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Laudatio des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin Ralf Wieland anlässlich der Enthüllung der Büste des ehemaligen Parlamentspräsidenten Walter Momper

10.12.2013 19:00, Festsaal

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- Es gilt das gesprochene Wort -

Im Griechenland der Antike gehörte die prachtvolle Lobrede einfach ganz selbstverständlich dazu, wenn über wichtige Persönlichkeiten gesprochen wurde. Im heutigen Zeitalter des ‘Understatement‘ wird eher selten gelobt und gepriesen. Umso lieber nehme ich die heutige Gelegenheit wahr, eine Laudatio auf einen der bekanntesten Berliner Politiker zu halten.

August Bebel, ein Urvater der sozialdemokratischen Bewegung, hatte schon im 19. Jahrhundert erkannt: „Lobt dich der Gegner, dann ist das bedenklich. Schimpft er, dann bist du in der Regel auf dem richtigen Weg.“

Lieber Walter, ich glaube, dieses Bebel’sche Zitat ist für Deinen politischen Lebenslauf wie auf den Leib geschneidert. Ob als SPD-Fraktionsvorsitzender, als Regierender Bürgermeister oder als Parlamentspräsident, immer warst Du hoch angesehen und hattest ein großes Fanlager. Immer hattest Du aber auch kritische Wegbegleiter und Bedenkenträger.

Als ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin und als ehemaliger Präsident dieses Hauses stehst Du in der Nachfolge zweier berühmter Politiker der Sozialdemokratischen Partei: In der Nachfolge von Otto Suhr und von Willy Brandt, die in ihrem politischen Leben – genau wie Du  – auch die beiden höchsten Berliner Ämter bekleidet haben. In deiner Karriere hast  Du aber den umgekehrten Weg genommen: erst Regierender Bürgermeister, dann Parlamentspräsident.

Persönlich habe ich Walter Momper im Wahlkampf 1988 kennengelernt. Er war damals Spitzenkandidat und ich Kreisgeschäftsführer der Weddinger SPD und Mitglied im Wahlkampfstab von Wolfgang Nagel. Und es war für uns beide eine Premiere: Für ihn, in so einer Spitzenfunktion für dieses Amt zu kandidieren und für mich, der erstmalig einen  solchen Wahlkampf mitorganisieren durfte. Es gab natürlich hierarchisch eine große Differenz zwischen uns. Er war schon der gestandene Politiker, ich Polit-Einsteiger. Äußerlich hat er sich ja gar nicht so stark verändert, wie man sehen kann. Er hat immer danach gehandelt, lieber eine markante Glatze als ein schlecht sitzendes Toupet! Das fand ich gut. Da waren die Lacher  dann auf seiner Seite. Es gab damals einen Fernsehspot, eine Satire-Abendschau, die wir als Wahlspot ausgestrahlt haben. Da gab es eine Szene mit Walter Momper: Er fuhr sich mit der Hand über die Glatze und sagte, darüber lasse ich mir keine grauen Haare wachsen! Soviel Selbstironie war sehr sympatisch.

In Walter Mompers Biografie spiegeln sich mehrere Jahrzehnte Zeitgeschichte wider, auch mehrere Jahrzehnte spannungsgeladener Berliner Nachkriegsentwicklung. Wie keine andere Stadt symbolisiert Berlin die Geschichte ganz Deutschlands. Und wie kein anderer Berliner Politiker hat Walter Momper in der Zeit des größten politischen Umbruchs - als die Mauer fiel - die Fäden in der Hand gehabt. Er stand im Brennpunkt des historischen Geschehens. Von einem Tag auf den anderen war er - das kann man mit Fug und Recht sagen - weltweit bekannt. Und mit ihm sein roter Schal. Dunkler Mantel und das wärmende rote Stück, das ist Bekleidung ‘Marke Momper‘. Da klingt es fast zurückhaltend, wie Walter Momper das selbst eingeschätzt hat. Er sagte: „Ich habe einen hohen Wiedererkennungswert.“

Ja, Walter, das trägt uneingeschränkt. Wer kennt nicht den „Mann mit dem roten Schal“.  Auch wenn der November 1989 schon 24 Jahre her ist, Dein Bekanntheitsgrad ist ungebrochen und diese Popularität möchte manch ein amtierender Politiker gerne haben. Wer wird schon am Eisstand  oder auf der Straße sofort erkannt?

