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Gedenkworte des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin Walter Momper für den verstorbenen ehemaligen Abgeordneten und Senator Olaf Sund

14.01.2010 13:00, Abgeordnetenhaus, Plenum

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Walter Momper
14.01.2010, Abgeordnetenhaus, Plenum

- Es gilt das gesprochene Wort -

Wir trauern um Olaf Sund. Der ehemalige Berliner Abgeordnete und Senator für Arbeit und Soziales starb am 8. Januar 2010 im Alter von 78 Jahren in Beedenbostel bei Celle.

Olaf Sund wurde am 31. August 1931 in Heide in Dithmarschen geboren. Nach der Schulzeit begann er 1949 eine Verwaltungslehre bei der AOK Heide; dann arbeitete er bei der AOK Rendsburg. Von 1952 bis 1954 studierte Olaf Sund an der Hochschule für Arbeit, Politik und Wirtschaft in Wilhelmshafen-Rüstersiel, 1957 schloss er das Studium der Sozialwissenschaften und der Volkswirtschaft mit dem Volkswirtschaftsdiplom ab an der Universität Hamburg ab. Von 1957 bis 1961 arbeitete Olaf Sund in der Chemiefaserindustrie, von 1962 an leitete er die Heimvolkshochschule Jägerei Hustedt bei Hamburg.

Olaf Sund war 1962 in die Sozialdemokratische Partei eingetreten. Von 1970 bis 1972 war er Mitglied des Niedersächsischen Landtages. Im Mai 1977 wurde Olaf Sund als Senator für Arbeit und Soziales in den Senat Stobbe gewählt. Er blieb es im Senat Vogel bis 1981. Von April 1979 bis September 1982 war er zudem als Abgeordneter der SPD Mitglied des Berliner Parlaments, ab Juni 1981 als stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion.

1982 schied Olaf Sund aus dem Parlament aus und übernahm die Leitung des nordrhein-westfälischen Landesarbeitsamtes in Düsseldorf, dessen Präsident er bis 1991 blieb. Danach wurde er als Staatssekretär in das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen von Regine Hildebrandt berufen. In Brandenburg hat Olaf Sund effizient und zielstrebig eine funktionierende Arbeits- und Sozialverwaltung aufgebaut. Er hat wichtige und wegweisende arbeitsmarktpolitische Programme mitentworfen und auf den Weg gebracht und mitgeholfen, den dramatischen Strukturwandel nach der Wende für die Menschen in Brandenburg erträglich zu machen.

Olaf Sund gehörte seit 1949 der Gewerkschaft an, er war jahrzehntelang Mitglied der Arbeiterwohlfahrt.

Mit Olaf Sund verlieren wir einen exzellenten Arbeitsmarkt- und Sozialpolitiker. Als Senator in Berlin hat er sich vor allem für die Behinderten eingesetzt. Sein Konzept einer behindertengerechten Stadt war zukunftsweisend. Er hat damals gegen viel Widerstand mit der Durchsetzung begonnen. Der Fahrdienst für Behinderte, der behindertengerechte Umbau von S- und U-Bahnhöfen und behindertengerechte

Gebäude und Straßen sind heute ganz selbstverständlich. Er hat das maßgeblich auf den Weg gebracht.

Olaf Sunds großes Ziel war soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Solidarität. Mit seiner Bescheidenheit, seinem stillen Humor und seinem Pflichtbewusstsein hat er sich bei Kollegen und Mitarbeitern Achtung und Zuneigung erworben.

Wir trauern mit seiner Familie und werden ihn nicht vergessen.

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