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Rede in der konstituierenden Sitzung am 18.11.1999

18.11.1999, Abgeordnetenhaus, Plenarsaal

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Reinhard Führer
18.11.1999, Abgeordnetenhaus, Plenarsaal
Konstituierende Sitzung

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich möchte mich ausdrücklich für das Vertrauen bedanken, das Sie mir bei dieser Abstimmung erwiesen haben. Ich werde alles daransetzen, dieses Vertrauen zu rechtfertigen. Lassen Sie mich zu meinem Amtsbeginn zuerst dem Alterspräsidenten, Herrn Schuster, für seine Verhandlungsführung danken. Einen weiteren Dank möchte ich an meinen unmittelbaren Vorgänger, Herrn Prof. Haase, sowie an die bisherigen Vizepräsidentinnen, Frau Brinckmeier und Frau Michels, für ihre in der letzten Legislaturperiode geleistete Arbeit richten. In diesen Dank schließe ich auch die ehemaligen Mitglieder des gesamten Präsidiums ein.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
es sind fast 9 Jahre vergangen, seit sich nach der Spaltung der Stadt das erste frei gewählte Parlament für ganz Berlin in der Nikolaikirche konstituierte. Der damalige Alterspräsident, Klaus Franke, hat in seiner Eröffnungsrede nicht nur auf das freudige Ereignis, die Wiedervereinigung der Stadt, sondern auch auf Schwierigkeiten des Zusammenwachsens hingewiesen. Ich zitiere: "Die Vereinigung beider Teile Berlins stellt uns vor große Aufgaben. Berlin ist nach vier Jahrzehnten der Trennung nicht einfach und von heute auf morgen wieder zusammenzufügen. Mit dem Abriss der Mauer kann nicht an die früheren Bedingungen schlicht angeknüpft werden. Die Entwicklungen in Ost und West können nicht kurzerhand fortgesetzt werden. Uns allen stellen sich schwere Verbindungsaufgaben." Zitat Ende.

Bis zum heutigen Tage ist es spürbar, wie recht Klaus Franke seinerzeit hatte. Um wenigstens annähernd gleiche Lebensverhältnisse zu schaffen, galt die Prämisse Aufbau Ost vor Ausbau West. Heute ist jedoch der Blick weiter nach vorn zu richten. Wir müssen uns auf die Dinge konzentrieren, die in unserer Stadt am nötigsten sind. Die Bürger erwarten von uns, dass wir die Aufgaben dort, wo sie am dringendsten zu erledigen sind, erfüllen, egal, ob in Friedrichshain, Wedding, Tempelhof oder Weißensee. Wir sind schließlich eine Stadt.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
seit September diesen Jahres ist Berlin nicht nur die Hauptstadt Deutschlands, sondern Berlin ist Sitz von Bundesregierung und Bundestag. Wir haben damit eine neue Rolle übernommen. Der Alterspräsident hat in seiner Rede bereits darauf hingewiesen. Unsere Stadt steht nicht nur in der Öffentlichkeit der gesamten Bundesrepublik, jetzt achtet auch das Ausland viel mehr darauf, wie sich Berlin präsentiert.

Dieses Parlament trägt mit seiner Arbeit und mit seinem Verhalten viel dazu bei, ob wir dieser Herausforderung gewachsen sind oder nicht. Es ist jetzt unsere Aufgabe, den internationalen Verbindungen weit mehr Gewicht beizumessen, als es bisher der Fall war. Berlin wird jetzt mit den anderen großen europäischen Metropolen wie London, Paris oder Madrid gemessen. Wir haben eine große Chance, die Metropole in der Mitte Europas zu werden. Es liegt an uns, die notwendigen Bedingungen dafür zu schaffen. Wissenschaft und Technologie, Geist und Kultur sind unsere Stärken. Dies zu nutzen und weiter zu fördern, ist eine vordringliche Aufgabe.

Die kommunalen, die Bürger vor Ort berührenden Probleme dürfen dabei nicht vernachlässigt werden, denn uns darum zu kümmern ist auch unser Auftrag. Dafür haben uns die Bürgerinnen und Bürger Berlins gewählt.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Demokratie lebt von ihren Idealen: Von Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit, von der Wahrung der Würde der menschlichen Person und der Souveränität des Volkes. Demokratie lebt aber vor allem von den Menschen, die sich in ihr engagieren, die sich kritisch und selbstkritisch beteiligen, die Verantwortung übernehmen, Toleranz üben, Konflikte austragen und Konsens finden, Mehrheitsentscheidungen respektieren und Minderheiten schützen.

Sie, meine Damen und Herren, tragen - und davon bin ich überzeugt - diese Ideale mit. Lassen Sie uns gemeinsam an die Arbeit gehen zum Wohle Berlins.

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