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Gedenkworte des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin Walter Momper für die verstorbene ehemalige Abgeordnete Ingeborg Renner

13.01.2011 13:00, Plenum

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Walter Momper
13.01.2011, Plenum

- Es gilt das gesprochene Wort -

Am 25. Dezember 2010 ist die frühere Abgeordnete Ingeborg Renner im Alter von 80 Jahren verstorben. Mit Ingeborg Renner verliert Berlin eine engagierte Politikerin, die über 63 Jahre in der Landes- und Kommunalpolitik dieser Stadt tätig war.

Ingeborg Renner wurde am 24. März 1930 in Berlin geboren und ging in Pankow zur Schule. Nach dem Abitur studierte sie an der Pädagogischen Hochschule, gab dieses Studium aber vor der Geburt ihres 2. Kindes auf. Sie zog insgesamt drei Kinder groß.

Von 1967 bis 1981 gehörte sie als Mitglied der SPD-Fraktion dem Abgeordnetenhaus von Berlin an. Während ihrer 14-jährigen Zugehörigkeit zum Landesparlament setzte Ingeborg Renner sich besonders für Bildung und soziale Gerechtigkeit ein. Sie vertrat ihre Fraktion in den Ausschüssen für Schulwesen und für Jugend, im Ausländerausschuss und im Petitionsausschuss. Außerdem war sie Mitglied des Präsidiums und sechs Jahre im Rundfunkrat des Sender Freies Berlin tätig.

Ingeborg Renner war durch ihren sozialdemokratischen Vater geprägt, der für sein mutiges und aufrechtes Eintreten für die Demokratie während der Herrschaft zweier Diktaturen das Bundesverdienstkreuz erhalten hatte. Auch Ingeborg Renner engagierte sich ab 1947 in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Sie diente ihrer Partei unter anderem als stellvertretende Kreisvorsitzende auf dem Wedding, als Kreis- und Landesdelegierte und von 1957 bis 1969 als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Frauen.

Inge Renner arbeitete von 1959 bis 1962 als Bürgerdeputierte und von 1962 bis 1967 als Bezirksverordnete für den Bezirk Wedding. Als Mitglied im Schulausschuss, im Jugendwohlfahrtsausschuss und als Mitglied des Sozialbeirats der Bezirksverordnetenversammlung beteiligte sich Ingeborg Renner am Aufbau des Gemeinwesens in ihrem Wohnbezirk. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Abgeordnetenhaus war sie dann ab 1981 nochmal sieben Jahre in der Bezirksverordnetenversammlung Wedding aktiv.

Ingeborg Renner war Mitglied der GEW, der AWO und der Naturfreunde. Über 30 Jahre war sie Vorstandsmitglied des Deutschen Freidenkerverbandes, des heutigen Humanistischen Verbandes, und auch jahrelang Vorsitzende und Vorstandsmitglied dieses Verbandes.

Ingeborg Renner war keine laute, aber eine zielstrebige Arbeiterin in der Politik. Soziale Gerechtigkeit war das Ziel dieses Arbeiterkindes vom Wedding. Geprägt durch die Not und das Elend der Kriegs- und Nachkriegsjahre setzte sie sich pragmatisch und zäh für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen ein. Wegen Ihrer nüchternen Art und wegen ihres Pragmatismus war sie über die Parteigrenzen hinaus anerkannt und geschätzt.

Wir nehmen Abschied von unserer ehemaligen Kollegin Ingeborg Renner und gedenken ihrer mit Hochachtung.

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