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Gedenkworte des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper, für die verstorbene Stadtälteste von Berlin, Dr. Ella Barowsky,

27.09.2007 13:00, Abgeordnetenhaus, Plenarsitzung

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Walter Momper
27.09.2007, Abgeordnetenhaus, Plenarsitzung

- Es gilt das gesprochene Wort -

Am 25. September starb Ella Barowsky im Alter von 95 Jahren. Mit Ella Barowsky verliert Berlin eine herausragende, liberale Persönlichkeit. Politik war ihr Leben.

Ella Barowsky war von Haus aus Nationalökonomin. 1945 beteiligte sie sich an der Gründung der LDP, der heutigen FDP, in Berlin. Von 1946 bis 1948 war Ella Barowsky Mitglied der Stadtverordnetenversammlung von Berlin. Sie war unter den 129 Männern und Frauen der neu gewählten ersten Stadtverordnetenversammlung von Groß-Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg, die von dem durch die Alliierten eingesetzten Oberbürgermeister Arthur Werner mit Handschlag als Stadtverordnete verpflichtet worden.
Von 1948 bis 1950 war sie Mitglied der zweiten Stadtverordnetenversammlung, die 1948 in den Berliner Westsektoren gewählt worden war. Von 1950 bis 1955 und von 1963 bis 1971 gehörte sie dem Abgeordnetenhaus von Berlin an und war für kurze Zeit auch stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion.

Von 1951 bis 1955 setzte sie sich als Bezirksbürgermeisterin in Schöneberg ganz unmittelbar für die Belange der Menschen ein. Danach wurde sie zur Finanzstadträtin in Wilmersdorf gewählt.

Innerhalb der Berliner FDP gehörte sie in den 50er Jahren zeitweise dem erweiterten Bundesvorstand der FDP an und war stellvertretende Landesvorsitzende der Berliner FDP. Von 1964 bis 1975 arbeitete Ella Barowsky neben ihren Ämtern und ihrem Mandat als Direktorin der Lette-Vereins.

1968 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und 1977 für ihre großen Verdienste um die Stadt zur Stadtältesten von Berlin ernannt. Im Jahre 2003 erhielt sie die höchste frauenpolitische Auszeichnung, die Berlin zu vergeben hat: die Louise-Schroeder-Medaille.

Ella Barowsky, die große Dame der Berliner FDP, engagierte sich zeitlebens in der Sozial- und Finanzpolitik. Sie forderte unbeirrt mehr Rechte für Frauen und wurde durch ihr eigenes mutiges Handeln Vorbild für andere Frauen.

Ella Barowsky genoss in allen Parteien Hochachtung, ja Verehrung, und persönliche Zuneigung. Neben Beruf und Politik engagierte sie sich seit 1952 in der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, deren evangelische Vorsitzende sie von 1974 bis 1992 war, danach deren Ehrenvorsitzende. Auch für ihr Engagement bei den „Freunden der Hebräischen Universität Jerusalem“ war Versöhnung die Triebfeder.

Die Freie Demokratische Partei Berlins würdigte die oft unkonventionelle und streitbare Liberale, die liebevoll die "zierliche Ella" genannt wurde, in dem sie „die Frau der ersten Stunde“ zu ihrer Ehrenvorsitzenden machte.

Wir trauern um Dr. Ella Barowsky und werden die Erinnerung an sie in unseren Herzen tragen.

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