Schon 1967, drei Jahre nach dem Abitur in Bremen, hat Walter Momper Berlin zuerst einmal zu seinem studentischen Wohnort gemacht, im Laufe der Zeit wuchs ihm die Stadt ans Herz. Als Politologe und Historiker war er sich schon damals der ganz besonderen geschichtlichen und politischen Sonderstellung Berlins bewusst. Der Mauerbau von 1961 lag ja erst wenige Jahre zurück. Die Folgen von Nazi-Zeit und Zweitem Weltkrieg waren schmerzlich spürbar und sichtbar.

Walter Momper liebt Berlin. Seit über 45 Jahren genießt er die Stadt mit dem überbordenden Kulturangebot, das er noch heute so gerne nutzt. Und fast genauso lange kümmert er sich um die Sorgen der Berlinerinnen und Berliner. Als Walter Momper nach Berlin kam, hatte die SPD die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im März ‘67 gerade mit 56,9 Prozent  der Stimmen gewonnen. Im April war Heinrich Albertz zum Regierenden Bürgermeister gewählt worden. Das Feeling West-Berlins war damals: Eine bedrohte Stadthälfte, eingekesselt, von den West-Alliierten beschützt und sozialdemokratisch regiert.

Nach dem Abschluss seiner akademischen Ausbildung blieb er als wissenschaftlicher Mitarbeiter dem Otto-Suhr-Institut treu und wechselte später in das geheime Staatsarchiv der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Walter Momper war in die SPD eingetreten, um aktiv mitzutun, um Politik zu gestalten.

So wurde er in diesen Jahren Vorsitzender der Kreuzberger Jungsozialisten, Mitglied im SPD-Kreisvorstand, schließlich stellvertretender Kreisvorsitzender und später Vorsitzender der SPD in Kreuzberg. Leidenschaftlich und durchsetzungsstark verfocht er die Inhalte, von denen er überzeugt war.

Vierzehn Jahre lang stellt Walter Momper sein Wissen und Engagement  in den Dienst der Historischen Kommission zu Berlin. Seine Arbeitsbereiche Geschichte und Historische Landeskunde entsprachen voll und ganz seinen stadtgeschichtlichen Interessen. Zusätzlich brachte er sich seit Ende der 70er Jahre engagiert in den Verein zur Erforschung und Darstellung der Geschichte Kreuzbergs ein.

Walter Momper wurde kurz vor Ende des 2. Weltkriegs in der Nähe von Bremen geboren. Von sich selbst sagte er einmal, er sei ein „Luftkriegskind“. Seine Eltern gaben ihm als gelernte Restaurantköche das Faible für gutes Essen mit. Sein Anspruch an kultivierte Geselligkeit und gute Weine - der Weißwein muss immer genau 4 Grad kalt sein - davon haben seine vielen, auch internationalen Gäste immer profitieren dürfen.

So rasant wie Deine Politkarriere begonnen hatte, ging sie auch weiter. Als jüngster Abgeordneter war Walter Momper 1975 ins Abgeordnetenhaus eingezogen und viele Jahre lang Experte für Gesundheits- und Sozialpolitik. 1985 wurde Walter Momper zum Fraktionsvorsitzenden der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. Nachdem  Jürgen Egert überraschend ein Jahr später vom Landesvorsitz zurücktrat, stellte er sich auch für dieses Spitzenamt in den Dienst seiner Partei. Beide Ämter in sich zu vereinigen, das brachte ihm den Spitznamen vom „Doppelmomper“ ein. Zwei Jahre später kämpfte er schon als SPD-Spitzendandidat um das Amt des Regierenden Bürgermeisters. Er hatte Erfolg. Überraschend gewann die SPD die Wahl.

Mompers Senat, eine Koalition aus der SPD und der Alternativen Liste, erregt bundesweites Aufsehen. Es war nach der Koalition der SPD mit den Grünen um Joschka Fischer in Hessen die zweite Koalition in dieser Konstellation in der Bundesrepublik.

Es war aber nicht nur Rot-Grün, es war auch die Tatsache, dass der neue Berliner Regierungschef acht Frauen in den 14-köpfigen Senat holte.

