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Das Parlament

Rede des Präsidenten des Abgeordnetenhauses von Berlin Ralf Wieland zur Eröffnung der Ausstellung "Das Alter in der Karikatur"

30.05.2018 18:00, Abgeordnetenhaus, Festsaal

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Heute eröffnen wir eine neue Ausstellung, die eine ordentliche Portion Humor ins Abgeordnetenhaus holt – und das mit einem Thema, dem wir alle mit mehr oder weniger Unbehagen begegnen:

das Alter!

Die Ausstellung „Das Alter in der Karikatur“ versammelt bekannte zeitgenössische Karikaturisten und Zeichner wie Gerhard Haderer, dem wir die wunderbare Botox-Pipi-Langstrumpf verdanken, und lädt ein zu einem entlarvenden Blick auf stereotypische Altersbilder. Das Wesen einer Karikatur ist es, charakteristische Züge einer Person oder eines gesellschaftlichen Zustands bis ins Groteske zu überzeichnen. Das sorgt oft unmittelbar für Lacher. Doch oftmals sind  diese Zerrbilder so pointiert und bissig, dass sie uns bis ins Mark treffen. Die Karikaturen der Ausstellung wurden von Dr. Franziska Polanski mit Sorgfalt und einem Gespür für Zwischentöne zusammengetragen. Sie legen offen, was Alter und Altern wirklich bedeuten – hinter den Fassaden der Hochglanzprospekte für Seniorenheime oder der schillernden TV-Werbung für Gelenkschmerzmittel.

Das hat bei mir für viel Schmunzeln gesorgt, tat aber manches Mal auch ein Bisschen weh. Die Karikatur einer Seniorenklappe neben einer Babyklappe zum Beispiel wirft einfach Fragen auf, die weit über die Ausstellung hinaus zum Nachdenken anregen werden. Wie gehen wir als Gesellschaft mit alten Menschen um und wie wollen wir selber leben im Alter?

Antworten auf diese Fragen bietet auch die 44. Berliner Seniorenwoche, die am 23. Juni eröffnet wird. Die Seniorenwoche ist eine beachtliche Initiative. Jahr für Jahr stellt sie ein riesiges Veranstaltungsprogramm für Seniorinnen und Senioren auf die Beine, zu dem wir 2018 mit dieser Ausstellung beitragen dürfen. In diesem Jahr gefällt mir das Motto besonders gut. Es lautet: „Altern gestalten“. Und so ist es!

Wir müssen auch im Alter aktiv darüber entscheiden können, wie wir leben wollen. Auch im Alter sind wir mündige, lebenserfahrene Bürgerinnen und Bürger, die sich in die Zivilgesellschaft einbringen und deren Stimmen ganz unverzichtbar sind für öffentliche Diskurse. Beim Gang durch die Ausstellung kam mir oft das Wort „Würde“ in den Sinn. Unsere Gesellschaft – allen voran wir Politikerinnen und Politiker – muss würdevolles Altern möglich machen. Der erste Artikel des Deutschen Grundgesetzes, „Die Würde eines Menschen ist unantastbar“ kennt keine Altersobergrenze.

Lassen Sie uns also gemeinsam dafür eintreten, dass diese wunderbare Stadt für alle Generationen ein lebenswerter Ort bleibt, der Mobilität ermöglicht, Sicherheit gibt, Einsamkeit vermeidet und Zugänge zum gesellschaftlichen Miteinander schafft. Die gezeigten Karikaturen sind dafür eine wunderbare Mahnung. Ich danke der Kuratorin Dr. Franziska Polanski, die diese gelungene Ausstellung im Rahmen ihrer Forschung zu Altersbildern in der Gesellschaft am Marsilius-Kolleg ins Leben gerufen hat.

Mein Dank gilt weiterhin den Kontaktstellen PflegeEngagement, die die Ausstellung ins Abgeordnetenhaus von Berlin geholt haben. Ich wünsche Ihnen einen humorvollen und beschwingten Rundgang durch die Ausstellung und angeregte Unterhaltungen über ein Thema, das uns wirklich alle betrifft.

Ich freue mich, das Wort jetzt an Staatssekretärin Barbara König übergeben zu dürfen.

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