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Gedenkworte des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin, Walter Momper, für die verstorbene ehemalige Abgeordnete Barbara Oesterheld

14.05.2009 13:00, Abgeordnetenhaus von Berlin, Plenum

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Walter Momper
14.05.2009, Abgeordnetenhaus von Berlin, Plenum

- Es gilt das gesprochene Wort -

Gestern Abend, dem 13. Mai 2009 ist die frühere Abgeordnete Barbara Oesterheld im Alter von 57 Jahren nach schwerer Krankheit in Berlin verstorben. Mit Barbara Oesterheld verliert Berlin eine engagierte Politikerin, die fast 20 Jahre in der Landes- und Kommunalpolitik tätig war.

Barbara Oesterheld, 1951 in Kreuzberg geboren und aufgewachsen, begann nach der Schule mit einem Soziologiestudium und schloss dieses als Diplom-Soziologin in Berlin ab. Es schlossen sich Tätigkeiten als Erzieherin im Kinderladen und in der Jugendarbeit, Sozialarbeiterin in der Behindertenfürsorge, als Taxifahrerin, Programmiererin und zuletzt als Mieterberaterin und Sozialplanerin an. In ihrer politischen Laufbahn gehörte Barbara Oesterheld zunächst von 1989 bis 1992 als Mitglied der Fraktion der Alternativen Liste in der Bezirksverordnetenversammlung von Kreuzberg an und übte dort das Amt der Fraktionsvorsitzenden aus.

Im Oktober 1995 wurde Frau Oesterheld zum ersten Mal direkt in das Abgeordnetenhaus von Berlin gewählt. Dreimal wurde sie in ihrem Kreuzberger Wahlkreis direkt in das Landesparlament gewählt. Dieses große Vertrauen der Wählerinnen und Wähler in ihrem Kreuzberger Kiez hat Barbara Oesterheld immer als eine besondere Verpflichtung empfunden.

Während ihrer 11jährigen Parlamentszugehörigkeit setzte Barbara Oesterheld besondere Schwerpunkte in der Bau- und Wohnungspolitik. In den zuständigen Fachausschüssen für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen war sie während Ihrer Zugehörigkeit zum Parlament eine kompetente und geachtete Sprecherin.

Als Sprecherin in den beiden Untersuchungsausschüssen zur Aufklärung der Vorkommnisse in der Bankgesellschaft und zu Parteispenden engagierte sie sich in besonderer Weise.

Für Barbara Oesterheld war es ein Herzensanliegen, insbesondere den Interessen der Mieterinnen und Mieter Gehör zu verschaffen und auf Ungerechtigkeiten und Missstände im Bereich der Bau- und Wohnungspolitik hin zuweisen.

Parteipolitisch war Barbara Oesterheld von 1975 bis 1985 Mitglied der SPD. Seit 1987 war sie Mitglied der Alternativen Liste und damit später von Bündnis 90/Die Grünen. Sie diente Ihrer Partei in verschiedenen Funktionen. 2007 wurde Sie eine der beiden Landesvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, zog sich dann aber 2008 aus gesundheitlichen Gründen aus der Politik zurück. Gegen ihre tückische Krankheit hat sie lange gekämpft, letzten Endes musste sie diesen Kampf verlieren.

Barbara Oesterheld war eine engagierte Politikerin, deren politisches Wirken von dem Willen geprägt war, sich mit hohem Einsatz für Interessen ihrer Mitmenschen einzusetzen. Bei allen unterschiedlichen Auffassungen erwarb sie sich über die Partei- und Fraktionsgrenzen hinweg hohes Ansehen.

Wir nehmen Abschied von unserer ehemaligen Kollegin Barbara Oesterheld und gedenken ihrer in Hochachtung.

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