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Grußwort des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin Ralf Wieland anlässlich des Parlamentarischen Abends von Berlin Partner und der Einstein Stiftung

19.03.2013 19:00, Casino

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- Es gilt das gesprochene Wort -

In der letzten Zeit schlage ich gerne den Wirtschaftsteil unserer Zeitungen auf. Was dort zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung Berlins geschrieben steht, bringt gute Laune. Ich denke, dass wird Ihnen auch so gehen. Erstmals seit langer, langer Zeit prosperiert Berlin aus eigener Kraft. Da gehen wir doch alle besonders gerne zu Veranstaltungen, wo es um die Entwicklung der Berliner Wirtschaft geht.

Berlin wächst. Millionen Touristen, eine kreative Gründer-Szene, zunehmende Industrieproduktion, rund 70.000 Zuzüge in den letzten drei Jahren und eine strukturell abnehmende Arbeitslosigkeit – das bringt Berlin voran. Unsere Stadt ist lebenswerter als je zuvor. Und wirtschaftlich erfolgreich.

Zum ersten Mal nach Teilung und Wiedervereinigung Berlins können wir ein Gefühl dafür entwickeln, was es heißt, wirtschaftlich unabhängiger zu werden. Das ist für das Selbstbewusstsein der Stadt eine entscheidende Veränderung: Die Berliner Wirtschaft ist auf Wachstumskurs.

Ich meine, darüber können wir uns alle freuen. Wir haben eine wirkliche Chance, eine prosperierende Hauptstadt zu werden.

Mir ist sehr bewusst, dass die neue Wirtschaftskraft Berlins zu allererst mit den Menschen zu tun hat, die im wahrsten Sinne des Wortes privatwirtschaftliches Engagement und Risiko eingehen. Und dafür möchte ich durchaus meinen Dank sagen. Wir brauchen tatkräftige Unternehmer. Was wir zudem brauchen ist ein wirtschaftsfreundliches Klima und Umfeld in der Stadt.

Meine Damen und Herren, das Leitbild eines ausgeglichenen Haushalts ohne Neuverschuldung kann  in Berlin Wirklichkeit werden. Das soll nun nicht heißen, dass wir wieder mehr zu verteilen haben. Berlin hat einen zu großen Schuldenberg. Den gilt es vorrangig abzutragen - mit dem Gros der Mehreinnahmen.

Wir leben nicht – wie uns manchmal vorgeworfen wird - notorisch über unsere Verhältnisse.

Denn was leider oft übersehen wird mit dem Blick von außen: Die Stadt hatte nach dem Fall der Mauer von sich aus eine Mammutaufgabe zu bewältigen -  die Wiederherstellung der Einheit der Stadt. Mit dieser Aufgabe blieb Berlin allein, weil die damalige Bundesregierung aus der Unterstützung unserer Stadt zu schnell ausgestiegen war. Hieran möchte ich schon erinnern, wenn es um Verantwortlichkeiten und seltsame Schuldzuweisungen geht.

Ich denke, wir alle können stolz darauf sein, wie positiv die Entwicklung unserer Stadt ist. Berlin ist so attraktiv wie nie zuvor und strahlt weit in die Welt hinaus. Insofern waren die Investitionen in die Einheit der Stadt, in Bildung und Infrastruktur eine Anleihe auf die Zukunftsfähigkeit Berlins.

Was ich also sagen möchte: Mir ist um Berlin nicht bange. Wir werden unseren Weg schon gehen. Dass wir eine neue Dynamik entfalten, passt dazu.

Wenn ich von der erfreulichen wirtschaftlichen Entwicklung Berlins spreche, dann ist mir schon bewusst, dass der Erfolg immer mehrere Mütter und Väter hat. Zwei Berliner Institutionen, die auf jeden Fall dazugehören, haben uns heute Abend zu diesem Parlamentarischen Abend eingeladen: Berlin Partner und die Einstein Stiftung. Dafür nochmals herzlichen Dank an Sie.

Ich denke, es ist schon wichtig zu erwähnen, dass die Unterstützung und Begleitung von potentiellen Investoren ein unbedingtes Muss ist im Wettbewerb der Metropolen. Berlin Partner ist hier zu einer absolut professionellen Agentur geworden und hat so entscheidend dazu beigetragen, den Wirtschaftsstandortes Berlin attraktiv zu machen.

Und um die noch recht junge Einstein Stiftung zu würdigen, die den Wissenschafts- und Forschungsstandort Berlin fördern möchte, lassen Sie mich bitte aus einem Tagesspiegel-Interview mit Kurt Blumenröder zitieren. Kurt Blumenröder ist der Sprecher der Geschäftsführung der Ingenieursgesellschaft Auto und Verkehr, die mit 5.200 Mitarbeitern weltweit agiert und ihren Sitz in Berlin hat. Auf die Frage, was Berlin attraktiv macht für einen Entwicklungspartner der Autoindustrie, sagt Blumenröder: „Es tut uns nicht weh, wenn die deutschen Hersteller in München, Stuttgart oder Wolfsburg produzieren. Die Attraktivität des Standortes Berlin hat für uns mehr mit den Bildungseinrichtungen zu tun, und weniger mit den Autofabriken. Wir könnten auch auf dem Mond entwickeln. Aber Spaß beiseite: Wir finden in und für Berlin die besten Ingenieure – auf den hiesigen Universitäten oder von außerhalb. Wir müssen uns nur sehr früh, schon während des Studiums um sie bemühen. Das unterstützt auch die Anwendungsorientierung der Berliner Universitäten.“

Ich bin mir sicher, dass die Einstein Stiftung hier weiterhin ansetzen und unterstützen wird, um den Berliner Wissenschafts- und Forschungsstandort  stärker zu profilieren.  Die Gesprächsrunde nachher wird dazu bestimmt noch mehr Erkenntnisse zu Tage fördern.

Und überhaupt: Die Einstein Stiftung hat ihrerseits die Entwicklung des Wissenschaftsstandortes Berlin mit vorangetrieben. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wurden gefördert und konnten sich so mit ihren Anträgen im Rahmen der Exzellenzinitiative durchsetzen. 23, 5 Millionen Euro hat die Einstein Stiftung für exzellente Wissenschaft und Forschung insgesamt bewilligt. Das  - so kann man sagen – ist ein kluges Investment in die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.

Uns allen wünsche ich nun einen angenehmen Parlamentarischen Abend, viele interessante Gespräche miteinander. Seien Sie herzlich willkommen hier im Berliner Abgeordnetenhaus.

Vielen Dank.
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