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Das Haus

Mauerbau

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13. August 1961

Die Lebensbedingungen in der DDR waren Anfang der 1960er Jahre schwierig. Nahrungsmittel waren knapp, die wirtschaftliche Situation schlecht. Meinungs- und Pressefreiheit sowie andere demokratische Rechte wurden durch die kommunistischen Machthaber verweigert. Die Menschen litten unter willkürlicher politischer Verfolgung. Gerade hochqualifizierte junge Menschen sahen für sich keine Zukunft in der SED-Diktatur.

Im Sommer 1961 flüchteten täglich etwa 1.000 Personen aus der DDR, die meisten davon über die durchlässige Grenze von Ost- nach West-Berlin. Dort gab es in Marienfelde extra ein Aufnahmelager für die Geflüchteten.

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“
 

Die SED-Führung plante den Mauerbau im Geheimen seit Januar 1961. Die DDR-Bevölkerung sollte das Land nicht mehr verlassen dürfen. Bei einer Pressekonferenz am 15. Juni 1961 sagte der Partei- und Staatschef Walter Ulbricht aber noch öffentlich: „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.“ Die DDR-Regierung brauchte zum Bau der Mauer erst die Erlaubnis der sowjetischen Führung aus Moskau. Grünes Licht für den Mauerbau kam schließlich im Juli 1961.

Armee, Polizei und paramilitärische Kampfgruppen der DDR riegelten in der Nacht vom 12. auf den 13. August die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin und um West-Berlin herum ab. Die Berliner Mauer war zunächst allerdings gar keine richtige Mauer. Sie bestand erst einmal nur aus Stacheldraht und später aus Betonsteinen. Ursprünglich für den Wohnungsbau vorgesehene Materialien wurden für den Mauerbau abgezweigt.

Zentrale des Mauerbaus ist das Polizeipräsidium
 

Im U-Bahn-Tunnel wurde Stacheldraht verlegt, um Fluchten zu verhindern.

Stacheldrahtverlegung im U-Bahn-Tunnel am 13. August 1961, © Polizeihistorische Sammlung Berlin

Die Grenzschließung wurde in Ost-Berlin vom Polizeipräsidium in der Keibelstraße aus geleitet. Hier befand sich die Einsatzzentrale, die alle Maßnahmen koordinierte, geleitet vom späteren Regierungschef der DDR, Erich Honecker.

Im Zuge des Mauerbaus wurden in der ganzen Stadt Straßen unterbrochen, Straßenbahn-, U- und S-Bahnlinien gesperrt, sowie komplette Wohnhäuser geräumt und zugemauert.

vor dem Rathaus Schöneberg demonstrieren die Menschen am 16. August 1961 gegen den Mauerbau.

Demonstration vor dem Rathaus Schöneberg, 16. August 1961, © Polizeihistorische Sammlung Berlin

Nach dem 13. August führte der Weg nach West-Berlin und umgekehrt nach Ost-Berlin nur noch über wenige offizielle Grenzübergänge. Freies Reisen war nicht mehr möglich. Der Übergang wurde streng bewacht und kontrolliert, um Menschen von der Flucht aus der DDR abzuhalten. Die Soldaten an der Berliner Mauer sollten Fluchten in jedem Fall verhindern, auch indem sie auf Flüchtende schossen. Bei dem Versuch, die DDR zu verlassen, starben von 1961 bis 1989 mindestens 140 Menschen an der Berliner Mauer.

In West-Berlin demonstrierten am 16. August tausende Menschen vor dem Rathaus Schöneberg gegen den Bau der Mauer. Erst Ende des Jahres 1963 durften die ersten West-Berlinerinnen und -Berliner im Rahmen eines Passierscheinabkommens gelegentlich wieder nach Ost-Berlin reisen, um ihre Familien dort zu besuchen.

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