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Aktuelles & Presse

Präsident Ralf Wieland zum 8. Mai 1945 (06.05.2020)

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Anlässlich des 75. Jahrestages zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai erklärt der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses Ralf Wieland:

Berlin 1945

„Der furchtbarste Krieg, der bis heute entfesselt wurde, ging 1939 von Deutschland aus. Ebenso erlitt Deutschland die furchtbarste Kriegsniederlage in der Geschichte des Landes. Deutschland, ebenso weite Teile Europas, waren am Ende des Zweiten Weltkriegs ein einziges Trümmerfeld. Millionen Menschen aus allen europäischen Nationen, auch aus der deutschen, waren tot, gefallen, in Bombenangriffen zerfetzt, in Lagern verhungert, auf den Straßen der Flucht erfroren, und andere Millionen - vor allem Juden, Roma und Sinti, Polen und Russen, Tschechen und Slowaken, - waren den größten Vernichtungsaktionen zum Opfer gefallen, die Menschen je ersonnen hatten.

Und weitere Millionen hatten ihre Verwandten, ihre Freunde, ihre Heimat verloren oder waren gerade dabei, sie zu verlieren. Millionen kamen aus Kriegsgefangenenlagern oder wanderten dorthin. Millionen waren zu Krüppeln geschossen. Hunderttausende von Frauen wurden vergewaltigt. Der Geruch der Krematorien und der ausgebrannten Ruinen lastete über Europa. Wohin man auch blickte, es herrschte Elend, abgrundtiefes Elend.

Die Not war groß nach Kriegsende. Es fehlte an allem: Lebensmittel, Trinkwasser, Brennmaterial. Nur der Schwarzmarkt boomte. Die öffentliche Ordnung lag darnieder. Und überall war Schutt. Ruinen prägten das Berliner Stadtbild.

Je mehr sich nach Kriegsende der Kalte Krieg abzeichnete, desto ideologischer wurde das Handeln unter den Alliierten. Doch eines bleibt eben auch bestehen: In allen Teilen der Stadt versuchten die Besatzungsmächte, wieder ein normales Leben aufzubauen, was den damaligen Berlinerinnen und Berlinern neuen Überlebensmut schenkte.

Es wuchs aber auch die Sorge, wohin die einsetzenden politischen Spannungen in der Stadt führen würden. Und dass die Arbeit der 1946 demokratisch gewählten Berliner Stadtverordnetenversammlung wegen kommunistischer Störungen nicht mehr garantiert war, trug entscheidend zur inneren Teilung Berlins bei. 

Zwei Persönlichkeiten verkörperten damals den Wiederaufbau und den Freiheitswillen Berlins – Louise Schroeder und Ernst Reuter. Wer an das Kriegsende in Berlin erinnert, muss für die Folgezeit an diese beiden Persönlichkeiten erinnern.

Was bleibt? Der verlorene Krieg und die bedingungslose Kapitulation waren der Ausgangspunkt für eine bessere Zukunft für die meisten Deutschen in einem geeinten Europa. Den Frieden, die Freiheit und die gewonnene Demokratie zu bewahren – das ist spätestens seit dem 3. Oktober 1990 Verpflichtung für alle Deutschen. Für alle Zeit. Diese Botschaft vermittelt uns der 8. Mai 1945.“

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