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Rede des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin Ralf Wieland anlässlich der Enthüllung der Büste des ehemaligen Parlamentspräsidenten Peter Rebsch

13.12.2011 19:00, Festsaal des Abgeordnetenhauses

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-Es gilt das gesprochene Wort-

Anrede,

ich freue mich, dass Sie meiner Einladung zur feierlichen Enthüllung der Portraitbüste von Peter Rebsch gefolgt sind, und heiße Sie alle sehr herzlich willkommen.

Mit der Skulptur der Bildhauerin Ev Pommer erhält die Büstengalerie des Abgeordnetenhauses das nunmehr 15. Objekt. Sie wird neben so berühmten Namen wie Willy Brandt, Otto Suhr, Ernst Reuter, Otto Bach, Walter Sickert, Peter Lorenz und Hanna-Renate Laurien einen würdigen Platz finden.

Dem Stadtältesten von Berlin und langjährigen Bezirksbürgermeister von Berlin-Spandau, Werner Salomon, danke ich dafür, dass er den Menschen und Politiker Peter Rebsch in seiner Laudatio würdigen wird.

In der Filmdokumentation, die wir zum Abschluss der Feierstunde sehen, werden Weggefährten von Peter Rebsch zu Wort kommen und in bewegten Bildern und zahlreichen Fotos die Stationen des Politikers dargestellt. Ebenso werden in dem Film die verschiedenen Entwicklungsphasen bei der Gestaltung der Büste durch die Künstlerin erzählt.

Die Filmdokumentation wurde von Auszubildenden des SOS Berufsausbildungs-zentrums unter Zuhilfenahme von Filmmaterial des rbb zusammengestellt. Dafür vielen Dank.

Anrede,

Peter Rebsch wurde am 20. Februar 1938 in Berlin-Spandau geboren. Er machte 1956 sein Abitur und studierte anschließend Jura an der Freien Universität Berlin. Nach dem juristischen Vorbereitungsdienst legte er 1965 das
2. juristische Staatsexamen ab und abeitete danach bei einer Rechtsschutzversicherung. Schon zwei Jahre später übernahm er dort die Leitung der Rechtsabteilung und wurde später auch Ausbildungsleiter.

1958 trat Peter Rebsch der CDU bei und engagierte sich in den Folgejahren in zahlreichen Gremien auf Orts-, Kreis- und Landesebene. Er war Stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Union Berlin und im Landesvorstand der Berliner CDU.

Von 1967 bis 1971 wirkte er als Bürgerdeputierter in Ausschüssen der BVV-Spandau mit und übte von 1971 bis 1975 sein Mandat in der Spandauer Bezirksverordnetenversammlung aus.

Peter Rebsch zog erstmals 1979 in das Abgeordnetenhaus ein. Dort arbeitete er überwiegend im Sportausschuss, dessen Vorsitz er in der 11. Wahlperiode inne hatte und im Rechtsausschuss.

Und schon zwei Jahre später, nach den vorgezogenen Wahlen vom Frühjahr 1981, wählt das Abgeordnetenhaus von Berlin Peter Rebsch am 11. Juni 1981 zu seinem neuen Präsidenten.

Peter Rebsch war ein freundlicher, humorvoller, den Menschen zugewandter Politiker, der als Bürgerpräsident sein hohes Amt ausfüllte. Bei zahlreichen offiziellen Anlässen vertrat er die Stadt und das Parlament in würdiger Weise.

Aber, wie Sie nachher bei einigen Filmsequenzen sehen können, hat er auch bei vielen offiziellen Terminen so manchen Spaß mitgemacht. Und genau das machte den Politiker und den Menschen Peter Rebsch aus.

Bei seiner Amtsführung war es Peter Rebsch stets ein besonderes Anliegen, auf die wichtigen politischen Bindungen des damaligen westlichen Teils Berlins zum Bund hinzuweisen.

Ebenso legte er in seinen acht Jahren als Präsident großen Wert auf die Pflege der guten Beziehungen zu den westlichen, alliierten Schutzmächten.

Nach dem Ausscheiden aus dem Amt im März 1989 gehörte er dem Parlament weiterhin bis zum Ende der 12. Wahlperiode 1995 an.

Dem Sport war Peter Rebsch als begeisterter, aktiver Sportschütze, Organisator großer internationaler Sportveranstaltungen und als Schiedsrichter stets eng verbunden und wie könnte es bei einem guten Sportschützen auch anders sein, wurde er 1976 Schützenkönig der traditionsreichen „Schützengilde zu Spandau 1334“.

So wunderte es auch nicht, dass er seit 1970 im Präsidium des Deutschen Schützenbundes tätig war und 1976 zum 1. Vizepräsidenten des Bundes gewählt wurde.

Und nicht zuletzt möchte ich auch daran erinnern, dass Peter Rebsch bei den Olympischen Spielen 1972 in München der verantwortliche Offizielle für die Durchführung einer Reihe von Wettkämpfen bei den Sportschützen war und 1979 zu den Mitorganisatoren der Weltmeisterschaften im Bogenschießen 1979 in Berlin gehörte.

Am 16. September 2007 verstarb Peter Rebsch völlig unerwartet im Alter von nur 69 Jahren.

Mit ihm verlor Berlin und sein geliebter Bezirk Spandau viel zu früh einen Fürsprecher und Repräsentanten, der sich um seine Heimatstadt und seinen Bezirk verdient gemacht hat. Seine Familie und mit ihr viele Freunde und ehemalige Kolleginnen und Kollegen aus dem Parlament verloren einen liebenswerten und warmherzigen Menschen.

Deshalb wollen wir heute nun den ehemaligen Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Peter Rebsch, mit der Enthüllung einer Portraitbüste ehren, die fortan in diesem Haus an seine Arbeit erinnern wird.

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