Grußwort der Präsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin, Cornelia Seibeld, anlässlich eines Empfangs des DRK Landesverband Berliner Rotes Kreuz
05.05.2026 17:00, Abgeordnetenhaus, Casino
Ich begrüße Sie alle herzlich hier im Casino des Abgeordnetenhauses von Berlin. Schön, dass Sie heute hier sind.
Als Mario Czaja mich im Februar gefragt hat, ob wir dem Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes einen würdigen und exklusiven Ort für einen Empfang zur Verfügung stellen können, habe ich sofort zugesagt. Sehr gern sogar.
Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich seine Arbeit als ehrenamtlicher Präsident des Berliner Roten Kreuzes sehr schätze. Sein Einsatz für die Organisation und seine Präsenz bei zentralen Themen zeigen Wirkung.
Gerade an der Schnittstelle zur Politik und im Umgang mit Behörden kommt ihm seine Erfahrung aus politischen Ämtern zugute. Lieber Mario, Du bist ja ein alter Bekannter in diesem Haus.
Vor allem aber habe ich hautnah sowohl in der Flüchtlingskrise, als auch bei der Bewältigung der Covid 19 Pandemie und zuletzt beim Stromausfall im Januar erleben dürfen, mit welchem Engagement und welcher Professionalität das DRK unterwegs ist. Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen im Deutschen Roten Kreuz sind da, wenn sie gebraucht werden. Immer - und gerade auch in nicht planbaren Situationen. Fast 3.000 Ehrenamtliche engagieren sich neben Beruf, Studium oder Schule im DRK-Landesverband Berlin.
Ihr Engagement reicht von den Bereitschaften für Notfälle und den Katastrophenschutz über die Wasserwacht und das Jugendrotkreuz bis hin zur Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Diese Arbeit ist für viele Berlinerinnen und Berliner selbstverständlich – vielleicht zu selbstverständlich.
Welche andere Organisation kann schon von sich sagen, im gesamten Stadtgebiet präsent zu sein und so vielfältige Hilfe anzubieten? Und genau das führt zu einer wichtigen Erkenntnis: In Berlin wird gerne nach dem Staat gerufen, doch der Staat könnte viele dieser Aufgaben weder im gleichen Umfang noch in vergleichbarer Qualität leisten. Und vielleicht ist dieser Ansatz neben der ganz praktischen Hilfe, die das DRK leistet, eine sehr wichtige Botschaft: in der heutigen Zeit mehr denn je: gesellschaftliches Engagement ist unverzichtbar. Im Sportverein, der Freiwilligen Feuerwehr, der Politik oder eben bei DLRG, Maltesern oder DRK. Ohne diesen - Ihren - Einsatz kann ein liberales offenes Gemeinwesen, eine Demokratie, nicht funktionieren.
Das Rote Kreuz übernimmt hier eine zentrale Rolle. Viele Organisationen tragen zum Gemeinwohl bei – das Berliner Rote Kreuz tut dies in einer besonderen Breite und mit großer Verlässlichkeit.
Es ist mir deshalb seit meinem Amtsantritt als Präsidentin des Abgeordnetenhauses ein Anliegen, regelmäßig auch aktive Mitglieder des DRK an Plenartagen einzuladen und den Austausch mit Abgeordneten zu ermöglichen.
Das gilt natürlich auch für andere Hilfsorganisationen. Es ist ein starkes Signal, dass sich das DRK gemeinsam mit dem ASB, den Johannitern, den Maltesern und der DLRG zum Bündnis „Wir helfen Berlin“ zusammengeschlossen hat, um in Krisensituationen die Kräfte zu bündeln.
Das hat sich zum Beispiel bei der Durchführung der Impfkampagne in der Corona-Pandemie gezeigt: Sie haben in Impfzentren, mit mobilen Impfteams und sogar mit Impfbussen eine weitreichende Versorgung der Berliner Bevölkerung sichergestellt.
Oder beim Aufbau und Betrieb des Ukraine-Ankunftszentrums auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel: Dort hat das Berliner Rote Kreuz über fast drei Jahre hinweg die Erstversorgung von über hunderttausend Geflüchteten ermöglicht.
Das DRK ist auch zur Sanitätsabsicherung sportlicher Großereignisse wie der Fußball-Europameisterschaft unverzichtbar. Im Winter versorgt ein Wärmebus obdachlose Menschen und bewahrt sie vor dem Erfrieren. Und im Sommer sichert die Wasserwacht viele Strände und Gewässer und schützt Menschen vor dem Ertrinken.
Ich habe die Professionalität der Einsatzkräfte des DRK noch in bester Erinnerung, als nach dem Terroranschlag auf die Stromleitung im Berliner Südwesten zu Beginn dieses Jahres rund 50.000 Haushalte plötzlich ohne Strom waren. Viele Menschen in Lichterfelde und Zehlendorf waren für die konkrete Hilfe und den menschlichen Zuspruch sehr dankbar.
Kurz gesagt: Auf das Berliner Rote Kreuz ist Verlass. Dafür möchte ich mich herzlich bei Ihnen bedanken. Bitte setzen Sie Ihr Engagement auch künftig mit so viel Einsatz und Kompetenz für die Menschen in unserer Stadt fort.
Auch wir Abgeordnete wollen dazu unseren Beitrag leisten. Dazu gehört auch, dass wir Ihnen heute diesen würdigen Rahmen für Ihren Empfang zur Verfügung stellen.
Ich wünsche uns allen eine gelungene Feier und gute Gespräche.