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Louise-Schroeder-Medaille 2017 geht an Historikerin Karin Hausen

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Die Preisträgerin mit den Kuratoriumsmitgliedern im Plenarsaal / Foto: Thomas Platow, Landesarchiv Berlin

Auf Vorschlag des Kuratoriums „Louise-Schroeder-Medaille“ hat sich das Präsidium des Abgeordnetenhauses von Berlin am 14. März 2017 einstimmig für die Verleihung dieser hohen Auszeichnung an Frau Professorin Karin Hausen ausgesprochen. Im Rahmen einer Feier am 10. Mai im Plenarsaal des Abgeordnetenhauses übergaben der Regierende Bürgermeister Michael Müller und Parlamentspräsident Ralf Wieland Prof. Dr. Karin Hausen die Louise-Schroeder-Medaille.
 
Frau Professorin Hausen ist Historikerin. Sie studierte Geschichte, Germanistik und Soziologie in Berlin, Marburg, Münster, Paris und Tübingen. 1968 promovierte sie bei Gerhard A. Ritter an der Freien Universität Berlin. Von 1978 bis 1995 war sie Professorin für Wirtschafts- und Sozialgeschichte am Institut für Geschichtswissenschaft der Technischen Universität Berlin. Dort gründete sie 1995 das Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG), das sie von 1995 bis zu ihrer Pensionierung 2003 leitete. Frau Professorin Hausen gilt als eine der Pionierinnen der Frauen- und Geschlechtergeschichte im deutschsprachigen Raum. Zu den weiteren Schwerpunkten ihrer Arbeit gehören zudem die Kolonial- und die Technikgeschichte. Zusammen mit Gisela Bock und Heide Wunder gründete sie 1992 die Reihe „Geschichte und Geschlechter“ im Campus Verlag und den Arbeitskreis Historische Frauenforschung. Von 1995 bis 2012 war sie ferner Mitherausgeberin von „L’Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft“ und gehört außerdem dem Beirat der Zeitschrift „feministische Studien“ an.
 
Der Präsident des Abgeordnetenhauses verleiht die Medaille jährlich einer Persönlichkeit oder einer Institution, die dem politischen und persönlichen Vermächtnis Louise Schroeders in hervorragender Weise Rechnung trägt. Louise Schroeder hat sich zeitlebens durch unermüdliches soziales Engagement und durch das Eintreten für die Gleichstellung von Frauen ausgezeichnet. Ihr Name ist untrennbar mit dem Einsatz für Demokratie, für die Teilhabe von Frauen an der Politik und für das Engagement gegen Ungerechtigkeit und Machtmissbrauch verbunden. Seit 1919 war sie Parlamentarierin und von Mai 1947 bis Dezember 1948 Oberbürgermeisterin von Berlin. Sie hat sich bleibende Verdienste um die Stadt erworben und mit ihrer mutigen Amtsführung zur Linderung der großen Not im Nachkriegsberlin beigetragen.
 

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