Im Berlin der 80er Jahre gab es viele Probleme, es ging um bezahlbaren Wohnraum und soziale Sicherheit. Es ging um Kleingärten und Naherholungsgebiete. Da war die Politik der ‘Kleinen Leute‘ gefragt, Walter Momper nahm diese Sorgen sehr ernst.

Es dauerte nicht lange, bis Walter Momper nach den Wahlen vom Januar 1989 ganz konkrete Verbesserungen für die Berlinerinnen und Berliner  erreichen konnte. Das kam nicht von ungefähr. Harry Ristock präzisierte das in seinen Lebenserinnerungen. Er schrieb von genau 33 Gesprächen, die ein kleiner Kreis von Sozialdemokraten, unter ihnen Walter Momper als Landesvorsitzender und unter anderem auch der deutschlandpolitische  Sprecher Gerd Löffler, mit Gesprächspartnern aus der SED geführt hatten.

Häufig ging es dabei um Reiseerleichterungen und  Mehrfachberechtigungsscheine. Das neue West-Berliner Reformbündnis hatte sich vor allem Richtungsänderungen im Verkehrsbereich, in der Umweltpolitik und bei der Gleichstellung der Frau vorgenommen. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, welche Wende die Berliner und die deutsche, ja die europäische Geschichte wenige Monate später nehmen würde.

Ernst Reuter hatte gefordert: Schaut auf diese Stadt! Im November 1989 schauten die Augen der Welt auf Berlin.

Lieber Walter, ich denke, niemand hier im Saal hat die Bilder aus der Nacht vom 9. zum 10. November und auch die Bilder der Tage und Wochen danach vergessen. In dieser Zeit bist Du als damaliger Regierender Bürgermeister zu einer Person der Zeitgeschichte geworden.

Diese Tage der friedlichen Revolution waren für Walter Momper nicht nur Tage des Glücks, sondern auch Tage unglaublich vieler Entscheidungen und Gespräche auf allen Ebenen. Mit der atemberaubenden Schnelligkeit der Ereignisse Schritt zu halten, war auch eine große logistische Aufgabe. Auch heute noch, im Rückblick, scheint es ein wirkliches Wunder zu sein, dass die Hoffnung, die die Deutschen über Jahrzehnte im Herzen trugen, nämlich die widernatürliche Grenze, die Westberlin umgab, die widernatürliche Grenze zwischen der Bundesrepublik und der DDR, endlich zu überwinden. Die Menschen lagen sich vor Glück in den Armen, die Flucht von Deutschland nach Deutschland war endlich zu Ende. Willy Brandt hatte kühn prognostiziert: „Berlin wird leben und die Mauer wird fallen.“ Dem Realpolitiker Momper fiel die Aufgabe zu, die beiden Stadthälften nun zusammenrücken zu lassen.

Der Rückblick auf die Stadtpolitik der rot-grünen Landesregierung wirkt da fast schon profan, war aber dennoch für die damalige Zeit fast revolutionär zu nennen. Die Einführung von Tempo 100 auf der Avus veranlasste die Springer-Presse zu der Kampagne „Ick glob, ick spinne!“ .
Die Sperrung der Havel-Chaussee löste genauso wütende Proteste aus. Der rot-grüne Senat unter Walter Momper führte die Umweltkarte für die Berliner Verkehrsbetriebe ein. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Busspuren  –  alles sehr fortschrittliche Entscheidungen, heute vollkommene Selbstverständlichkeit.

Schnell nach dem 9. November ging es mit der Wiedervereinigung voran. Bei der ersten freien Ost-Berliner Wahl am 5. Mai 1990 wurde Tino Schwierzina, der dortige SPD-Kandidat, Oberbürgermeister von Ost-Berlin. Senat und Magistrat verabredeten, fortan zusammen zu tagen und so entstand das, was wir heute alle unter „Magisenat“ oder „Schwierzomper Senat“ kennen. Und es funktionierte. Das Modell Rot-Grün zerbrach an der Uneinigkeit über die Deutschland-Politik. Die Alternative Liste wollte sich  in Richtung Wiedervereinigung nicht „überrollen“ lassen, während Mompers anfängliche Vorsicht  schnell einem uneingeschränkten „Ja“ zur deutschen Einheit wich. So war er gezwungen, bei wichtigen Projekten auf die CDU zurückzugreifen, ob es nun die Olympia-Bewerbung Berlins war oder  die Daimler-Ansiedlung am Potsdamer Platz.

