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Das Parlament

Grußwort des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin Ralf Wieland anlässlich des Französischen Nationalfeiertages

14.07.2019 11:30, Französische Botschaft

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Ich darf Ihnen, sehr geehrte Frau Botschafterin Descôtes, ganz herzlich zu Ihrem heutigen Nationalfeiertag gratulieren.

Der französische Nationalfeiertag ist schon etwas Besonderes. Denn sein Anspruch ist nicht nur national. Er ist auch global, weil er einerseits zur Solidarität ermahnt und andererseits die ungeteilten Menschenrechte als Leitbild hat. Mit dieser Ausrichtung wird eine Weltgemeinschaft angesprochen, die friedlich und sozial sein will. Auch viele Menschen in Deutschland fühlen sich davon angesprochen. Ich auch. Wobei ich sagen muss: Da ich in Rheinland-Pfalz aufgewachsen bin, bin ich durchaus in einem frankophilen Umfeld groß geworden. Und das wirkt bis heute nach.

Einst war Frankreich Schutzmacht in Berlin. Ihre Soldaten und Ihre Diplomaten haben mit dafür gesorgt, dass der westliche Teil Berlins frei und demokratisch sein konnte. Dafür sind wir bis heute dankbar. Ohne die westalliierte Präsenz hätte es nie ein Berlin gegeben, in dem sich die Menschen frei und sicher fühlten. Insofern ist auch Frankreich Teil der modernen Berliner Geschichte. Das zu betonen, ist mir besonders wichtig. Denn wir begehen in diesem Jahr ein Jubiläum: Der Mauerfall jährt sich am 9. November zum dreißigsten Mal. Und im nächsten Jahr ist Deutschland dreißig Jahre wieder vereinigt. Ohne die Zustimmung unserer französischen Nachbarn zu dieser Entwicklung wäre der Vereinigungsprozess nicht in der Form möglich gewesen. Das wissen wir alle. Und so können wir gemeinsam voller Stolz sagen: Aus einstigen Feinden sind längst Freunde geworden.

Das ist ein Segen für Franzosen und Deutsche. Und das ist ein Segen für den europäischen Kontinent. Ja, Frankreich und Deutschland sind mittlerweile das Herzstück eines vereinten Europas. Natürlich gibt es nach wie vor nationale Interessen. Aber wir alle wissen doch: Nur ein geeintes Europa wird sich weltweit behaupten können. Diese Einsicht scheint bei vielen Mitgliedsstaaten der EU zu bröckeln. Sie sehen nur die wirtschaftlichen Vorteile. Doch die EU ist mehr. Sie ist eine Wertegemeinschaft. Und ich bin froh, dass die Regierungen in Frankreich und Deutschland das genauso sehen.

Ohne Demokratie, ohne Rechtsstaatlichkeit, ohne die Anerkennung der Menschenrechte und ohne die Anerkennung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern kann kein vereintes Europa gedeihen. Und wenn ich das so betone, dann auch deshalb, weil der Hauptimpetus dieser Entwicklung von der Französischen Revolution ausging – jenem Ereignis, das die politisch-kulturellen Rahmenbedingungen fast ganz Europas bis heute bestimmt. Wenn ich mich so umschaue am heutigen Pariser Platz, dann fällt nicht nur das Brandenburger Tor auf – unser Wahrzeichen. Nein, hier sind auch die Botschaften der drei einstigen Westalliierten: USA, Großbritannien und Frankreich.

Das ist eine schöne Symbolik, wie ich finde, eine schöne Symbolik für Deutschland, aber auch für Berlin. Wir stehen zusammen. Nach wie vor. Und heute ist der Tag, da schauen wir auf Frankreich. Vive la France! Vive la Republique!

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