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Blick in den Plenarsaal und hauptsächlich die Flaggen für Deutschland, Berlin und Europa
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Rede der Präsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin, Cornelia Seibeld, für die Willkommensfeier der Berliner Feuerwehr anlässlich des Jubiläumsjahres "175 Jahre Berliner Feuerwehr"

04.07.2026 11:00, Abgeordnetenhaus, Margot-Friedländer-Platz

Wenn ich heute in Ihre Reihen blicke, sehe ich weit mehr als Uniformen. Ich sehe Frauen und Männer, die sich entschieden haben, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen. Das verdient Respekt und unseren herzlichen Dank.

Rund 400 Feuerwehrkräfte werden heute für ihren Dienst in der Berliner Berufsfeuerwehr vereidigt. Weitere rund 50 werden offiziell in die Freiwillige Feuerwehr aufgenommen.

Dass so viele Kameradinnen und Kameraden, Angehörige und Gäste diesen Moment gemeinsam mit Ihnen feiern, zeigt, welchen Stellenwert die Berliner Feuerwehr in unserer Stadt hat.

Für mich ist offensichtlich: Die Berliner Feuerwehr kann nicht nur retten, löschen, bergen und schützen. Sie versteht es auch, ihre neuen Kolleginnen und Kollegen würdig willkommen zu heißen.

Ich freue mich – auch im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen im Abgeordnetenhaus –, dass dieses Gelöbnis erstmals hier vor unserem Parlament stattfindet. Das macht sichtbar, was Feuerwehr und Parlament verbindet: Verantwortung für unsere Stadt und für die Menschen, die in ihr leben.

In diesem Jahr feiert die Berliner Feuerwehr ihr 175-jähriges Bestehen. Seit dem 18. Juni 1851 steht sie im Dienst der Berlinerinnen und Berliner. Sie ist die älteste und zugleich größte Berufsfeuerwehr Deutschlands.

175 Jahre Berliner Feuerwehr sind ein Grund zum Feiern. Vor allem erinnern sie daran, dass seit Generationen Menschen bereit sind, Verantwortung für andere zu übernehmen. Diese Bereitschaft verbindet alle, die heute hier angetreten sind, mit den vielen Feuerwehrangehörigen, die vor Ihnen diesen Dienst geleistet haben.

Entscheidend für die Zukunft sind aber nicht Jubiläen, sondern die Menschen, die diesen Dienst leisten. Rund 7.000 Beamtinnen und Beamte sowie Tarifbeschäftigte der Berliner Feuerwehr sorgen Tag für Tag für Sicherheit, Notfallrettung und Katastrophenschutz in unserer Stadt.

Hinzu kommen rund 1.600 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr. Ihr Engagement ist unverzichtbar. Sie unterstützen nicht nur die Berufsfeuerwehr bei großen Schadenslagen, sondern bewältigen in den ländlich geprägten Randbezirken Berlins vielfach Einsätze eigenständig. Ohne die Freiwilligen Feuerwehren wäre der Schutz unserer Stadt nicht in gleicher Weise möglich.

Sie alle sind ein beeindruckendes Beispiel für gelebtes bürgerschaftliches Engagement. Sie investieren Zeit, Kraft und oft auch persönliche Freizeit, um anderen Menschen zu helfen. Dafür verdienen Sie unseren ausdrücklichen Dank und unsere Anerkennung.

Dass dies auch in Zukunft so bleibt, dafür sorgt seit vielen Jahren die Jugendfeuerwehr. Dort lernen Kinder und Jugendliche früh, Verantwortung zu übernehmen, im Team zu handeln und sich aufeinander verlassen zu können. Das ist die beste Investition in die Zukunft der Berliner Feuerwehr.

Für die Berlinerinnen und Berliner beginnt Ihr Einsatz oft genau in dem Moment, in dem sie selbst nicht mehr weiterwissen. Ob bei schweren Verkehrsunfällen, Großbränden oder Naturereignissen – die Menschen vertrauen darauf, dass die Feuerwehr kommt. Schnell, professionell und verlässlich.

Besonders eindrücklich bleibt vielen Berlinerinnen und Berlinern die Bewältigung der großflächigen Stromausfälle nach den terroristischen Anschlägen in Treptow-Köpenick im September 2025 und im Januar 2026 in Erinnerung. Gerade in solchen Ausnahmesituationen zeigt sich, wie leistungsfähig und professionell unsere Berliner Feuerwehr ist.

Fast 560.000 Mal wurde die Berliner Feuerwehr allein im vergangenen Jahr alarmiert – so häufig wie nie zuvor. Diese Zahl macht deutlich, wie groß die Anforderungen an Sie geworden sind. Deshalb hat das Abgeordnetenhaus mit der Reform des Rettungsdienstgesetzes die Weichen gestellt, um den Rettungsdienst zu stärken und die Feuerwehr bei ihren anspruchsvollen Aufgaben zu unterstützen. Künftig sollen die Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr von Einsätzen entlastet werden, bei denen kein medizinischer Notfall vorliegt, damit sie schneller dort helfen können, wo jede Minute zählt.

Bei der Feuerwehr zu arbeiten, ist weit mehr als ein Beruf. Es ist eine Aufgabe mit Sinn und Verantwortung. Dabei trägt die Kameradschaft wesentlich dazu bei, auch schwierige und belastende Einsätze gemeinsam zu bewältigen. Man verlässt sich aufeinander – und genau dieses Vertrauen macht die Berliner Feuerwehr so stark.

Am Ende eines Einsatzes wissen Sie, warum Sie sich für diesen Beruf entschieden haben: Sie haben Menschen geholfen. Es gibt nur wenige Tätigkeiten, bei denen man das am Ende eines Arbeitstages sagen kann.

Ich möchte mich bei Ihnen allen herzlich bedanken.

Unser Dank gilt nicht nur denjenigen, die heute hier angetreten sind, sondern allen Angehörigen der Berliner Feuerwehr.

In den vergangenen Jahren haben wir zahlreiche Feuerwehrkräfte im Rahmen unseres Besuchsprogramms an Plenartagen im Abgeordnetenhaus begrüßt. Bei diesen Begegnungen ging es nicht nur darum, Einblicke in die parlamentarische Arbeit zu geben. Vor allem wollten wir mit Ihnen ins Gespräch kommen, Ihre Erfahrungen aus dem Einsatzalltag kennenlernen und Ihre Anliegen hören.

Diesen Austausch möchten wir auch künftig fortsetzen. Denn diese Begegnungen sind Ausdruck unserer Wertschätzung für Ihren Dienst und stärken zugleich die enge Verbindung zwischen dem Abgeordnetenhaus und der Berliner Feuerwehr. Sie geben uns die Gelegenheit, Ihnen persönlich für Ihren Einsatz zu danken.

Seien Sie versichert: Das Abgeordnetenhaus weiß sehr genau, was Sie jeden Tag für unsere Stadt leisten.

Mein wichtigster Wunsch für Sie alle ist, dass Sie nach jedem Einsatz gesund zu Ihren Familien und Ihren Kameradinnen und Kameraden zurückkehren.

Ich wünsche Ihnen für Ihren Dienst alles Gute. Kommen Sie immer gesund nach Hause.