Mitte November 1990 kam das endgültige Aus, als Polizei gegen militante Hausbesetzer vorging: Stichwort Mainzer Straße. Die erste Gesamtberliner Wahl am 2. Dezember 1990 ging für die SPD verloren.

Zweimal habe ich Walter Momper innerparteilich im Urwahlkampf um die Spitzenkandidatur  unterstützt, 1995 und 1999.

1999 hat Walter Momper  zur Überraschung vieler - auch  meiner – die innerparteiliche Urwahl gewonnen. Ich erinnere ich mich noch, dass er mich dann  am nächsten Tag um kurz vor 12.00 Uhr anrief  und einen Ratschlag haben wollte wegen des  Landesvorsitzes und nebenbei sagte er: „Du machst doch den Landesgeschäftsführer.“ Das war das erste Mal, dass wir überhaupt darüber gesprochen haben. Am selben Abend wurde ich von ihm als Landesgeschäftsführer vorgeschlagen und Peter Strieder als Landesvorsitzender. Dieses Duo Strieder - Wieland, das hat Walter Momper auf den Weg gebracht. Dies wurde in den nächsten Jahren innerparteilich unterschiedlich bewertet.

Rückblickend auf den Wahlkampf 1999  fällt mir noch eine vergnügliche Begebenheit ein, die die humorige und lockere Seite unseres heutigen Ehrengastes zeigt. Da hatten wir als Give-away ein Mousepad mit einem Momper-Foto ab Augen aufwärts entwickelt.  Und darüber stand: „die schönste Festplatte Berlins“. Jenseits des roten Schals ist es natürlich das, was ihn so markant macht: seine fehlende Haarpracht.

Dieser Wahlkampf 1999, der natürlich auch mit vielen Schwierigkeiten verbunden war und auch mit einer Wahlniederlage endete, der hat auch das persönliche Verhältnis geprägt. Solch eine Belastung hält man ja nur aus, wenn man miteinander klar kommt, und ich habe mich da auf ihn immer verlassen können. Und er konnte sich  immer auf meine Loyalität verlassen.

Wenn diese Büste, die wir heute einweihen, dauerhaft zugänglich wird, ist meine Vermutung, dass es auch schon mal Besucher geben wird, die sich dann vorsichtig umschauen, ob sie unbeobachtet sind und ihm dann doch mal über die Glatze streicheln werden. Das, glaube ich, wird passieren. Und wenn sich das Gerücht verbreitet, dass das Glück bringen soll, wird das immer eine blank polierte Platte bleiben. Da bin ich mir sicher.

Was wäre eine Laudatio im Festsaal des Abgeordnetenhauses, würde ich nicht auf Dein Wirken als Präsident dieses Hauses eingehen. Mit der Wahl im September 2011 endete eine großartige und lange Politikerlaufbahn. Als bisher einziger Präsident des Abgeordnetenhauses hast Du dieses Amt zehn Jahre lang ausgeübt.

Deine Reputation und Popularität verhalfen auch dem Amt des Parlamentspräsidenten zu noch größerer Aufmerksamkeit. Auch in diesem Amt, dem Amt, das protokollarisch dem Amt des Regierenden Bürgermeisters gleichgestellt ist, hattetst Du einiges an Veränderungen vor.

Und auch hier warst Du erfolgreich. Ausgestattet mit prall gefüllter Lebens- und Politerfahrung hast Du die Ärmel hochgekrempelt und überlegt, was zu tun ist. Die Arbeitsbedingungen des Berliner Teilzeit-Parlaments mussten dringend verbessert werden. Und so sorgte Walter Momper für Notebooks, er baute seinen Kollegen zusätzliche Arbeitsräume unters Dach. Und er überwand dabei alle auftretenden Schwierigkeiten, die mit einem denkmalgeschützten Gebäude nun einmal verbunden sind. Um das Gebäude selbst kümmerte sich Walter Momper ebenfalls rührend. Er durchschritt selbst alle Etagen und schaute, wo eine Fliese kaputt war oder ein Raum der Renovierung bedurfte. Zum Leidwesen der Verwaltung agiert sein Nachfolger ähnlich! Walter Momper hat mit einer kurzen Unterbrechung 31 Jahre lang dem Abgeordnetenhaus angehört. Auch im Amt des Parlamentspräsidenten ist er der Politiker mit den Ecken und Kanten geblieben, ein Politiker, der die Auseinandersetzung nicht scheut, wenn er sich erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hat. Walter Momper, das ist aber auch der sachkundige und charmante Gesprächspartner, er ist auch ein Mann des Ausgleichs.

