Mitglied der Justizkommission beim Landesvorstand. Von 1967 bis 1971 verstärkte Horst Lange die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung in seinem Heimatbezirk als Bezirksverordneter und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. In der BVV Kreuzberg saß er für seine Fraktion im Ältestenrat und im Haushaltsausschuss. Daneben engagierte er sich in der Schuldeputation und der Sportdeputation. 1971 wurde Horst Lange in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt, dem er zehn Jahre lang bis 1981 angehörte. Als Mitglied des Ausschusses für Justiz bekleidete er über alle drei Wahlperioden hinweg die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden. Daneben arbeitete er im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung.

Schon zu Beginn seiner Lehre im Jahr 1949 trat Horst Lange der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten im DGB bei. Er arbeitete im Landesjugendausschuss des DGB mit. 1959 wurde er Mitglied der Gewerkschaft ÖTV.

Horst Lange war Mitglied der Arbeiterwohlfahrt sowie der Straffälligen- und Bewährungshilfe, Vorstandsmitglied der 1977 gegründeten Gustav-Radebruch-Stiftung und Mitglied des SFB-Rundfunkrats.

Mit Horst Lange hat die Berliner Landespolitik eine Persönlichkeit verloren, die sich zeitlebens für hilfsbedürftige Menschen eingesetzt hat, die in der Gesellschaft keine Lobby haben. Mit seinem Engagement für soziale Gerechtigkeit und für Straffällige hat er vielen Menschen geholfen, von der Gesellschaft wieder als vollwertiges Mitglied aufgenommen zu werden.

Wir werden Horst Lange ein ehrendes Andenken bewahren.

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