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Das Parlament

Parlamentspräsident Prof. Dr. Herwig Haase: Für uns Deutsche wird der Weg in die Zukunft immer auch ein Weg des Erinnerns sein.

05.11.1998, .

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Prof. Dr. Herwig Haase
05.11.1998, .
Pressegespräch zum Schweigemarsch und der Abschlußkundgebung am 9. November 1998

"Mit dem 'Weg des Erinnerns` und der Abschlußkundgebung am historischen Ort wählen wir eine Form des Gedenkens, die die Bürgerinnen und Bürger Berlins einbezieht.

Bisher wurde des 9. November 1938 alljährlich mit einer Veranstaltung und einer Kranzniederlegung im Haus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin gedacht, an der die Repräsentanten des politischen und kulturellen Lebens in unserer Stadt und eine Anzahl geladener Gäste teilnahmen.

Die Jüdische Gemeinde zu Berlin, die Israelitische Synagogengemeinde (Adass Jisroel) zu Berlin und das Abgeordnetenhaus von Berlin sind sich darin einig, daß der 60. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 ein Gedenktag a l l e r Menschen in unserer Stadt sein soll.

Unserem Aufruf haben sich Kirchen, Parteien, Medien und viele Organisationen und Institutionen angeschlossen. Dies ist ein ermutigendes Zeichen der Solidarität und eine Bekundung der Gemeinsamkeit über politische und weltanschauliche Grenzen hinweg. Der gemeinsame Aufruf zum Gedenken ist eine eindeutige Absage an Radikalismus und Extremismus jeglicher Couleur und zugleich eine Bekundung des Willens, zusammenzustehen, wo immer dies erforderlich ist.

Dafür sage ich allen Beteiligten Dank und Anerkennung.

60 Jahre nach den Ereignissen von 1938, die ein Fanal des Unheils und des Holocaust waren, wollen wir schweigend und gedenkend durch die Stadt gehen, in der in jener Nacht Synagogen in Brand gesetzt, Warenhäuser und Läden verwüstet und Menschen mißhandelt wurden. Wir wollen uns des Tages erinnern, der zu den dunkelsten unserer Geschichte gehört.

Wir werden das Gedenken verbinden mit der Frage nach den Lehren und Konsequenzen für Gegenwart und Zukunft. Denn: Für uns Deutsche wird der Weg in die Zukunft immer auch ein Weg des Erinnerns sein.

Der Schweigemarsch durch die Berliner Innenstadt und die Abschlußkundgebung vor dem Haus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin werden ein Bekenntnis sein:

- ein Bekenntnis zur Wachsamkeit, wenn "es brennt", um das Plakat unseres
Schweigemarsches zu zitieren,

- ein Bekenntnis der Entschlossenheit, gemeinsam einzustehen gegen Extremismus und
Unrecht.

Ich rufe die Berlinerinnen und Berliner auf, an dem Schweigemarsch und der Abschlußkundgebung am 9. November 1998 teilzunehmen."

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