Eines seiner wichtigsten Anliegen  war der Kampf gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus. Um die Jugend an dieses Thema heranzuführen, initiierte er das Jugendforum denk!mal und lud die Schulklassen in Berlin ein, sich an dem Jugendforum denk!mal zu beteiligen. Ziel dieses Jugendforums war und ist es, neue Formen des Gedenkens und Erinnerns an diese dunkelste Zeit der deutschen Geschichte zu entwickeln.

Als Historiker und Politologe hat Walter Momper besonderen Wert auf die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit gelegt: auf Veranstaltungen, die dem Gedenken historischer Ereignisse gewidmet waren, eine Broschürenreihe, in der diese Gedenkveranstaltungen festgehalten wurden, oder mit einer zweibändigen politischen Geschichte unseres Hauses. Doch ein Vorhaben zieht sich wie ein roter Faden durch seine gesamte Amtszeit: die Ehrung der beiden großen preußischen Reformer, des Freiherrn vom und zum Stein und des Fürsten Hardenberg.

Beide schmücken heute unseren Vorplatz.  Während die Statue des Freiherrn vom  Stein von einem anderen Standort vor das Parlament gesetzt werden musste, stellte sich die Wiedererrichtung des Hardenberg-Denkmals wesentlich schwieriger dar:

Das ehemalige Denkmal war verschollen, wahrscheinlich zerstört. Es musste also neu geschaffen werden. Die fast schon unendliche Geschichte um dieses Hardenberg-Denkmal symbolisiert die Hartnäckigkeit und Unbeirrbarkeit des Vollblut-Politikers Walter Momper. Er hatte sich vorgenommen, das Denkmal noch während seiner Amtszeit aufzustellen – und er schaffte es, allen Unkenrufen zum Trotz: Drei Monate vor dem Ende seiner Präsidentschaft wurde das Denkmal bei strahlendem Sonnenschein feierlich enthüllt.

Die beiden alten Preußen werden auch in Zukunft von diesem Präsidenten Momper künden, der es immer als seine Aufgabe gesehen hat, die Vergangenheit bewusst zu machen, damit die Gegenwart besser verstanden werden kann.

Ich freue mich, dass Sie meiner Einladung zu der feierlichen Enthüllung der Portraitbüste von Walter Momper heute gefolgt sind und möchte Ihnen die Bildhauerin, die die Skulptur entwickelt hat, kurz vorstellen. Maja Smoltczyk hat die 16. Büste, die in unserer Galerie nachher zu bewundern ist, gestaltet.

Von ihr stammt bereits die Portraitbüste des ehemaligen Parlamentspräsidenten Herwig Haase. Zur Büstengalerie selbst ist zu sagen: Idee und Umsetzung Walter Momper.

Viele von Ihnen kennen die Bildhauerin Maja Smoltczyk als Juristin unseres Hauses. Seit kurzem ist sie Abteilungsleiterin des Plenar- und Ausschussdienstes. Trotz ihrer künstlerischen Begabung studierte Frau Smoltczyk erst einmal in Bielefeld und Frankfurt am Main Jura, bevor sie nebenberuflich eine Ausbildung zur Bildhauerin begann.

Da Kunst, wie wir wissen, leider häufig brotlos ist, und das, auch wenn man erfolgreich ist, bietet die juristische Arbeit in unserem Haus die nötige Grundlage für die künstlerische Unabhängigkeit. Walter Momper war ganz begeistert, als er vor Jahren ihre Arbeiten sah. In der Zwischenzeit konnte Maja Smoltczyk sich in der Bildhauerszene etablieren. Ihre Werke sind regelmäßig in Ausstellungen zu sehen und seit diesem Jahr ist sie durch die Teilnahme an einer internationalen Skulpturenausstellung in Schweden als Künstlerin auch international bekannt.

Ich danke Ihnen.
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